Freitag, 21. Dezember 2012

Die Aufgabenflut ebbt langsam ab, es bleibt mehr Zeit für mich, Zeit mit Alex.
Aber ich merke, dass mich das ein wenig deckelt, das viele Adrenalin vom hin- und herhetzen raucht nicht mehr durch meine Blutbahnen.
Mein Essverhalten ist ne Katastrophe. Ich nehme jetzt Ritalin, damit der übermäßige Appetit von den Medis und auch allgemein gehemmt wird. Doch was mir jetzt in diesen 4 Tagen am ehesten klar geworden ist: Der Appetit ist vielleicht ein Faktor, verglichen mit dem Rest allerdings wirklich nur ein kläglicher Teil. Ich habe weiterhin Essanfälle und nein, es ist nicht, weil ich den Genuss will... es ist Kompensation. Ich kompensiere alles damit: Angst vor Leere, Angst vor der Beziehung, Angst vor der Leere, die Leere selbst, Angst davor, zu dumm zu sein, Frustrationen und Schulstress, manchmal aber, da ist es auch einfach nur grauenhafte Gewohnheit, die schon fast zum Zwang geworden ist.
Mir hat das ein bisschen die Hoffnung geraubt, dass ich diese Problematik schnell hinter mir lassen kann, denn gerade jetzt realisiere ich erst, wie ohnmächtig ich momentan bin und wie viel Kraft ich noch aufwenden muss, um das alles wieder ein bisschen zu normalisieren.

Meine Therapeutin meint, es wäre ein Wunder, dass ich überhaupt in die Schule gehe.
Mein Psychiater kann gar nicht glauben, was für Fortschritte ich gemacht habe.
Ich merke es auch - es ist viel besser, als die ganzen letzten Jahre jemals. Aber der Grund auf dem ich das alles gebaut habe, ist kein sicherer. Meinem kompletten tollen Kartenhaus liegen Kräfte aus Medikamenten zugrunde (14 rezeptpflichtige Tabletten/ Tag, Halleluja!) und die kommen nicht von Irgendwo, die kommen aus den letzte Resten, die mein zerstörtes Ich noch übrig hat.
Ich bin schon wieder ambivalent, finde die Krankheit in Teilen wieder erstrebenswert. Und genau das macht mir verdammt viel Angst.

Und eigentlich könnte ich grad schon wieder kotzen, wenn ich mir durchlese, was für eine Scheiße ich da geschrieben habe. Aber egal, hier mal unzensiert.

Montag, 17. Dezember 2012

Ich bin so verdammt frustriert und ich fühle mich so einsam, obwohl ich das eigentlich gar nicht bin. Es gibt ne Menge Leute, die ich gerade anrufen könnte, aber ich will nicht. Ich schäme mich einerseits, möchte mich so niemandem zumuten und will andrerseits gerade auch einfach nichts mehr, als in meinem eigenen Dreck zu ersticken. Ich hätte es so sehr verdient. Ich bin so sauer und enttäuscht von mir. Ich widere mich an. Hass.

Und dabei ist nicht mal etwas besonderes passiert...

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Lang, lang ists her, dass ich das letzte Mal gepostet hab. Versucht einen Post zu schreiben habe ich allerdings recht häufig, aber irgendwie habe ich nie die richtigen Worte gefunden, ich kann überhaupt nicht beschreiben, wie es mir geht, ohne danach zu denken: "Nein, nein, das ist scheiße, so darfst du nicht denken, jammer mal nicht so". Und eigentlich hat diese Stimme teilweise ja auch Recht, mir geht es im Schnitt noch sehr gut, verglichen mit den letzten Monaten/ Jahren.
Trotzdem kommen die Stimmungsschwankungen immer häufiger, ich fange an wieder Sachen infrage zu stellen, mache mir wieder Leistungsdruck und habe mich wieder auf die Waage gestellt, nur um zu merken, dass ich 4kg in einem Monat zugenommen habe. Ich bin wütend und traurig darüber, dass diese ganze Gedankenscheiße schon wieder anfängt, denn gerade bin ich schon wieder am Hungern. Ich bekomme nächste Woche etwas Amphetamin-artiges von meinem Psychiater verschrieben, da der Heißhunger vom Seroquel oder einem der anderen Medikamente kommen kann, ohne die ich aber total instabil wäre.
Irgendwie gruslig, so abhängig von den Chemiekeulen zu sein, andererseits gibt mir das manchmal ein wenig eine Trash-Stimmung, dieser Hauch von "mir ist alles egal" ist auch ein wenig berauschend.
Trotzdem bleibt noch genug Druck, den ich mir selbst mache, ich habe schon wieder das Gefühl, mein ganzes Leben versaut zu haben, nur weil ich ein Jahr wiederholt habe und mein Schnitt wohl auf 2,2 oder so rauslaufen wird.
Ist das nicht total hirnrissig?
Das ironische ist, dass ich das doch alles ganz genau weiß, trotzdem bin ich in diesen Mustern total eingewickelt und gefangen - bis ich mich davon befreien kann, wirds wohl noch dauern.

Mit Alex fühlt sich alles so schön vertraut an, das tut wirklich gut. Auf der anderen Seite weiß ich nicht so wirklich, was das, das wir da haben ist, denn er hat ein sehr krasses Verständnis von Beziehungen. Er hat mir auch gesagt, dass es ihm nichts ausmacht, wenn ich mit jemand anderem was habe, das würde nichts an seinen Gefühlen für mich ändern, es würde ihn nicht verletzen.
Hört sich wohl für einen Außenstehenden ziemlich nach Arschloch an, aber er wäre der letzte Mensch, der das wäre. Ich weiß nur nicht, ob dieses Beziehungsverständnis lediglich zum Schutz vor Verletzungen dient oder ob er diesbezüglich wirklich so locker ist.

Bezüglich WG existiert für mich momentan gar kein Leben, da ich entweder lerne, schlafe oder unterwegs bin... ich würde gerne mal wieder richtig kochen, aber ich hab gar keine Zeit, zumindest bilde ich mir das ein. Zeit für diesen Post habe ich ja anscheinend doch gefunden. Morgen ist Endspurt, dann hab ich erstmal alle Klausuren für dieses Jahr geschafft - ich würde mich so gerne darüber freuen und mich entspannen, aber ich weiß, dass die Aufgaben damit nicht abflauen. Da wäre meine GFS in Ethik (zum Thema Sterbehilfe, haha, wie makaber - ich werde meine eigene Meinung sicherlich nicht einbringen, sondern es neutral halten, denn auch wenn meine Ansicht durchaus differenziert und vermutlich allen Gegenargumenten widerstreben würden, wäre mir die Gefahr immer noch zu hoch, dass da Gerüchte aufkommen), arbeiten über die Weihnachtsfeiertage, Geschenke kaufen, die Wohnungsübergabe (für meine alte Wohnung), Stoff nachlernen, den ich verpasst habe, usw.
Irgendwie möchte es einfach nicht abflauen und ich bin so unheimlich gestresst - man siehts mir schon richtig an, meine Haut platzt auf, obwohl ich täglich bestimmt 5* Creme drauf haue und meine Augenringe bewegen sich langsam in Richtung Mundwinkel.
Was würde ich für eine Auszeit geben - vielleicht wird dann auch meine Stimmung wieder besser.

So far...




Mittwoch, 21. November 2012

Yann Tiersen, die Dämmerung und die Übermengen an Nahrung in meinem Bauch verklären meinen Kopf und die ganze rationale Scheiße, die ich schreiben könnte, entspräche gerade nicht im geringsten dem, wie ich mich fühle. Ich will frei sein. Ich bin es nicht, ich werde es nie sein. Diese beschissenen Fesseln, sie werden wieder enger, meine Stimmung wird gedämpfter und ich fühle mich wie aus meinem Kurzzeit-Traum zurück in die Realität gerissen. Denn in dieser bin ich nicht glücklich, nicht hemmungslos und frei, sondern verklemmt, oberflächlich und müde.

Wie gerne würde ich jetzt einfach nur schlafen, tief und fest. Aber stimmt ja, da war ja was: heute muss ich noch lernen und zur Mitgliederversammlung der Jusos, um mich als Delegierte aufstellen zu lassen.
Je mehr Pause ich mir nehme, desto mehr Druck gibts als Quittung.

Irgendwie ist das ein verdammter Rückschritt, so ein Post.

Ich vermisse die Geborgenheit meiner Krankheit, der Kliniken, die Fürsorge meiner Therapeutin.
Jetzt geht es mir ja gut. Jetzt komme ich ja alleine klar - Neinneinnein, so schnell geht das nicht. Ich fühle mich, als ob ich gerade Radfahren mit Stützrädern gelernt hätte und jetzt gleich ohne diese Hilfe weiterfahren soll.


Samstag, 10. November 2012

Ich lebe schnell, bin nur noch selten in meiner WG. Einerseits schade, weil ich gern mit den Leuten machen würde, andererseits ist das Gefühl einfach nur geil, mal hier und mal dort zu übernachten, nachhause zu hetzen nur um gleich zum nächsten Termin loszugehen, zwischendurch was für die Schule lernen, politische News aufsaugen und Fahrstunden nehmen. Das ist alles so spannend und aufregend, auch wenn nicht alles reibungslos läuft.
Ich bin froh, dass ich so viel zutun habe, zu viel Leerlauf zieht mich runter. Trotzdem ist mir klar, dass ich das nicht auf Dauer so machen kann, denn irgendwann rebelliert der Körper wieder und ich weiß, wo das enden kann.
Ich bin dennoch unheimlich froh, mit voller Überzeugung und von Herzen sagen zu können: "Da will ich nicht mehr hin", denn das ist etwas, das ich (inzwischen schon) Jahre nicht mehr geschafft habe. Und gottverdammt, ich liebe mein Leben, wie es im Moment ist.

Jetzt gehe ich arbeiten, ich bin in der Frankfurter Alten Oper als Kellnerin beim Sportlerpresseball (sau geil!).
Ich bin schon ein wenig aufgeregt, weil ich bisher nicht viel mehr als Gläser abräumen gemacht habe, aber mehr als blamieren kann ich mich ja nicht - und inzwischen habe ich genug Selbstbewusstsein aufgebaut, um mich dafür nicht fertig zu machen, sondern es als Erfahrung aufzunehmen.
Eine Klassenkameradin hat einen Spruch auf ihr Handgelenk tätowieren lassen: "Never a failure, always a lesson" und ja, so ist es.

Ich würde euch so gern ein Stück von diesem Lebensgefühl zeigen, weil die Worte verglichen damit alle so leer sind... und bestimmt einige hier sind, die genauso sehr am Boden sind, wie ich es einmal war - aber glauben kann man diesen Wandel nur, wenn man ihn selbst erlebt hat.

Liebe, liebe, liebe es.


Donnerstag, 8. November 2012

Meine "alles ist so geil"-Stimmung klingt langsam ab, es kommen wieder Rückschläge dazu, zum Beispiel schulisch, da meine Konzentration nicht die Beste war und ich nur eine bestimmte Zeit lernen durfte (--> um meinen selbstauferlegten Leistungsdruck zu mindern).
Aber ich finde ich gehe mit allem trotzdem ziemlich gut rum, ich gebe mich dem kindlichen Trotz nur noch kurz oder gar nicht mehr hin und arbeite daran, positiv zu denken.

Ich bin stolz, doch nicht weil alles so gut läuft, ich bin stolz, weil ich nicht aufgebe, weil ich an mir arbeite. Weil es mir nicht zugeflogen ist, sondern es mein eigenes Werk ist.

Dienstag, 6. November 2012

Ich weiß nicht wie mir wird, als ich die SMS meiner Therapeutin lese: "Gratuliere Dir! Ihr seid ein süßes Paar:-)"

Sind wir das?
Ist die Auffassung, dass wir ein Paar sind seine oder ihre?!

- Alex hatte heute Sitzung, es war okay, aber doch seltsam für mich, dass er es erzählt.

Ich bin immer wieder kurz davor schallend zu lachen, die Situation als Gesamtes ist so... irreal und skurril.

Irgendwas zwischen Freude, Erleichterung, Verwirrung, Angst und Übelkeit, nicht weiter spezifizierbar macht sich in mir breit.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ich bin so zufrieden. Irgendwie läuft alles einfach so gut!
Und damit ist jetzt nicht die Sache mit Alex gemeint, nein, der ganze Rest.

Ich arbeite (und das gerne!), gehe abends mit Freunden weg, habe mit so vielen Leuten wie noch nie zu tun und das alles macht so viel Spaß. Ich fühl mich wirklich fast wie ausgewechselt im Gegensatz zu vor einem dreiviertel Jahr und ich hätte nie gedacht, dass es mir mal wieder so gut gehen wird, vor allem nicht in der Ferienzeit.
Mir ist bewusst, dass vieles noch verbesserungswürdig ist - aber hey, gibts sowas nicht bei jedem? Ich weiß nicht woher ich diese Gelassenheit plötzlich habe, aber damit es ist alles so viel einfacher!

In nicht mal einer Stunde habe ich Schlüsselübergabe für mein neues Zimmer, ich ziehe wahrscheinlich noch diese Woche um! :)

Sonntag, 28. Oktober 2012

Ich bin ein wenig sprachlos, aber in meinem Kopf schreit alles. Nicht, weil alles so schrecklich ist, nein, einfach nur weil alles so kompliziert, durcheinander aber auch echt aufregend ist.

Ich will versuchen es euch zu erklären, weil ich es gerade einfach keinem erzählen kann, die Anonymität ist mir hier gerade ganz angenehm.

Damit ihr das versteht, muss ich jetzt etwas weit ausholen.
Also, meine Therapeutin hat so ein "Patensystem" bei sich eingeführt. Klingt seltsam, ist aber einfach nur ein: Vernetzen wir alle meine Patienten, vielleicht bilden sich ja Freundschaften. So habe ich mehrere Leute kennengelernt, unter anderem einen Freund von mir (nennen wir ihn mal Alex), der mich auch zu den Jusos geholt hat. Ich verstehe mich wirklich super bei ihm und irgendwie ist das total cool so, das Verhältnis von uns Patient-Patient-Therapeutin zueinander, nächste Woche gehen wir alle mit dem Mann meiner Therapeutin beim Italiener essen. Das Beispiel soll einfach nochmal zeigen: Wir verstehen uns alle super und es ist echt locker zwischen uns allen.
Das Ganze ist aber insofern etwas awkward, als dass das Therapeut-Patient-Verhältnis natürlich ein sehr intimes ist und ich nie weiß was Alex erzählt (und umgekehrt), bzw. was unsere Therapeutin so alles weiß. Ein bisschen tricky, aber bei einer normalen Freundschaft ist das ja noch handle-bar.

Ich mit meiner Therapeutin habe davon ganz unabhängig das "Projekt Nähe" am laufen (wovon Alex nichts weiß), da ich ziemliche Probleme damit habe, Nähe sowohl körperlich, als auch emotional zuzulassen (was er wiederum glaube ich gerafft hat). Ich soll also sowas ausprobieren, wie Leute umarmen (herzlich - nicht nur diese Begrüßungs- und Abschiedsumarmungen).
In letzter Zeit wird das auch immer einfacher... ich habe sogar mit einem der Jusos (ergo: auch Bekannter von Alex und unsere Therapeutin kennt ihn vom Namen) etwas rumgemacht, nichts Dramatisches, für andere vermutlich ganz normal, aber für mich irgendwie doch ein Schritt.

Nunja, allgemein bin ich in letzter Zeit generell immer offensiver geworden, ich reize gerne, versuche ein bisschen zu taktieren und zu gefallen.
Gestern habe ich mich mit Alex mal wieder getroffen, wir setzen uns gern mal abends bei etwas Wein oder Sekt zusammen und reden einfach über Gott und die Welt.
Hm, ja... ihr habts vermutlich schon den ganzen Text über vermutet, jedenfalls kamen zu der Freundschaft plötzlich extrem viele Extras dazu, eigentlich so ziemlich alles exklusive Geschlechtsverkehr.
"What are we gonna tell our shrink?" - Haha.... hahahahahaha, gute Frage!
Und jetzt? Ich hab gesagt, dass ich vorerst nicht möchte, dass unsere Therapeutin davon erfährt.

Damit bin ich aber auch nicht so ganz zufrieden... das kann ja nichts werden! Vor allem müsste ich ja dann in den Therapiestunden konstant lügen oder verschweigen, denn um Nähe geht es ja gerade in meinen Stunden!

Aber dann geht das Rattern im Kopf wieder los: Was wird sie denken? War das bitchig von mir? Würde sie einfach nur schmunzeln? ... Was wird eigentlich aus der Sache zwischen mir und Alex?
Ich komm mir vor, wie in der schlechtesten Seifenoper ever!

Ohje, ohje, das ist so kompliziert... bitte sagt mir was ihr machen würdet, wie sich das so objektiv anhört! Ich kann das gerade gar nicht differenziert betrachten!

Donnerstag, 25. Oktober 2012



Von der Arbeit auf dem Weg nachhause, im Auto dröhnt dieses Lied, alles vibriert leicht. Unser Fahrer fährt wie ein besoffener und alles um uns herum ist neblig. Ich habe eine Zusage für ein Zimmer in einer WG mit echt netten Leuten, die Müdigkeit benebelt mich. Ich sauge den Geschmack, den Geruch, das Gefühl ein.

Da ist so viel Freiheit in diesem Moment, ich bin so dankbar, dass ich nun auch wieder so etwas erleben darf.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Gestern geschwänzt, heute nur zur Matheklausur dagewesen - die war übrigens für meine Verhältnisse echt erbärmlich, ich bin froh, wenn ich auf 8 Punkte komme. Meine Konzentration war einfach weg... ich saß vor Aufgaben im Pflichtteil die ungefähr so schwer wie "3+2" waren und trotzdem habe ich nur noch draufstarren können. Als ob in meinem Köpfchen sämtlich Zahnräder durch einen Stock blockiert wären.
Naja... ich soll mich ja meinem Leistungsdruck nicht unterwerfen.

Aaalso... reset:

  • Ab morgen gehts wieder zuverlässig in die Schule, auch wenn ich noch so müde bin (ich hab so das Gefühl, dass es an meinen Tabletten liegt, ich schlafe so viel! Ich sollte echt mal mit meinem Psychiater reden).
  • Ab sofort werden wieder Hausaufgaben gemacht.
  • Ab sofort wird mein Zimmer wieder sauber gehalten
  • Ab morgen geht endlich mein Personal Training los... Sport steht also nichts mehr im Wege (oder eher: jetzt gibs Arschtritte ;)

Ich möchte schon wieder alles sofort haben. Mir reicht es nicht, dass mein Sozialleben gerade ziemlich gut funktioniert, nein, es muss alles klappen. Hach, ich hasse diese Ungeduld mir gegenüber... "Warum kanns nicht perfekt sein?" (Die Ärzte)


Ich suche immer noch nach einer WG und langsam frage ich mich, ob ich nicht doch für die paar Monate hier in meiner aktuellen Wohnung bleiben soll. Lohnt sich der Aufwand jetzt noch umzuziehen? Naja, wenns bis Ende des Monats nicht klappt, gebe ich es wohl auf.

Essenstechnisch ist es im Moment eine einzige Katastrophe, ich esse und esse und esse... und höre damit einfach nicht mehr auf. Mein Gewicht liegt auf Rekordniveau. Aber naja... die aktuelle (*argh, mir fällt das Wort nicht mehr ein... naja, jedenfalls sinngemäß:) Vorgehensweise meiner Therapeutin und mir ist, das Thema soweit wie möglich hintenanzustellen, nicht mehr darüber zureden und zu schauen, was sich daraus ergibt. Also wird das auch mein vorerst letzter Kommentar, zumindest für die kommenden 2 Wochen zum Thema Essen sein.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Ich suche Körperkontakt, ich tanze, für diesen Moment ist mir einfach nur noch alles egal, egal, dass ich den halben Drink über mich geschüttet habe, ich habe keine Angst vor den anderen, ich fühle mich genial und ich weiß, dass es diesmal nicht nur der Alkohol ist der mich enthemmt, denn mein ganzer Tag war ein einziger genialer Rausch.

Meine Ängste werden kleiner, ich werde immer freier!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Da bin ich wieder, nach einem Monat Blogger-Abstinenz.

Ich muss beichten, einmal, als es mir richtig, richtig schlecht ging, war ich wieder kurz hier, wollte posten, weil ich das Gefühl hatte, einfach nicht mehr zu können, so allein auf dieser (in dem Moment) für mich sinnlosen Welt. Ich bin stolz, dass ich es trotzdem nicht getan habe. Ich bin stolz auf mich, dass ich diesen Monat mehr oder weniger durchgehalten hab, denn eins weiß ich inzwischen: Ich darf nicht mehr so hart mit mir ins Gericht gehen.

Eigentlich habe ich mir mehr von diesem Monat erhofft. Er hatte, wie sonst auch, Höhen un Tiefen, aber richtig extrem. Ich hatte den totalen Euphorierausch, hatte trotz Kater einfach nur noch Stolz und Glück in mir, ich habe mich so gefreut, wieder im Leben angekommen zu sein. Ja, mir gings verdammt gut und meine Stimmung hebt sich gerade schon wieder ein wenig, allein weil ich davon schreibe :)

Aber die Tiefen gab es auch. Ich habe es 2-3 Tage nicht mehr gepackt irgendwas hinzubekommen, habe folglich auch meine Medis nicht genommen. Ich sag euch, das war echt nicht mehr feierlich. Ich habe gekotzt, gefroren und mich überhitzt gefühlt zugleich und war einfach nur noch am zittern und heulen (was ich sonst eigentlich nie kann, aber ich habe da einfach so unkontrolliert-hysterisch geheult, dass ich kaum mehr Luft bekommen hab). Ich bin froh, dass das hinter mir liegt und ich bin mir ziemlich sicher: Das passiert mir so schnell nicht nochmal!

Inzwischen hat mich der Schulstress hat mich wieder, ich arbeite jetzt als Kellnerin (von der Bewerbung hatte ich ja schon geschrieben) und ich kämpfe wieder mit "solala-Stimmung", dem Leistungsdruck, den ich mir selbst mache und dem Essen. Ich werde meinen Blog hier weiterführen, ich will weiter aus meinem Leben berichten oder auch einfach nur Momente festhalten.

Was mir allerdings wirklich ein Aha-Erlebnis erbracht hat, war das erstmalige Schauen auf mein Dashboard nach diesem Monat. Bei manchen Blogs habe ich mich einfach nur noch geärgert: Obwohl ich meine verfolgten Blogs schon minimiert habe, habe ich mich trotzdem immer noch bei vielen total drüber aufgeregt, wie ignorant manche Blogger sind.
Jetzt ist die Zeit gekommen, wieder auszusortieren und ich bin mir ziemlich sicher: Mehr als eine Hand voll werden es nicht mehr sein und das ist (jetzt endlich) okay für mich. Denn ich will nicht mehr in dieser Blogger-Welt versinken, ich will mein Leben leben, kein imaginäres.



Montag, 17. September 2012

Was wäre, wenn ich nicht bloggen würde?
Was wäre, wenn ich gar nicht mehr oder nurmehr für mich selbst schreibe?
Brauche ich das Wissen, dass da jemand weit weit weg vielleicht liest, was ich schreibe?

Bin ich abhängig von der Bloggerwelt? Was wäre, wenn ich auch selbst keine Blogs mehr lese?
Was würde dann mein Leben füllen?

Angst vor der Leere. Und absolute Konfrontation.

Ich möchte es versuchen. Einen Monat, bis zum 17.10.2012. Danach gibts ein Resumé, wie es dann weitergeht, entscheide ich dann.
Denn das hier ist mein Leben. Und ich möchte gesund werden. Ich möchte nicht an den Krankheiten festhalten. Ich will nicht vegetieren. Ich will mein Leben auch endlich wirklich leben.


Eigentlich ist es ganz leicht: Iss normal, beweg dich normal, lern normal, triff dich normal

Und warum bitte klappt das bei mir nicht? Bin ich zu doof für Graustufen zwischen Schwarz und Weiß?

Ich fühl mich total überfordert und würd gerade am Liebsten nur noch schlafen. Andauernd hab ich das Gefühl, psychisch total zusammenzubrechen.
Ich hab Hunger, Kopfweh, Schwindel, mir ist übel, ich friere.
Ich hab in Physik 1/4 Jahr nachzuholen, ich muss meine Wohnung putzen, morgen hab ich Vorstellungsgespräch, das betreute Wohnen klappt nicht wie ich es will.

Scheißdreck, MAN.
Warum bekomm ich nichts auf die Reihe?

Edit: Nach der Therapie geht's mir besser. Krass wie sehr sie mich (im positiven Sinne) manipulieren kann!

Sonntag, 16. September 2012

Mein Kopf brummt und ich bin total überfordert. Der Physik-Kurs, in dem ich mein Abi machen möchte, ist viel weiter, als meiner es damals war. Mir fehlt SO viel Stoff! Ich komm dadrauf grad gar nicht klar. Ich will doch gut sein. Ich will doch alles sofort verstehen.
Ich verstehe das neue Thema nicht, weil mir der Hintergrund fehlt.
Ich bin so ungeduldig. Und statt alles nach und nach zu lernen, gebe ich einfach auf.

Da ist sie wieder, die Schockstarre.

Ich möchte eigentlich grad nur wieder essen, essen, essen, PC spielen und schlafen, Schule schwänzen.
Ich werds Abi verkacken. Mir fehlen die Graustufen im Denken. Ich weiß, dass ich mich unnötig reinsteigere, aber ich kanns grad nicht abschalten.
Möchte ich meine Ansprüche denn runterschrauben? Möchte ich nur Durchschnitt sein? Ich bin doch sonst nichts. Grade alles wieder abwärts gerichtet.

Samstag, 15. September 2012

1 Woche mit so wenig PC und so viel Aktivitäten, wie seit Jahren nicht mehr. Die Woche war, im Schnitt, echt gut. Der Start in der neuen Stufe war richtig gut, konnte schon ein paar Kontakte knüpfen.

Nur das Essen klappt nicht so richtig, ich spare schon wieder an allen Ecken ein, esse nichts Warmes mehr ("und wenn schon nichts Warmes, dann muss es ja auch nicht so viel sein" *Augen roll*) und auf der anderen Seite dann Essattacken, aber mit eigentlich echt wenig Kalorieninput und auch seltener als sonst.
Trotzdem geht mein Gewicht hoch und hoch und hoch. Ich hab Angst, dass es von meiner Medikation kommt, denn ich hatte schon sehr viel exzessivere Zeiten bzgl. Essattacken und da ich ja nicht erbreche, ist klar, dass zunächst mal der Mageninhalt 1-2kg mehr auf die Waage bringt. Im Moment gehts aber nach ner Essattacke, nicht mehr so wie sonst, runter, sondern das Gewicht stagniert, bis es vom nächsten Anfall weiter in die Höhe getrieben wird.

Und was auch noch ein dickes, fettes Manko ist, dass ich hier seit ner Woche rumkränkele. Wollte nie zuhause bleiben, weil aus krank dann ganz schnell "krank" (aka keinen Bock) wird und das will ich erst gar nicht anfangen.

Heute hab ich wieder ein kleines Tief. Der Tag hat mit essen, essen und nochmal essen begonnen und jetzt sitze ich faul vorm PC. Eigentlich sollte ich Kafkas Proceß lesen, aber meine Konzentration ist grauenhaft schlecht. Und jeden Satz 3 Mal lesen zu müssen, ist echt frustrierend.
Naja, heute Mittag gehe ich mit einer Freundin und ihrem Freund auf den Flohmarkt, ich hoffe, dass das meine Stimmung wieder hebt.
Danach darf ich mich mit meiner ehemaligen Betreuerin treffen, sie hat mir ne neue Betreuung organisiert, die aber noch nicht verbindlich geregelt wurde. Sie meinte, dass sie deswegen mit mir reden muss und dass besser wäre, das persönlich, als am Telefon zu machen. Also gehts heute Nachmittag Café mit ihr trinken.
So durcheinander, wie sie am Telefon klang, kanns nichts Gutes sein.

Dienstag, 11. September 2012

Ich hasse es, ich hasse es, wie trist alles schon wieder wird. Gestern hab ich noch geschrieben, dass ich keine überemotionalisierten Posts mehr schreiben will, aber ich weiß grad nicht wohin mit dem vielen Grau, das alles vereinnahmt.
Mir ist im Moment alles gleichgültig, alles egal. Mit Ausnahme der Zeit - Die geht mir nämlich zu langsam rum.

Noch eine Zeitstunde, bis ich mich auf den Weg zur Schule machen kann. Noch 3 Stunden, bis ich mich auf den Weg zu meinem Psychiater machen kann. Ich bin froh, ihn wieder zu sehen.

Ich hoffe, ich bekomme Ritalin angesetzt, denn vom Truxal, Seroquel und evtl. auch vom Venlafaxin bin ich so gepuffert, dass ich mich nicht mehr gescheit konzentrieren kann.
Und irgendwie hats ja auch schon fast Stil, diese hässlichen Tablettenboxen immer weiter zu füllen.

Und noch 8 Stunden, bis ich meine potentielle neue Betreuerin kennen lerne.
Und noch 11 Stunden, bis die Juso-Sitzung ist.
Und noch 13 Stunden bis ich schlafen kann.

Und noch 21,5 Stunden, bis der ganze Scheiß von vorne beginnt.
Schöne Aussichten.

Shit


Montag, 10. September 2012

Ich bin die letzten Tage immer wieder in Versuchung, alles total schwarz-weiß zu malen und aus diesen Stimmungen heraus, zu posten.
Aber ich möchte das nicht, ich will nicht alles dramatisieren, ob ins Positive oder Negative.
Bei mir schwankt alles hin und her, für den einen Moment hab ich das Gefühl, alles auf die Reihe zu bekommen und bin mir sicher, dass ich das diesmal alles klappe, nur um dann einige Minuten später wieder unten zu sein und mir schon sicher bin, dass ich es nicht schaffe und mir überlege, dass es ja dann auch sinnlos wäre weiterzuleben, weil wird ja eh nie klappen.
Nerv!
Distanzieren von den Stimmen im Kopf ist wohl angesagt.

Heute war der erste Schultag und der war verdammt anstrengend. Mir fällt es so schwer, in Kontakt zu kommen und zusätzlich dazu bin ich ja körperlich auch ziemlich angeschlagen.
Ich frag mich, ob das was Psychosomatisches ist, das letzte mal wurde ich auch krank, als der (selbstgemachte) Druck zu groß wurde.
Sonst werde ich eigentlich echt selten krank.
Naja, langsam wirds auf jeden Fall wieder besser.

Und so schleppe ich mich von Tag zu Tag *dadüm*

Freitag, 7. September 2012

Über Nacht hab ich mir n Schnupfen eingefangen, dazu eine wunderbar matschige Birne.

Mir ist aufgefallen, dass mein Problem nicht die Aktivitäten sind, sondern die Leerlaufzeiten. Ich kann nichts, nichts, aber auch gar nichts mit mir selbst anfangen. Ich muss immer irgendwo rumrennen, wenn ich nichts zu tun habe, gehts mir mieß.
Da such ich mir halt Fluchtwege, wie wärs beispielsweise mit Essen? Aaaah, das kommt mir doch bekannt vor.
Wie wärs mit Computer spielen? Oooooh.

Ja, ich glaube ich habe ein Problem damit, mich mit mir selbst zu beschäftigen.

Ich fühle mich auf diesen 20qm meiner Wohnung gleichzeitig so verloren aber auch erdrückt, wirklich beschissen. Ich weiß echt nicht, was ich tun soll. Heute bin ich sinnlos in der Gegend rumgelaufen, hab gegessen, noch mehr gegessen, geschlafen und im Internet rumgesurft. Suuuper.

Das Einzige, was zu tun wäre, wovor ich aber totale Angst habe ist: lernen.
Scheiße. Wenn ich nur daran denke, dass es am Montag wieder los geht und ich Notendruck habe, dreht sich bei mir der Magen um. Das alles macht mich schon fertig, bevor es wirklich losgeht.

Und was hab ich heut Abend vor? Genau, schlafen.

Ja, es tritt gerade ziemlich genau das ein, was rechts unter meinem Namen und dem schicken Bildchen steht.
Fail (diesmal nicht better).


Uh, Sekt hilft gut, das Leben im Rausch ist doch gleich 26* schöner.

Donnerstag, 6. September 2012

Der Sekt ist rosé, meine Welt ist es nicht.
Apotheken-Einkauf für 180€,
ich frage mich, wie viele Kalorien die ganzen bunten Pillen wohl haben. Egal, Essanfall.
Wohne mitten im Geschehen, lebe isoliert. Niemand schreibt, nicht mal zurück.

Hach hab ich sie vermisst, diese herrlich dunkle Welt. I just don't care.

Lächeln. Ich wusste, dass es darauf hinausläuft.
Ich bin selbst schuld, das weiß ich. Und ich weiß auch, dass es mit genau gar nichts bringt, das schriftlich festzuhalten. Und ich machs trotzdem, warum auch immer.

Mittwoch, 5. September 2012

Der erste ganze Tag zuhause. Wieder bei meiner Therapeutin gewesen und gestrahlt. Die Rezepte vom Hausarzt geholt, freundlich gelächelt. Zuhause meine Lampe zusammengebaut, niedergeschlagen.

Ich weiß, ich schreib euch nicht Unbekanntes damit, aber es ist grade so anstrengend. Ich bin schon wieder am Zweifeln. Kann ichs überhaupt schaffen? Bin ich ein hoffnungsloser Fall?

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, dass ich wieder bei meiner Therapeutin bin. Ich hab Angst, dass sie mir eher schlecht, als gut tut. Ichhab Angst, dass ich mit ihr nur an der Oberfläche kratze und eigentlich nur auf den nächsten Zusammenbruch warte.
So kommts mir zumindest grad vor :(

Donnerstag, 30. August 2012

Das letzte Chef Einzel.
Die letzte medizinische Sprechstunde.
Das letzte Einzel.

Es hat schon wirklich etwas Melancholisches. Ich war noch nie mehr als 4 Monate außerhalb meiner Heimatstadt und jetzt soll ich dahin zurück.
Wieder dort einziehen, wo ich das größte Tief erlebt habe, wo ich meine Arme für immer verunstaltet habe.
Wieder in die Schule gehen, die viel zu viel mitbekommen hat.
In die Klasse, vor der ich Angst habe.

Aber nicht alles, das auf mich zukommt, ist schlecht. Und die Zeit hier in der Klinik war auch nicht super toll, auch wenn mein Gefühl mir das gerade verklickern will.

Ich habe auch echte Chancen.
Selbst wenn ich mit meiner Klasse nicht klar komme, das ist nicht die einzige Plattform, um Leute kennen zulernen. Ich möchte mit Basketball wieder anfangen, das ist Numero Uno. Dann noch die Jusos, Numero Due und evtl. auch Fahrschule, Numero Tre.
Na also, alles nicht so schlimm.

Meine Wohnung habe ich inzwischen total schön eingerichtet, wenn ich mich ein wenig am Riemen reiße, wird das schon klappen. Außerdem ist das ja eh nur ne Übergangslösung, bis ich einen WG-Platz gefunden habe.

Zahme Vögel träumen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.

Mittwoch, 29. August 2012

Meine Therapeutin hier ist wirklich Gold wert.
Traurigkeit ist für mich nichts, was alltäglich ist und nach über 4 Monaten habe ich das erste Mal ein wenig davon mit ihr teilen können. "Ich glaube das ist ein großes Privileg, dass Sie mir davon erzählen. Danke dafür."
Ich finde es so schade, dass ich nächsten Dienstag entlassen werde, ganz abgesehen davon, ob ich glaube, dass ichs schaffe oder nicht. Die letzten Stunden konnte ich so gut mit ihr arbeiten und ich habe wirklich Vertrauen zu ihr fassen können.
Jetzt bleibt nur noch eine Stunde.

Und das ängstigt mich...

Montag, 27. August 2012

Ich finde es faszinierend, wie schwarz-weiß mein Denken ist. Geht es mir schlecht, kann ich mir die schönsten Gedanken machen, aber sie scheinen so aussagelos.

Was ich an diesem Wochenende zuhause gemerkt habe, ist, dass das Leben außerhalb der Klinik im Vergleich noch viel härter ist, als ich dachte.
Ich habe wirklich Bedenken, ob ich den Absprung jetzt schon schaffe.
Das Wochenende war.... nicht unbedingt grauenhaft, denn es gab auch positive Momente, aber ziemlich... heftig.
Ich habe gemerkt, wie mich Kleinigkeiten total aus der Bahn werfen, ich habe Achtsamkeit geübt und Enttäuschung gespürt.
Ich habe gemerkt, dass es mir schwer fällt Grenzen zu ziehen und ich hatte seit Langem das erste Mal (bzw. habe) diese beschissenen, übertriebenen kreisenden Gedanken bezüglich Kleinigkeiten, die ich falsch gemacht habe.

Wenn ich jetzt, auf der Heimfahrt drüber nachdenke, dass ich in eineinhalb Wochen wieder komplett zuhause bin, wird mir echt schlecht. Ich hätte am Liebsten schon heut Morgen den Besuch abgebrochen, mein Ticket hat aber leider Zugbindung.
Und wenn mich ein Wochenende schon so umhaut, wie wird das dann mit der Schule?

Ich fühle mich wie ein hoffnungsloser Fall. Ob ich das sein will? Vielleicht.
Auf der einen Seite möchte ich, dass mir einfach mal jemand sagt, dass mein Empfinden nicht total verrückt ist und es wirklich scheiße um mich steht, nur um dadurch einen Grund zu haben, völlig abzuschließen.
Dass das eine Flucht in Gedankenkonstrukte ist, ist mir bewusst.
Auf der anderen Seite möchte ich endlich aus dieser scheiße raus. Ich wünsche mir einfach, dass mir mal jemand glaubwürdig vermitteln kann, dass alles wieder gut wird. Oder wenigstens wieder gut werden kann...

Jetzt bleibt es mir nur noch, die Tage bis zur (vermeintlichen?) Katastrophe runterzuzählen.

Sonntag, 26. August 2012

Plötzlich werde ich wieder überfallen. Ich habe gerade einfach nur höllische Angst, vor meiner Entlassung, aber vor allem vor meinem Leben.
Ich pack den Alltag nicht allein, ich fühl mich so kaputt!

Und ich kann nichtmal unauffällig verschwinden, ich habe meinen gesamten Tag mit anderen Leuten zusammen verplant.

Der Freund von einer Klassenkameradin hat sich aufs derbste an mich rangemacht. Befummelt und geküsst, traurige Premiere für mich.

Ich bin so durcheinander, ich wünsche mir Halt.

Samstag, 25. August 2012

Es tut so gut im Zug zu sitzen, Nachrichten zu lesen, Musik zu hören und den angenehm warmen Kaffee im Bauch zu spüren, der schwarz so wunderbar intensiv nach Leben schmeckt. 2,80 für einen Becher Deutsche Bahn-Kaffee, aber das gilt es zu feiern, also gebe ich auch noch Trinkgeld drauf.

Ich fühle mich so herrlich normal. Ich freue mich auf zuhause, wirklich. Dieses Wochenende werde ich meine liebsten Freunde wieder sehen, dieses Wochenende wird die Vorbereitung auf meine Entlassung.

Nach Monaten harter Arbeit, sind solche Momente einfach nur Zucker.
Mir geht es noch lange nicht gut und geheilt bin ich schon gar nicht, aber nachdem ich vor einem Jahr noch meinte, mein Leben gleiche einer "sin(x) - x" Funktion, so kann ich jetzt sagen, dass ich dabei bin, die Kurve an der x-Achse zu spiegeln! :)

Dienstag, 21. August 2012

Mal wieder sitze ich in der Gruppe, mein Kopf pflaumt mich an: "Idiot", "Gefühlslegastheniker" und ich kann ihm nicht widersprechen, denn eigentlich weiß ich ganz genau, dass er recht behält.

Ja, ich hab mich entschieden, ich werde, sofern das Jugendamt mitspielt in betreutes Wohnen gehen. Ist ja nicht so, dass es schonmal daneben ging, nein. Ich finde das total super. Und ich bin geschockt wie besessen ich von Geld sein muss, wenn ich meine Gesundheit als weniger wertvoll einstufe.

Egal, egal, wir rennen grinsend ins Verderben, denn was sollen wir sonst tun? Ich und die Stimme in mir, die mich fertig macht, die Stimme, die in letzter Zeit wieder präsenter wird.

ich warte wirklich nur noch auf den nächsten Psychiatrie-Aufenthalt. Nein, ich habe gerade jetzt keine Hoffnung mehr. Auch der Baileys hat sie mir nicht einflößen können.

Sagt mir doch einfach, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin, sagt es mir, anstatt mich zu quälen, indem ihr mir immer wieder ein schwaches Fünkchen Hoffnung implementiert, nur damit ich wieder zusehen kann, wie es in der kalten Umgebung meiner selbst wieswe erlischt.

Mir ist kalt, dabei hat es über 30° Außentemperatur.

Sonntag, 19. August 2012

Ich finde keine Worte mehr um zu umschreiben, deshalb nur kurz die Fakten:

- Verlängerung bekommen
- Station ist voller Vollidioten
- Soziale Phobie Expo-Tag erfolgreich absolviert
- Betreutes Wohnen, kostenlos vs. allein wohnen, kostenlos, vs. therapeutische WG, 130€/ Tag
- Keine Lust mehr
- Hitze
- Essanfälle
- Kopfschmerzen
- Absolut egal
- Hallo Phil

Montag, 13. August 2012

Ich glaub die Platte meines Lebens hat einen Sprung. Ich laufe mit lachender Fresse in die offene Klinge.

"Also nur weil sie jetzt nichts haben, wo Sie hin wollen oder können, können wir den Aufenthalt nicht mehr verlängern. Es gibt ja auch gar keine Therapieziele mehr, das können wir vor der Krankenkasse nicht rechtfertigen."

Na, wer ließt mich so lang, dass ihm das bekannt vorkommt?
Nur gut, dass mich niemand gefragt hat, wies mir geht und ob ich noch Ziele habe.

Und lasst mich raten, in 10 Tagen werde ich mich in meiner Einzimmer-Wohnung wieder finden und nach 5 Wochen, die ich dort versunken bin, darf ich die lieben Leute in der Psychiatrie wieder besuchen kommen.

Ich hab keine Lust mehr auf den ganzen Scheiß. Das ist so lächerlich. Alle haben sie mir gesagt: "Man wird nur entlassen, wenn man soweit ist oder nicht mehr mitarbeitet."
Ich muss einfach nur noch hämisch Grinsen. Ich kenne euer Spiel, ich kenne es.


Freitag, 10. August 2012

Es lässt sich so schwer beschreiben, dieses Gefühl, wenn jede einzelne Minute sich wie Kaugummi zieht und nicht mehr enden will.
Ich fühle mich total beklemmt und eingeengt. Ich habe Angst, dass es so weiter geht, dass dieses Gefühl nicht mehr weichen will und ich wieder einen Essanfall starte, nur um kurze Zeit Ruhe davon zu haben.

Ich will in diesen Momenten einfach nur noch, dass ich tief und fest schlafen kann, von mir aus bis zum St. Nimmerleinstag.

Kann nicht still sitzen, will mich nicht bewegen, endloser Kampf mit mir selbst.

Mittwoch, 8. August 2012

Still bin ich, weil meine momentane Situation den Mund verschließt und meine Hände fesselt.
Mein Tag besteht aus kaufen, essen und schlafen, ich bewege mich nur zwischen Dysfunktionalitäten hin und her.
Ende August soll ich entlassen werden, Anfang September wieder in die Schule gehen.
Die Einrichtung, in die ich wollte, müsste ich mit meinem eigenen Vermögen finanzieren, 133€ pro Tag, anberaumte Aufenthaltsdauer liegt bei einem Jahr. Dafür, dass ich nicht mal weiß ob es mir wirklich hilft, ne ganze Menge.
Ich hab da abgesagt.
Jetzt muss ich warten, bis meine Sozialarbeiterin vom Jugendamt aus dem Urlaub zurück kommt, das ist genialerweise erst am 10. September.
Got the problem? Genauuu, ohne sie läuft nichts, aber auch gar nichts in Richtung Finanzierung.
Und nu? Selbe Scheiße von vorne? Wieder in meine EZW, um nach 5 Wochen in der Psychiatrie zu landen?

Mir macht das so einen Druck, dass ich mich schon jetzt frage, wie das mit dem Notendruck in der Schule werden soll... das kann ja heiter werden.

Sonntag, 5. August 2012

"Wach auf", möchte ich mir am Liebsten selbst zuschreien und mich durchrütteln.
Es gibt so viel Schönes im Leben, gottverdammt, man braucht keinen höheren Sinn, um glücklich zu werden. Leb den Moment! Geh feiern, iss, lass dich einfach mal emotional fallen. Probier etwas Neues aus, statt die Destruktion zu perfektionieren.

Ich würde mal wieder alles so gern umschmeißen: Die Klinik abbrechen, in eine neue Stadt ziehen und einfach leben. Lebendigkeit schmecken.



Ich möchte meine Ängste überwinden, lernen, lieben und mich lieben lassen. Grenzen ausreizen, Dummheiten machen.

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, 
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. 
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, 
ich würde mich mehr entspannen, 
ich wäre ein bischen verrückter, als ich es gewesen bin, 
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen, 
ich würde nicht so gesund leben, 
ich würde mehr riskieren, 
würde mehr reisen, 
Sonnenuntergänge betrachten, 
mehr bergsteigen, 
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen, 
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten; 
freilich hatte ich auch Momente der Freude, 
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte, 
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben. 
Falls du es noch nicht weisst, 
aus diesen besteht nämlich das Leben. 
Nur aus Augenblicken; 
vergiss nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte, 
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen. 
Und ich würde mehr mit Kindern spielen, 
wenn ich das Leben noch vor mir hätte. 
Aber sehen Sie ... ich bin 85 Jahre alt und weiss, 
dass ich bald sterben werde.
- Jorge Luis Borges,  "Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte..."

Es weckt Sehnsüchte.
Ich will, begehre diese Unbeschwertheit.
Ich will mehr länger krank sein.
Ich will leben.
Ich will Spaß haben.

Wieder mal ein Motivationsschub. Vielleicht klappt es ja diesmal. Und wenn es nur ein bisschen klappt - Jedes mal ein Schritt vorwärts. Immer ein bisschen besser, als noch einen Monat zuvor. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber das ist es wert!

Menschen, die loslassen, sind oft die glücklichsten.

Das Auf und Ab geht weiter. Ja, es gibt auch Aufs. Ich kann davon nur leider nicht authentisch erzählen, weil grade alles wieder in Dunkelheit getaucht ist. Aber ich werde diese Gefühle definitiv auch bald mal zu Papier bringen.

Die Sinnfrage überfällt mich im Moment wie ein riesiges Monster, plötzlich ist alles wieder sinnlos. Wozu rausgehen, wozu Spaß haben, wozu gesund werden?
Gesundheit - Das ist doch eh Utopie. Das kann ich nie erreichen.
Dieser Glaubenssatz fühlt sich wie in Stein gemeißelt an und nimmt mir alles... wenn auch nur temporär.

Wozu dem Essdruck widerstehen? Wozu auch nur noch irgendetwas tun? Warum nicht alles beenden?

Ich bin von mir selbst unheimlich genervt, ich kenne diese Gedanken alle so, so, so gut und ich weiß ganz genau, dass das wieder vorbei geht, aber mein Verstand hat keine Kontrolle über meine Gefühle. Da kann mir keiner helfen, nicht mal meine Therapeutin. Und das tut unheimlich weh. Ich fühle mich so allein und mir selbst ausgeliefert.

Freitag, 3. August 2012

Und plötzlich bricht wieder alles ein. Mir ging es heute morgen gut, ich war optimistisch, hatte ein motivierendes Einzel und habe mich fest dazu entschlossen, der Einrichtung heute zuzusagen.

Dann hab ich die Mail von meinem Vater gelesen - Die Jugendhilfe wird nicht vom Staat finanziert, sondern von MEINEM Vermögen. Ich hab um die 40.000 und die 3000-4000€/ Monat gehen erstmal davon ab. 1 Jahr Mindestdauer. Super.
So oberflächlich es sich anhört: DAS will ich nicht. Dann wohne ich lieber allein und zerbreche, als dass ich das Risiko eingehe, dass mir die Einrichtung auch nicht hilft und ich dann nicht nur noch psychisch am Arsch bin, sondern auch noch blank.

And here we are: back down to earth

Es fühlt sich an, als ob mir etwas entrissen worden wäre... dabei besaß ich es nie.

Mittwoch, 1. August 2012

Meine Gefühle spielen verrückt... vom Hoch ins Tief, wieder aufwärts, nur um wenige Minuten später wieder die Talfahrt anzutreten.

Freudig, gleichgültig, überrascht, optimistisch, zickig, hoffnungslos, kalt, liebevoll, gleichgültig - das war ich an diesem seltsamen Tag.

Ich habe eine Einrichtung besichtigt, die mir abgesehen davon, dass sie 45 Minuten von der nächsten Großstadt entfernt ist, wirklich zusagt. Aber ich bin Stadtkind! Wenn ich doch sowieso Probleme habe, Freundschaften zu pflegen und meinen Tag zu gestalten, wie soll das dann in der Pampa werden?
Bis Montag soll ich mich entscheiden.

Der Rest des Tages nervt mich einfach nur an.
Meinen Verhaltensmustern, die ich doch so gut als falsch identifizieren kann, verfalle ich trotzdem.
Meine Eltern hab ich mal wieder wie in "guten alten Zeiten" schön zur Sau gemacht. Dabei waren die auslösenden Sätze wirklich Kleinigkeiten, von denen mir selbst in der Situation klar war, dass sie nur so eine Wirkung auf mich haben, weil mein Selbstwert so unterirdisch ist.


Ich fühle mich mir selbst teilweise wirklich ausgeliefert. Die Diskrepanz zwischen meinem Wissen und meiner Gefühlswelt ist so riesig und ich kann dagegen nichts tun! Die reflektiertesten Gedanken bringen mir absolut nichts, wenn meine Gefühle mich übermannen. Das ist langsam wirklich nur noch Eines: ernüchternd.

Montag, 30. Juli 2012

"Ich fühle mich hilflos", sagt meine Therapeutin.
"Muss ich mir Sorgen machen, dass Sie sich etwas antun?"
Kopfschütteln
Kopfkino, was wäre, wenn ich einfach ehrlich bin? Dass ich nicht nur keine Lust und keine Kraft mehr habe, um zu kämpfen, sondern mir nichts sehnlicher wünsche, als dass es aufhört?
Nein, ich will nicht in die Psychiatrie. Ich will nicht in der Klinik bleiben und nicht nachhause, ich will, dass es endet.

Es fühlt sich alles an, wie eine nicht enden wollende Qual. Ich werde nie gesund werden, mir wird es nie gut gehen. Das Leben, das "normale" Menschen haben, will ich nicht. Ich will auch kein anderes.

Ich stelle fest: Egal was - alles scheiße, so kindisch und ignorant sich diese Aussage auch anhört.

Und nichts und niemand kann mich da rausholen. Nicht solange ich verweigere und das tue ich... leider.




Sonntag, 22. Juli 2012

"No more tears, my heart is dry,
I don't laugh and I don't cry"

"One day baby, we'll be old"

Sure?

Ich recherchiere nach weiteren Kombinationen, die zum sicheren Tod führen, erweitere mein Repertoire bis ins Unerschöpfliche. Ich weiß nicht, was das Quäntchen ist, das noch zur Ausführung fehlt, ich weiß nur, dass ich die Einzige bin, die mich davor bewahren kann.
Ich möchte mir keine Hilfe holen, nicht wieder um Aufmerksamkeit betteln. Es würde sowieso nur auf: "Haben Sie es schon einmal mit Skills probiert" und ein "Sie versprechen mir aber, dass Sie sich nichts antun? Wenn nicht, melden Sie sich nochmal!" herauslaufen. Ich kenne das ja zur Genüge.

Ich schiebe einen unendlichen Selbsthass, weil ich von einer Mitpatientin erzählt habe, dass sie wieder zu uns in die Klinik kommt. Ich habe das genau einer Person erzählt. Einige Tage später kam ich mit der Mitpatientin nochmal auf das Thema und sie fragte, ob ichs jemandem gesagt hätte: "Nein" war meine reflexartige Reaktion. "Gut, ich will auch nicht, dass das jemand erfährt"
Und was bekomme ich heute mit? Das Ganze hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet, es weiß JEDER.

Haha, da kann man mir echt nichts Liebevolles mehr zurufen. Wer Scheiße baut, muss mit den Konsequenzen rechnen, nicht?
Ich hasse es Versprechen zu brechen. Einmal habe ich es somit also schon getan. Ein zweites Mal würde ich es tun, wenn ich mich wieder vereise. Ich hab so große Lust dazu.



Donnerstag, 12. Juli 2012

Ich habe gar kein Bedürfnis mehr, mich die ganze Zeit auszuheulen, habe ich doch inzwischen begriffen, dass ich jammern kann, wie ich will, es wird nichts ändern.


Heute Nacht kamen die Dienstärztin und eine Mitarbeiterin um halb 12 in mein Zimmer. Sie machen sich "Sorgen" und haben "von Mitpatienten gehört", dass ich mir "ein Messerset gekauft" habe. Höhö, Tag 1 des Messersets, das nur für Obst gedacht war. Folgende Fragen:
1) Wer zur Hölle hat das mitbekommen, geschweige denn erzählt?!
2) Waaaarum bepissen die sich wegen eines Messersets? Ich hab hier Tonnen von Deo gebunkert, damit kann ich Arme und Beine absterben lassen. Da ist ein Schnitt schon sehr schlimm, im Gegensatz dazu... Suizid durch Schlagader aufschneiden? Entschuldigung, aber ein bisschen Background hab ich schon, Schlagader durchtrennen bringt n Scheißdreck.


Wodka um 8:30, dazu die allmorgendlichen Tabletten.
Keine Angst, da passiert nichts, viel zu wenig für ne letale Dosis.
Ich hasse den Geschmack, liebe die Wirkung <3
In 50 Minuten hab ich Chef Einzel... der Typ ist so panne, dass er bestimmt mal wieder ein: "Sie sind voll auf Medikamenten" ablässt. Ich trinke ja nicht, ist doch verboten ;)

Montag, 9. Juli 2012

Denise, falls du das ließt: Ich hab deine Mail bekommen und mich sehr gefreut! Ich schreibe dir noch zurück.

Wollte hier nur ein kurzes Lebenszeichen von mir geben. Das Wochenende war sehr schön, aber auch anstrengend. Heute gehts mir nicht so gut.
Ich schreibe wieder, wenn ich Zeit und vor allem Muße finde, vielleicht ja noch heute.

Donnerstag, 5. Juli 2012

5:15, nach einer unfreiwillig durchgemachten Nacht hämmert mein Kopf wie wild, ich fühle mich wie in Watte gepackt und mir ist übel. Mein Outfit ist schön sommerlich - natürlich, man ist ja nicht auf Äußerlichkeiten bedacht.

Aber irgendwie bin ich ja selbst Schuld, wer seine Tabletten nicht nimmt, muss mit sowas rechnen.

Der Tag hat zu wenige Stunden für das, was ich alles erledigen muss, erscheint mir aber schon am frühesten Morgen viel zu lang. Jede Bewegung erfordert höchste Konzentration.

Keine Ahnung was mich zu meinem scheiß Verhalten bewegt. Seid euch sicher, dass ich hier keine Party veranstaltet hab, sondern mich in Gedankenkreisen um mich selbst gedreht habe. Nicht angenehm.

Masochismus sagt: "Hallo!" oder so...


Mittwoch, 4. Juli 2012

Es sollte ein Geschenk für 20 Euro werden.

Wurde es auch - abgesehen von den 120€, die ich zusätzlich ausgegeben habe... lachen, überdrehte und aufgesetzte gute Laune.
Scheiß Suchtverschiebung. Zocke ich nicht am PC, habe ich auch keine Essanfälle, verfalle ich der Kaufsucht.
Nein, ich hab keine 4 Paar Schuhe gebraucht.

Die Süchte scheinen so unbesiegbar. Es sind so viele. Alles was ich tue, mache ich extrem. Kann ich nicht mal den verdammten Mittelweg gehen?

Wie ferngesteuert...

Freitag, 29. Juni 2012

Heutzutage trifft man seine Therapeuten nicht mehr auf der Straße, sondern beim plastischen Chirurg. Da soll mir nur noch einmal was von natürlicher Schönheit und Körperakzeptanz erzählen.
Ich fühle mich verletzt, hintergangen. Das ist ein unglaublich riesiger Glaubwürdigkeitsverlust. Ist Körperakzeptanz Utopie? Die, die mir den Lösungsweg predigen, sind selbst kein Stück besser. Ne andere Therapeutin macht Tischbegleitung nur, wenns Fisch gibt, war zu ihrer Schulzeit laut Mitschülerinnen von ihr "unauffällig, eher pummelig", heute auf jeden Fall (stark) untergewichtig.

Und denen soll ich noch was glauben? Wie naiv von mir.

Scheiße, macht mich das gerade fertig. Ich komm da nie wieder raus, es wird nie gut werden, ich renne einem unerreichbaren Ideal hinterher, dem keiner entspricht, aber alle anpreisen. Lächerlich, lächerlich.

"Du bist ja so aufgeblüht"
"Du bist so schön, wenn du lachst"
"Du bist echt wie ausgewechselt"

- Danke, ich weiß dass man mir meine Gedanken nicht immer ansieht.


Guess what? Fickt euch, ihr Therapeuten. Ich soll Expos machen? Yay, ich will nicht. Ich bins Leid, ich bin euch Leid. ICH WILL GAR NICHTS MEHR.
Todessehnsucht? Juhu!

Montag, 25. Juni 2012

Hatte heute Einzel, meine Therapeutin ist zum Glück wieder ausm Urlaub zurück. Bin stolz, dass ich ihr alles erzählt habe, war befreiend. Ansonsten war die Stunde auch sehr verwirrend, mir wird bei jedem Mal aufs Neue klar, dass ich eigentlich gar keine Ahnung von meinen Gefühlen hab. Ich kenne "Selbstfürsorge" nicht, ich kenne nur die vom Verstand aufgesagten "hilfreichen" Gedanken: "Ich darf mich gut fühlen" und Co.
Ich bin total verkopft und das macht vieles so schwer.

Ich hab das Gefühl in der Therapie lediglich im Schneckentempo voran zu kommen, die Hälfte der Zeit sitze ich da und erzähle wirren Stuß, weil ich so schwer erklären kann, was in mir eigentlich vorgeht.
Und irgendwie hab ich immer größere Panik, dass ich hier bald gehen muss.
Warum können alle, alle, alle scheiß strahöende Fotos auf Facebook posten? Warum haben alle tolle Schnppschüsse von Momenten, die schön waren, nur ich nicht?

Right, weil mir der Spaß fehlt. Dumm, verklemmt, unlustig, peinlich, unreif - moi.
Ich komm auf nichts mehr klar, gar nichts.
2 mal beim Blutabnehmen verstochen worden, heute Mittag gibts den ganzen Spaß nochmal.

1/16 der Richtmenge geknabbert, ergo ein Achtel Brötchen

X Schläge mit dem Kopf gegen die Wand.

Ich will hier weg, nicht mehr ich sein.
Warum geht es so steil bergab? Ich fühl mich wie im freien Fall...

Wahnsinnig realistische Suizidvorstellungen. Ich könnte sofort weg sein. Sofort. Ein Zug, ein Sprung, eine Handvoll Tabletten, ein Seil, eine unvorsichtig weite Schwimmtour im Chiemsee, ein paar Schlücke Reinigungsmittel, ...

Oder bleiben wir harmlos: EInfach nur ne fette neue Vereisung. Versprochen, dass ichs lasse? Geht mir am Arsch vorbei. Guckt mich Wrack an, da ists dann auch egal, wenn der eine Arm abfault -.-

Impossible's nothing -.-

Bin hin und her gerissen, Hilfe holen oder es mit mir allein ausmachen.
Sterben, sterben, sterben, abwarten oder bitten, mich in die Psychiatrie zu bringen?
Ach, so schlimm ists gar nicht, ich übertreibe. Ich Arschloch, Aufmerksamkeitssuchti, verfickter!

Kniffel online zur Ablenkung. Omg.

Mit Suizidgedanken eingeschlafen, mit Suizidgedanken aufgewacht.

Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht was konkret es ist, das mich so fertig macht. Vielleicht die Gesamtsituation:

  • Die Patientin, mit der ich meine gesamte Zeit verbracht habe, geht morgen
  • Wieder n FA gehabt, wieder SVV-Druck
  • Alle erwarten von mir, dass ich die Richtmenge esse, meine Gedanken bzgl. Essen sind aber präsenter denn je
  • Ich hab 2 Mal zugenommen, obwohl ich mir den Arsch aufgerissen habe und NORMAL gegessen habe 
  • Mein Körper sieht scheiße aus und ich bin für immer gezeichnet von meinen Selbstverletzungen. Und zwar so, dass es auffällt. Wuchernde Narben, allein die Vereisungen haben jeweils um die 35cm² große Vernarbungen auf den Armen zufolge.
Und das Schlimmste ist, dass ich damit ganz allein bin. Ja, ich kann meine Gedanken hier niederschreiben, jedoch wird mich keiner, kein noch so lieber und gefühlvoller Kommentar da rausholen.
Ich sitze in der Scheiße fest, einsam.
Auch das Einzel wird mir nicht helfen.

Ich will eigentlich nur noch in die Psychiatrie und mich mit den Medikamenten dort zudröhnen. Besser wird davon allerdings nichts, das weiß ich, aber ich glaube die Hoffnung geht mir langsam sowieso flöten. Nein, falsch. Nicht "langsam", sondern gerade im Eiltempo.

Es soll aufhören. Ich kann nicht mehr. SCHEIßE!

Sonntag, 24. Juni 2012

Ich bin den Geschmack von Süßem genauso leid, wie mein Leben.
Ich bin die selbstverschuldete Verliererin dieses bescheuerten Spiels.

Mir fehlt nur noch der Mut zum Ende. 
Mir ist so nach Aufgeben zumute.
Ich bin kurz davor, meine 3 Wochen FA-frei wegzuschmeißen und einfach nur noch fressen. Will meine Leck-mich-am-Arsch-Stimmung wieder.
Ich fühle mich scheußlich.

Ich geh jetzt fressen, auf dass mein Gewicht morgen das 3. Mal in 1,5 Wochen ansteigt... scheint ja eh egal zu sein, ob ich fresse oder nur normal esse -.

Fick dich, Welt -.-

Freitag, 22. Juni 2012

Könnte den ganzen Tag nur essen. Das Wochenende wird scheiße anstrengend, ich kann schon jetzt nicht mehr.
Alles nicht so, wie ich es geplant hab.

Mich pisst das alles so an.

Mein Körper ist ein einziges Wrack.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Ich bin endlich am freien Tisch - mein Highlight des Tages, das mir das Licht am Ende des Tunnels vor Augen führt, ansonsten sahs nämlich heute wirklich stockdüster aus.
Akribisch genau rechne ich mein Kochrezept von heute Mittag in der Lehrküche durch. 749 kcal das Hauptgericht, 202kcal das Dessert. Wie ferngesteuert, ich musste das wissen, musste gleichzeitig schauen, was ich alles reduzieren kann und wie viel ich dadurch einspare. "Gutes Rezept, aber wozu Öl? Sahne brauch ich keine und den Käse... den kann man auch rausnehmen". Hahaha, oder so.


Bin geschafft von so viel Pessimismus, ich will doch eigentlich wieder die Kurve kriegen und GEGEN meine Krankheiten arbeiten.


Morgen werden mir die Fäden gezogen.


"Wenn man etwas isst, vor dem man Angst hat und dann zunimmt, sollte man genau das Selbe nochmal tun, dein Gewicht wird nicht nochmal einen Sprung nach oben machen, das sind die normalen Schwankungen."
Done.
What happend?
Nochmal Gewichtssprung.

Ich bins Leid, wirklich. Ich esse diese verfickte Richtmenge und nehme von dem scheiß zu. 1kg in einer Woche, HALLO?
Ich hab so höllische Angst, noch mehr aufzugehen.
Mein Körpergefühl ist schrecklich, das erste Mal erbrochen - gut gemacht, ich weiß, ich fühle mich wie der letzte Dreck. 


Perfektes Timing, um an den freieren Tisch zu kommen, wa? :D
Dort kann man ja super einsparen, ganz toll!

Seit gestern darf ich meine Tabletten selbständig einnehmen. Verlockend - Ich könnte ja ein wenig sammeln und mir dann alles auf einmal geben. Bei 10 Tabletten, die ich täglich bekomme, würden ein paar Tage ja reichen. Dann wär ich weg, im Nirvana, Traum. Suizid... allen Problemen entfliehen, nie wieder das Fett an meinem Bauch schwabbeln fühlen. Nie wieder Angst haben. Schöner Traum. Aber keine Angst, dazu hab ich nicht den Mut.


Habe mich schon gestern für heutiges Kuchen essen verabredet, YO. Weil ich ja so dünn bin, muss son Kuchen schon sein.



Mittwoch, 20. Juni 2012

Wir haben ne Neue am Tisch. Keine Ahnung ob Bulimie oder Fettsucht, ich wills auch gar nicht wissen, das Einzige, das ich sehen und denken konnte war: "dick, dick, dick."
Nicht falsch verstehen, ich werte sie als Person in keinster Weise ab.
Als sie beim Abendessen dann aber weniger als die Richtmenge gegessen hat, hab ichs so mit der Angst zu tun bekommen: "Du wirst noch fetter als sie", "Sieh wie undiszipliniert du bist" und "Du bist ekelhaft" haben sich in meinen Gedanken abgewechselt. Ich hab nicht mal die gottverdammte Richtmenge geschafft, das erste Mal seit 2,5 Wochen. Das und das Bewusstsein, so einen unglaublich hässlichen Charakter zu haben, löst wiederum Selbsthass aus. Und aufgrund des Selbsthasses möchte ich mich einfach nur noch zerstören.
Ich HASSE es.
Ich hasse die momentane Situation, ich werd von den Therapeuten wie ne Idiotin hingehalten, aber hey, mit mir kann mans ja machen.
SO EIN SCHEIß, EY. -.-

Ich esse jetzt seit gut 2 Wochen normal und das macht mir Angst! Ich will mich nicht mit meinem Körper abfinden, ich will nicht immer so dick bleiben. Ich will nicht alles verlieren, was mir noch geblieben ist.
Ich will nie mehr den sicheren Schutz der Kliniken missen, ich will nicht allein auf mich gestellt sein.
Sie werden meinen Aufenthalt nicht auf Ewigkeiten ausdehnen, dabei bräuchte ich genau diese Ewigkeiten, um auch mal wieder nur annähernd klar zu kommen.

Wen hab ich denn noch? Niemanden?
Meine Betreuerin zieht sich immer mehr zurück.
Meine Eltern sind sowieso ne Katastrophe.
Meine Therapeutin meldet sich seit Monaten nicht mehr.
Meine Freunde haben jetzt alle Abi gemacht und ziehen weg.

Angst, Angst, Angst. "Wenn ich normal esse, denken die doch, dass es mir gut geht", laute Stimme.

Ich kann denen hier nicht vertrauen. Das Gefühl, nie wieder "leben" zu können, lässt mich in eine Schockstarre verfallen.
Will nicht mehr essen, will hungern.
Will mich wieder verletzen.
Definiere meinen Charakter mal wieder als "nicht mehr zu retten".

Meine Zukunft ist genauso diesig, wie das Wetter hier.

Montag, 18. Juni 2012

Alles irreal, meine Umwelt sieht nach Urlaub aus. Meine Mitpatienten sind irgendwie so gut wie alle scheiße oder stehen kurz vor ihrer Entlassung. 
Ich bins Leid. Die Suizidgedanken schleichen sich langsam wieder ein... in den unterschiedlichsten Momenten. Ich halte die Hitze hier nicht aus. Ich halte es nicht aus, zugenommen zu haben, obwohl ich keine Essattacke hatte. Ich will fressen, das Völlegefühl spüren und völlig von ihm beherrscht werden.
Stattdessen hab ich gleich Ergometertraining und muss dann duschen und dann setze ich mich zu einer Mitpatientin, hab ich ihr versprochen. Sie geht am Dienstag, yay.

Ich will weg sein. WEG! Oder zugedröhnt in ner Ecke liegen.

Achja. Jetzt hab ich auch keine Zeit, muss noch n Freund anrufen -.-
Das Wochenende war unheimlich auslaugend. Viel unternommen, viele Gewissensbisse wegen des Essens gehabt.

Leer, zurückkehrende Zweifel an meiner Person, plötzlich scheint alles bisher geschehene so trist und grau.
Habe ich jemals Freude empfunden? Es ist, als ob alles Positive mit meinen Stimmungsschwankungen zugrunde geht.
Verzweiflung, Angst, Unruhe. Pessimismus... und Sprachlosigkeit.

Freitag, 15. Juni 2012

Nachdem die letzten Tage irgendwie recht blöd waren, fühle ich mich heute viel besser.
Ich bin zwar ziemlich ausgepowert, aber wenigstens nicht angespannt und das tut so gut. Ich war 2 Stunden bei strahlender Sonne spazieren und war im Café und hab mit einer Mitpatientin spontan ein Stück Kuchen bestellt, das wir uns dann geteilt haben. Und ich hatte kein schlechtes Gewissen!
Es war so unheimlich schön, das zu können, ein Stück Normalität, das wir beide uns erkämpft haben :)

Der Weg ist steinig und hat viele, viele Unebenheiten. Aber ich laufe weiter. Einmal mehr aufstehen, als hinfallen!
Den Optimismus spüren und ihn zulassen. Die Freude zulassen - nicht versuchen festzuhalten, sie aber auch nicht wegschieben. Radikale Akzeptanz, der Schlüssel?

Donnerstag, 14. Juni 2012

Bitte - Bitte, das ist ein schlechter Traum, sagt mir, dass das nicht stimmt.

Mir hat ja schon die Wut auf den Cotherapeuten gereicht, aber heute durfte ich erfahren, dass sogar die richtigen Therapeuten scheiße verzapfen.
Mir wurde am Dienstag gesagt, dass ich auf den nächsten Tisch aufrutschen darf, da kommt man hin, wenn man einigermaßen sicher und zuverlässig isst. Quasi das nächste Level.
Ich freu mich wie Otto, dass ich endlich wieder zu den Leuten, die ursprünglich mit mir am Tisch saßen, darf, aber neeein, wäre ja zu schön gewesen. Sie haben gestern nochmal im Team drüber geredet und irgendein Heinz meinte wohl, dass ich die Richtmenge nicht esse. Wollt ihr mich verarschen? Ich weiß doch wohl, was ich da jeden Tag in mich reinschaufle?!
Ich bin so unheimlich wütend und verletzt.

Desweiteren meinte meine Therapeutin, dass dieses "Scheuklappen auf und durch" nicht gut ist. Ich solle mich doch ehrlich entscheiden, ob ich essen will oder nicht und mir auch die Option lassen, es nicht zu tun.
Super, ich weiß ganz genau, wie das ausgeht, wenn ich mich wirklich ehrlich entscheide und genau so darfs nicht enden.
Wenn ich mich einmal gegen die Gesundheit entschieden hab, glaubt mir, ich schaffs in 5 Tagen, mich wieder Psychiatrie-reif zu bekommen. Oder noch besser, wie meine Hausbank ja so schön wirbt: "Wir machen den Weg frei".
Ich hab ihr das schon so oft erklärt, ich werde niemals die Erleuchtung erleben und dann voller Motivation essen. Ja, verdammt, ich zwinge mich dazu zu essen, weil es eben nur so geht.

Verletzt, wütend, sauer, verunsichert, scheiße drauf und verdammt nochmal ne Menge Selbsthass, Fress- und Selbstverletzungsdruck.

Hallo meine kleine Welt, du wurdest gerade umgeschmissen.
Und während ich mir die ganzen therapeutischen WGs anschaue, packt mich die Angst.
"Will ich denn gesund werden? Ich will doch abnehmen! BMIs unter 18 werden nicht akzeptiert? Aber mit meinem 18er BMI damals war ich doch immer noch fett! Ich will doch nicht mein Leben als Fetti verbringen!"
Ich kann die Gedanken nicht stoppen, sie vereinnahmen mich.

7 Wochen bin ich jetzt schon hier. Ich esse Richtmenge, meine Stimmung ist um einiges besser, als am Anfang.
Warum sollten sie mich noch hier behalten? Sieht doch alles super aus!
Nur in meinem Kopf nicht, aber das kann ja jeder behaupten.
Ich hab so eine Angst vor einer Entlassung.

Gedanken ums Einsparen, aufhören Richtmenge zu essen, damit sie sehen, dass ich noch nicht gesund bin.

Das Einzige, woran ich mich festkralle ist das Wissen, dass es nicht besser wird, wenn ich jetzt wieder von vorne beginne. Ich will mein altes Leben nicht wieder und das einzige was ich tun kann, ist versuchen, gesund zu werden.
Also weiter essen. Weiter bemühen. Tunnelblick, anders schaffe ich das nicht

Edit: Ich kann mich nicht abgrenzen. Eine Mitpatientin bekommt ne Sonde, ner anderen steht das Wasser in den Augen und der Dritten gehts auch nicht gut. Ich will für alle da sein, alle trösten und verliere mich dabei selbst. 
Mir gings schon vorher nicht gut, aber jetzt fühle ich mich auch noch schlecht, von mir selbst enttäuscht und verletzt, weil ich gesagt habe, dass ich auf die Patientin mit der Sondenlegung warte, aber grade von der Ärztin weggeschickt wurde, weils noch 20 Minuten dauert. 
Ja, ich fühle mich verletzt... weil sie meinte, dass ich gehen soll, genau deswegen. War doch gar nicht persönlich gemeint? Stimmt, sollte sogar nur zu meinem Besten sein, nur rafft das mein blödes Gefühl nicht!


Gott, das raubt mir alles so viel Kraft. Kein Wunder isoliere ich mich immer - Man sieht ja was passiert, wenn ich in den Kontakt gehe :(



Mittwoch, 13. Juni 2012

Ich mache fleißig Expositionen, hab gerade eine Tafel Schokolade im Kühlschrank liegen und versuche, sie nicht anzurühren.
Wenn ich das gut schaffe, werd ich versuchen ein Stückchen pro Tag zu essen, ohne dann einen Essanfall zu haben.
Morgen gehe ich mit einer Mitpatientin eine Torten-Expo machen... und versuche dafür nicht an einer anderen Stelle einzusparen.

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Der gestrige Tag war wirklich schlauchend, andauernd hohe Anspannungen und gegen Abend gabs dann noch eine ziemlich prekäre Situation, die mich total an meine Familie erinnert:
Ich wollte meinen Verband in der medizinischen Zentrale neu machen lassen, weil der alte aufgegangen ist. Eigentlich sollte ich erst heute wieder zum Wechseln kommen, damit die Wunde in Ruhe heilen kann... der Cotherapeut hat mich daher total dumm angemacht ich "wäre ja so eine, die sich ihren Verband immer abreißt(, selbst wenn das in diesem Falle so gewesen wäre, würde er überhaupt nichts mit seiner Logik zu bewirken. Wenn die Wunde aufgerissen ist und ers mir dann nicht desinfiziert und neu verbindet erreicht er nichts, außer dass die Gefahr einer Infektion vervielfacht wird) und sowieso hat er die Anweisung mir erst morgen wieder den Verband zu wechseln."
Mich hat das so wütend gemacht, dass er überhaupt nicht mitdenkt, seine sich widersprechenden Argumente raushaut, als hätte er die Weisheit gelöffelt und mir unterstellt, dass ich bösartig manipuliert habe. Und diese Wut konnte ich echt nicht mehr kontrollieren, ich hab ihn verbal angegriffen und bin recht laut geworden. Ich kam mir vor, wie bei einem Streit mit meiner Mutter, ehrlich.
Und um dem Ganzen dann die Krone aufzusetzen, hat er dann noch eine andere Mitarbeiterin als "Zeugin" hergerufen. Sie sollte, falls ich ihn denn anschwärze (wie paranoid!), für ihn aussagen, dass es ja gar nicht stimmt, dass er mir das mit der Manipulation unterstellt hat. Also ich weiß ja nicht, aber ich fand obiges Zitat und einige weitere ziemlich eindeutig *hust*. Desweiteren hat die Mitarbeiterin nichts außer die kurze Erzählung von ihm mitbekommen. Aber klar, Verbündete auf seine Seite ziehen. Macht meine Mama ja auch so gerne mit meinem Papa. Juhu, überall histrionisch Persönlichkeitsgestörte.

Ah... -.-

Haltet mich für kindisch, aber ich würde den Typen so gern verbal total fertig machen. Was er da abzieht ist genauso link, wie das erbärmliche Spiel meiner Mutter.
Weiß ich mal wieder, warum ich von daheim ausgezogen bin. Weiß ich mal wieder, wie sich Hass anfühlt.

Dienstag, 12. Juni 2012

Ich hab das Gefühl, gar nicht mehr abschalten zu können, die vielen Aktivitäten spannen mich total an. Ich hetze nur noch herum... da merkt man wieder, dass ich total in diesem klischeehaften "alles oder nichts" drin bin - leider.
Heute habe ich wieder ein Einzel. Meine Kristallkugel hat mir zugeflüstert, dass meine Therapeutin es total toll finden wird, dass ich so viel mit Mitpatienten zutun habe.
Selbiges Szenario hatte ich doch schon mal, nur mit meiner ambulanten Therapeutin! Man erinnere sich: Genaaaaau, das war... 1 Woche bevor ich in die Psychiatrie gekommen bin.
Warum? Weil es mich fertig macht. Ständig am gute Laune verbreiten, immer lachen. die Starke sein... Gott, warum kann ich nicht einfach authentisch sein und einen Mittelweg finden?

Ich will gesund werden. Ich wills immer noch.
Ich weiß nur nicht mehr wie, ich verliere schon wieder die Hoffnung, täglich ein bisschen mehr.

Es tut mir Leid, dass ich in meine alten Muster abdrifte. Oder einfach nur schwarzmale... aber ich weiß nicht wohin sonst, mit diesem schrecklichen, zerrissenen Gefühl, das mir gerade alles was ich die letzten Tage geschafft habe, zunichte macht.


Edit: Frühmorgenstief überstanden, die Welt sieht zwar immer noch alles andere als kunterbunt aus, aber es ist aushaltbarer.

Sonntag, 10. Juni 2012

Ich tue mich momentan schwer mit der Richtmenge, wenn um mich herum 5 Leute sitzen, die alle Untergewicht haben und nichtmal ein Viertel von dem, was sie sollten, essen. 
Ich bin stolz, dass ichs dennoch tue. 

Ich war gestern total aktiv, war spazieren, in der Innenstadt und abends Fußball gucken, alles mit Mitpatienten.
Der Weg, den ich einschlage, fühlt sich gut an.

Freitag, 8. Juni 2012

Ich hab mich grad mit einer Mitpatientin zum Kaffee trinken getroffen, das hat der Seele so gut getan. Hab mich richtig gefreut, dass sie mich gefragt hat, weil sie auch eher schüchtern ist und wir nicht so viel miteinander zutun haben, aber es war wirklich schön. So viel positive Energie, es tut so gut, sich mit Leuten zu umgeben, die dafür kämpfen gesund zu werden und auf dem besten Weg dahin sind!
Und sie kommt sogar aus der Nähe von meiner Heimatstadt, da können wir uns total gut treffen, wenn wir beide wieder zuhause sind.
Ich freue mich wirklich darüber!

Langsam nähere ich mich wieder meinem Blognamen an, an das mich wohaipa immer wieder erinnert :)
Dieser Spruch tut mir immer noch bei jedem Durchlesen gut, selbst nach eineinhalb Jahren.

Es geht vorwärts. Meine Therapeutin lobt mich und sobald ich es schaffe, den äußeren Rahmen einzuhalten und nicht mehr totale Durchhänger habe, geht es an die richtige Arbeit, hat sie mir erklärt.
Mich motiviert es total, zu wissen, dass dieses ewige Planen nicht das letzte Mittel ist, um mich aus meiner Krankheit rauszuholen - denn das Gefühl hatte ich bisher immer und hat alles mit einem Schleier von Hoffnungslosigkeit umgeben.

Ich kann nach vorne schauen.
Die transplantierte Haut wächst langsam an.
Der 4. Tag ohne Essanfall.
Ein paar Wochen schon ohne Selbstverletzung.

Langsam aber sicher kann ich mir das immer mehr zustehen. Ich habe mir das verdient. Es darf mir gut gehen - und das kann ich nun immer öfter auch von Herzen sagen! :)


Mittwoch, 6. Juni 2012

Um es einfach mal schriftlich festzuhalten: Gerade gehts mir gut!
Ich hatte ne produktive Einzelsitzung, auch wenn ich einige Probleme einfach nur weggelächelt habe. Grinsend, um die Angst abzubauen, meiner Therapeutin vom hemmungslosen Einkaufen erzählt. Wirkt zwar total stupide, aber hey, ich habs über die Lippen gebracht, sigh.

Seit gestern esse ich wieder die Richtmenge, seit gestern bin ich Essattacken-frei. Seit gestern stehe ich auf und hab keine offene Wunde mehr am Arm.
Ich gebe mir Mühe, ich darf das, ich bin es wert. Ich muss nur die Gegenstimmen aushalten, das muss ich lernen und mit der Zeit werden sie ihren Schrecken verlieren.
Es ist wieder mal ein naiver, blauäugiger Neustart, aber ohne die Hoffnung, die von selbigem ausgeht, würd ichs nicht mehr packen. Also, auf ein Neues.

Dienstag, 5. Juni 2012

Die Gruppentherapie war schlimm.
Zuerst bei der Eingangsrunde von der Therapeutin lang dazu animiert worden, ein Thema zu stellen, rot geworden, weil zu viel Aufmerksamkeit, schon ein wenig Angst.
Danach ist mein Pflaster aufgegangen und es hat total rausgesuppt, letztendlich wurd ich durch eine Mitpatientin drauf hingewiesen: "Du blutest". Knallrot geworden, Angst bekommen, zu viel Aufmerksamkeit, Angst, Angst.
Bin mir alles neu verbinden gegangen und anschließend den Rest der Zeit in der Gruppe abgesessen. Am Ende Abschlussrunde, zu viel Aufmerksamkeit. Danach kam noch die Therapeutin und hat mich drauf angesprochen, was denn los war, wies mir damit geht, weil sie ja weiß, dass ich soziale Phobie hab.
Wieder knallerot, Angst, Scham.

Anschließend in mein Zimmer gestürmt - total überfordert in Tränen ausgebrochen.

Jetzt nur noch Leere - Ich will fressen, bis zur Übelkeit, ich will die Sicherheit.

Montag, 4. Juni 2012

Ist alles gut gelaufen, ich muss meinen linken Arm jetzt 2 Tage schonen, damit die Haut nicht von Blut unterlaufen wird.

Die letzten Stunden hatte ich jetzt noch Kreislaufprobleme und ne Essattacke, yay, 5 Tage Kontrollverlust bzgl. Essen in Folge. Zugenommen hab ich auch - in 4 Tagen 3kg!

Irgendwie nervt mich der momentane Zustand total. Alles dreht sich um Essen und Isolation, keinen sehen wollen. Und zwischendrin Assi-TV.
Minutenzählen bis zum Abendessen. Wie bekomme ich am meisten Nahrung in mich, ohne dass es auffällt? Kreisende Gedanken, Gier.
Ich müsste mich nur ein bisschen zusammenreißen - doch ich tu's nicht. Wäre anstrengend...
E-r-b-ä-r-m-l-i-c-h.
20 Minuten bis OP.
Ich bin mal gespannt, was der Fleischer vom Fach aus meinem Arm macht.

Samstag, 2. Juni 2012

Es ist, als ob da eine zweite Person in meinem Kopf wäre - ich rede nicht von Ana oder Mia, ich rede von irgendetwas Namenlosen, das gemein ist und alles, alles, wirklich alles im besteh sarkastischen Ton runtermacht.

Ich verbünde mich mit der Stimme, um einen Partner zu haben. Es denkt mich.

Ich habe ja heute meine Eltern getroffen und die Stimme hat andauernd irgendwelche gemeinen Kommentare abgeliefert. Ich hätte meine Eltern am Liebten einfach nur angeschrien und aufs Letzte beleidigt. Meine Mutter hat's allerdings auch wirklich herausgefordert - Hat sie mir während ich einen Eiskaffee getrunken habe ernsthaft gesagt, wie toll es ist, dass sie mit ihrem Latte Macchiato gegenüber mir Kalorien spart?
Sie weiß ja nicht, dass ich ne Essstörung hab, nein.
Wie froh bin ich, nicht mehr bei meinen Eltern in der Hölle zu wohnen.

Freitag, 1. Juni 2012

Donnerstag, 31. Mai 2012

Habs mal wieder geschafft, wär ja auch ne Schande, ne Woche lang keine Essattacke zu haben. Mir Hilfe holen? Ne, ich doch nicht, lach - Ich brauche doch keine Hilfe. Und überhaupt, ich hab gar keine Probleme, denn ich bin stark.
Sarkasmus aus! - Danke

Kennt ihr die Vodafone-Werbung? Ich liebe sie, sie vermittelt irgendwie das Gefühl totaler Freiheit und Lust aufs Leben. Gleichzeitig weiß ich, dass Leben nie so ist. Das macht traurig.

Am Samstag seh ich meine Familie mal wieder. "Mir gehts bestens", typisches Blabla.

Meine Therapeutin meinte zu mir, dass es wichtig ist, die Tagespläne einzuhalten, weil ich erst mit einem Fuß im Leben stehen sollte, bevor sie richtig therapieren kann. "Es wird Gefühle auslösen, die unglaublich tief und brennend sind. Wir wollen, dass unsere Patientn einigermaßen stabil sind, um zu wissen, dass sie das aushalten und sich nicht vor den nächsten Zug schmeißen, weil es so weh tut."
Macht Sinn - Ich denke immer noch so oft an Suizid, auch wenn ich momentan deutlich distanzierter davon bin, als noch vor einigen Wochen oder gar vor der Aufnahme in die Psychiatrie.

Morgen hab ich n Termin beim plastischen Chirurg. Er hat mich die letzten Male total provoziert... nicht bösartig, aber ein wenig hat er mich und die Frage, ob ich Zurechnungsfähig bin, ins lächerliche gezogen. Bin gespannt, was er morgen von sich gibt.

Muss jetzt gleich zum Abendessen, mein Magen platzt gleich, 3000kcal hab ich sicherlich intus, Juche!
Schön die Richtmenge essen, wa? Yummy, yummy, yummy, I've got so much shit in my tummy.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Ein neuer Tag, neue Hoffnung - im Grunde meines Herzens eigentlich nicht.
Heute habe ich Fertigkeitengruppe, nur um wieder erzählt zu bekommen, was ich eh schon weiß.
Danach ins Einzel, 50 Minuten die mit Planung für den Tag totgeschlagen werden, meine eigentlichen Themen werden gar nicht bearbeitet, wohl auch, weil ich gar nicht konkret benennen kann, welche es sind - Ich merke nur immer mal wieder im Alltag: "Oha, Angst/ Panik".

Dienstag, 29. Mai 2012

Montag, 28. Mai 2012

Alles zieht sich so ewig... ich, der Fernseher und der lange, lange Tag.
Grauenhaft...
Das lange Wochenende hat mir also mal wieder gezeigt, wie schlecht ich Zeit mit mir selbst verbringen kann. Kann man sowas lernen? Was machen denn "normale" Menschen an einem Sonntag/ Feiertag?

Ich will nur noch schlafen und den Tag beenden, bis dahin muss ich aber noch Essen, duschen und meinen Verband wechseln lassen.. uh, anstrengend.

Ich hoffe, dass ich bald meine Hauttransplantation bekomme...

Sonntag, 27. Mai 2012

Mir ist kotzübel, Essattacke nach einem grauenhaften Tag. Ich lag nur im Bett und hab die Minuten bis zum nächsten Essen gezählt.
Mich pisst alles nur noch an... dieser endlos scheinende Kampf mit mir selbst.

Bin versucht zu sagen: "Ich geb auf", doch was wär dann? Geht nicht.

Und morgen wird genauso beschissen, Freude pur.
Ich will schreiben, wie es mir geht, nicht mehr mit meinen Gefühlen allein sein, aber sobald ich das Textfeld
öffne ist mein Kopf leer.

Die letzten Tage strenge ich mich wirklich an und ich bekomme viel positives Feedback. Ich habe auch oft gute Laune, aber das strengt so sehr an. Heute Ist kein guter Tag, ich verkrieche mich in meinem Zimmer, um ja nicht zu Unternehmungen aufgefordert zu werden.
Ich fühl mich so kraftlos... ich möchte schlafen, wälze mich aber stattdessen nur in meinem Bett herum und schaue hirnlose Sendungen.

Ich hab echt Probleme, meine Gefühle wahrzunehmen, aber im Moment fühle ich Trauer und Einsamkeit - darüber, dass ich mich von meinen Bezugspersonen so sehr distanziere bzw. einfach nur auseinanderlebe.
Meine Freunde haben jetzt Abi, meine Betreuerin genug eigene Probleme, meine Therapeutin ist an mir total desinteressiert.

Alles nur noch Bekannte.

Ich packe das nicht. Ich überlege ernsthaft in eine therapeutische Einrichtung zu ziehen. Ich hab so Angst nicht mehr allein leben zu können...

Freitag, 25. Mai 2012

Die letzten Tage waren anstrengend. Ich war recht aktiv, bis auf heute Nachmittag, da hab ich einfach nur gepennt - aus Angst vor der vielen freien Zeit. Blöd, ich sollte mich nicht davor drücken.
Heute hab ich die Hauttransplantation bewilligt bekommen, ich versuche sie als Abschluss zu sehen. Ich möchte mich nicht mehr selbst verletzen, auch wenns schwer ist.

Ich hab mich bei meiner Freundin zurückgemeldet, auch wenn sie zuerst die Initiative ergriffen hat. Ich bin trotzdem stolz auf mich.

Ich versuche alles ein wenig optimistischer zu sehen, auch wenn es scheiße schwer ist. Ich hab Angst vor den freien Tagen, ich hab nichts vor und Angst, dass alle was machen und mich keiner fragt - ne realistische Angst.
Hier gibts die totale Grüppchenbildung und ich bin davon irgendwie einfach total abgeschottet, shit.

Alles nicht so einfach...

Mittwoch, 23. Mai 2012

110 Euro oder so, die berauschte Stimmung lässt nach oder besser gesagt, sie ist nun unten angekommen.
Kennt man ja.
Bin es leid darüber zu schreiben, leid das alles zu fühlen, die Schmerzen, physisch und psychisch. Ich wünsche mir so sehr, dass sich was ändert, einfach so, ohne dass ich was dafür tun muss - dass sich ein Schalter in mir umlegt und mich das alles besser aushalten lässt, denn ich kann nicht mehr.
Und trotzdem werde ich morgen aufstehen, essen in mich stopfen und mir von Therapeuten erklären lassen, wie sich alle meine Probleme in Luft auflösen und ich werde es ihnen wieder nicht glauben.
Ich bin nicht nach Schema F behandelbar, denn ich bin nicht Schema F...

...leider

Dienstag, 22. Mai 2012

In letzter Zeit kaufe ich so verdammt hemmungslos viel ein und das Schlimme ist, dass es das Einzige ist, das mir noch ein wenig Freude bereitet.
Schuhe, Taschen, Klamotten, Krimskrams, egal, Hauptsache Geld rausschmeißen.

Irgendwie reite ich mich immer tiefer in die Scheiße rein und wenn ich auf den zu bewätigenden Berg sehe, verlässt mich der Mut. Ich bin so vermurkst, von Kindheit auf, dass es ewig lang dauern wird, wenn es denn überhaupt noch zu schaffen ist, gesund zu werden, einfach glücklich.

Morgen gehe ich mit ner Mitpatientin shoppen. Ich hab echt Angst, total ungezügelt einzukaufen, die Hemmschwelle wird immer niedriger. Ich hau mein Geld, das fürs Studium gedacht war, sinnlos raus - Ich bin froh, wenn ich morgen die 100 Euro nicht sprenge. Denn wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, brauch ich nichts Neues, hab die letzten Wochen doch so viel gekauft.

Woher soll ich die Kraft noch nehmen?
Ich kann schon lange nicht mehr.

Montag, 21. Mai 2012

Ich hab so Angst, dass die einzige Option die bleibt, der Tod ist.

Ich kenne mich nicht, habe absolut keinen Zugang zu meinen Gefühlen, abgesehen von der Trauer, die mich einfach überwältigt, sich aber binnen Minuten in totale Anspannung umwandelt. Man darf ja nicht traurig sein, traurig sein, heißt schwach sein, weißt schon, ne.

Jeder Tag erneut die brutale Realität: Mein Körper sieht wie ein Wrack aus und mein Wille ist mimosenhaft. Immer wieder, tagtäglich, punch in my face.

Ich kann aus der Therapie nichts sinnvolles für mich ziehen - ich rede an der Therapeutin vorbei und sie an mir.

Und immer wieder ziehe ich hier das ernüchternde Fazit: Es wird nicht(s) besser.
Ich hab die Schnauze schon wieder so gestrichen voll.
Immer die gleichen scheiß Gedanken, nein, ich bin nicht fett, mein Gewicht ist okay, gottverdammt.
Nein, ich muss nicht perfekt sein.

ICH WILL NICHT MEHR

nicht mehr dieses Wrack sein. Der sicherste und schnellste Weg ist abmurksen, so what.

Ich hasse es in mir, dieser Vollidiotin gefangen zu sein.

Mach mich fertig, liebes Ich.

Sonntag, 20. Mai 2012

Ich will versuchen, gesund zu werden, ich will sagen können, dass ich es von ganzem Herzen probiert habe.

Ich frage morgen, ob ich jetzt ne Hauttransplantation bekomme. Ich möchte sie, einfach als Zeichen für eine neue Phase. Ich will nicht jeden Abend meine fast handgroße Fleischwunde neu verbinden lassen, mit dem Wissen, dass sie laut Arzt Jahre zum Heilen braucht.

Das Wochenende war wirklich anstrengend, aber ich habe viel unternommen. Ich habe mich nicht in mein Zimmer verkrochen und alles an Angeboten abgeschlagen.
Ganz ohne Selbstverletzung kam ich ärgerlicherweise nicht über die 2 Tage, ich hab mir am Coolpack (eigentlich wollte ich es nur als Skill einsetzen, wie ironisch, dass ich mich selbst mit Skills selbst verletze) eine kleine Vereisung an der Hand geholt.
Ärgerlich...

Ich möchte morgen bei meiner Therapeutin bzgl. meines Gewichts reden. Mein Wunsch ist ja, krankhaft abzunehmen. Ich will versuchen, auf gesundem Wege ein wenig abzunehmen. Mein momentaner BMI ist 22, ich hoffe, dass die Klinik mich bis 18,5 unterstützt. Mehr werde ich dann auch nicht abnehmen! (Ohje, ich hab mich schon wieder in meine Berechnungen verkrochen, mich lockt das Untergewicht immer noch sehr)

Hoffend, dass alles irgendwann rosiger aussieht.

Samstag, 19. Mai 2012

Unbeschreiblich tiefe Trauer.. ich kann mit Gefühlen nicht umgehen, sie machen mir Druck.
Meine Tagesplanung wurde übern Haufen geschmissen, war ja klar, dass es nicht klappt. Ich bekomme ja eh nie was auf die Reihe - Hallo automatische Gedanken, ich hab euch identifiziert. Hilft mir nur leider nichts...
Theorie sitzt, Praxis hakt.

Ich weiß nicht wie ich den Nachmittag überstehen soll.
Tapfer mach ich Skillsketten... aber es ist alles nur ein Betäuben, dieses Leben, ist es einfach nicht für mich gemacht?
Auf meinem Zettel steht in Großbuchstaben und eingerahmt "Für ein Leben" - was für eins?
Egal, Skill, Skill.


Kein Skill tötet die Hoffnungslosigkeit.

Meine Therapeutin hier kann mir auch nicht helfen, mir kann niemand helfen, ernsthaft. Alle fragen mich was ich denn brauche, aber woher soll ich das wissen?

Bin ich lebensunfähig?

Langsam sinkt der Druck, die Skills haben geholfen... es bleibt ein komisches Gefühl zurück.
Noch 5 Stunden bis zum Abendessen....

Mit Mitpatienten rausgehen, uh, Qual.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Ich sitze in ner Mädelsrunde und die Themen kommen mir so fremd vor. Männerprobleme, Luxusprobleme!
Ich will auch über sowas nachdenken müssen, stattdessen dreh ich mich ewig im Kreis. Psychiatrie oder nicht? Das ist das Thema, mit dem
ich zu hadern habe und ich könnt heulen, weil ich genau weiß, dass mir momentan die Kraft zum gesund werden fehlt, aber ich will doch eigentlich.
Ich hab Angst noch ein Schuljahr zu verlieren...
Am liebsten würde ich einfach vor allen meinen Problemen wegrennen und in eine neue Stadt ziehen, wohl wissend, dass das eigentlich kompletter Blödsinn ist, weil mich alles wieder einholen würde und ich dann wirklich komplett allein dastehe.
Psychiatrie aka Lebensauszeit und Anti-Gesundheit vs. Psychosomatik aka Gesundungswillen und Anstrengung.
Was nun?

Ich wär so gern normal, gesund, ...

Mittwoch, 16. Mai 2012

Fressattacke, neue Vereisung, das Produkt des heutigen Einzels:

Ich soll mich grundsätzlich entscheiden ob ich gesund werden will oder nicht-
Ich meinte, ich hab die Kraft nicht, mich prinzipiell FÜR die Gesundheit zu entscheiden, also muss ich mich gegen die Gesundheit entscheiden, weil ich anders nicht kann und nicht will-
Wenn ich mich gegen die Gesundheit entscheide, werd ich mich suizidieren-
Dann soll ich doch erstmal zurück in die Psychiatrie, bis ich mich umentscheiden KANN-
Überforderung-
Fressen-
Vereisen-
Pennen-
Gute Nacht
Verkauf' meine Seele an den Teufel, tiefschwarz und verloren ist sie schon.


Sonntag, 13. Mai 2012

Andere haben wirklich Probleme.

Ich hab einfach nur n scheiß Charakter.
Mir fehlt Liebe.

Egal wie viel Aufmerksamkeit ich bekomme, ich werde niemals dieses Loch stopfen können. Ich kann nicht lieben, warum auch immer. Und das schmerzt.

Mein Arm tut von den Wunden weh. Ich hab das Gefühl mich endgültig ins Lebens-Aus geschossen zu haben. Ich werd für immer Narben an meinen Armen haben... und an meinen Beinen ja sowieso vom Schneiden.
Wenn ich nicht so eine Angst hätte, hier rauszufliegen, hätte ich mich längst frisch vereist.. ich würde so gerne, ich habs nicht anders verdient, haha.

Auf der anderen Seite würd ich grad gern alles hinschmeißen und nur noch... vegetieren? Ich will wieder meine Medis aus der Psychiatrie, da ging alles an mir vorbei, da war ich nicht ganz ansprechbar und das war toll. Einfach nur noch körperlich präsent sein und mit den Gedanken im Nirvana.

Ja, es kann sehr gut sein, dass ich mir das grad schön rede, aber momentan scheint das wieder so erstrebenswert.
Der Tod wäre auch toll - Ich weiß ja, dass nicht mehr viel fehlt, wenn ich wieder nachhause komme. Ich komm da doch direkt wieder in ne total suizidale Stimmung. Alles kalkül.

Ach man, warum ist alles so schwer?