Freitag, 27. Januar 2012

Jedes Mal wenn ich Leute sehe, die psychisch krank sind, hab ich das Gefühl, dass ich mich noch weiter zerstören muss. "Stell dich nicht so an mit deinen Peanut-Problemen", ich hasse diese Denkweise von mir.

Ich werd immer fetter.
Ich hasse mich wieder mehr, will aber nicht schneiden, habe zu viel Angst vor dem Schmerz und davor, nach meiner Definition nicht "tief genug" zu schneiden.

Ich hab mich heute mit einer aus meiner Klasse getroffen, sie kennt alle meine Diagnosen und weiß, dass ich so lang in der Klinik war. Am Montag gings mir wirklich scheiße, ich bin mit so einer Flappe in die Schule gekommen. Heute spricht sie mich nochmal drauf an und meinte: "Oah, das hat mich am Montag so gestresst, weißt du, du bist nicht die einzige, die Probleme hat." Ja, Amen, das weiß ich, habe nie etwas anderes behauptet, aber soll ich deswegen mit lachender Fresse durch die Gegend rennen? Nur weil andere AUCH Probleme haben?
WTF.
Mich macht das wütend.

Morgen sehe ich sie wieder und ich WILL NICHT.

Ich bin so scheiße angespannt, ich will fressen und abmagern, schreien und weinen, in Ruhestarre verfallen und rumzappeln.
Gnaaaah!




Ich schaffe die schwierigsten Sachen und auf der anderen Seite nicht mal die Basics.
Wenn man mir eine Aufgabe gibt, führe ich sie aus, auch wenn es für mich schwer ist. Ich habe mich bei 2 Leuten gemeldet, was mich wirklich Überwindung gekostet hat, aber es war die Hausaufgabe meiner Therapeutin.
Dafür lebe ich hier im Chaos, ich muss aufpassen, dass ich nicht auf irgendwas draufdappe, wenn ich durch mein Zimmer laufe.

Ich funktioniere nur mit Druck, aber so kann das doch nicht ewig weitergehen? Ich kann doch nicht nur "leben", wenn mir meine Therapeutin im Nacken sitzt?

Meine Thera ist ganz klar gegen die 1-Zimmer-Wohnung, in die ich ziehen möchte, ich verstehe ihre Argumente: Ich kann da ganz schnell versacken. Auf der anderen Seite habe ich höllische Angst, wieder in totale Angst zu verfallen, wie es damals in der WG der Fall war. Da lag ich ja wirklich nur noch in meinem Bett, habs Licht ausgemacht und mich nicht bewegt, damit meine Mitbewohnerin nicht merkt, dass ich überhaupt da bin.
Ich hab Angst vor der Angst. Und ich halte es für ziemlich realistisch, dass genau das wieder passiert.

Ich hab die Zusage für die 1-Zimmer-Wohnung, ich müsste den Vertrag heute losschicken, sonst bekomm ich sie nicht. Ein Mitpatient bei meiner Therapeutin hat in seiner WG vllt. ein freies Zimmer, das bekomm ich aber erst im Verlaufe des Tages gesagt. Und ob die mich dann nehmen ist nochmal auf einem anderen Blatt geschrieben.
Und jetzt?

Mittwoch, 25. Januar 2012

Ich bin meiner Therapeutin so dankbar. Dafür, dass sie so herzlich ist und dafür, dass sie mich voll annimmt und für mich da ist.
Danke.

Heute Termin bei meinem Psychiater, ich freu mich drauf!

I'm feelin' good! Ich hasse meine Stimmungsschwankungen, aber hey, lieber ab und zu gut drauf, als nie! <3 :)

Montag, 23. Januar 2012

It's a new dawn
And a new day
And a new life
[But not] for me
And I'm [not] feeling good.

Ich pack einfach gar nichts mehr, ich bin heut morgen so abgefuckt zur Schule gegangen, ich hab mich die Mathe-Stunde einfach überhaupt nicht bewegt, kostet ja Kraft, Mitschreiben wird überbewertet.
Meine beste Freundin ist langsam wirklich sauer auf mich, weil ich mich nie melde bzw. nicht mal zurückschreibe. Und ich kann sie so verdammt gut verstehen.

Hab mich heut noch mit meiner Betreuerin getroffen. Ich konnte ihr phasenweise nicht in die Augen sehen, weil ich nicht verstecken konnte, wies mir geht. Ich halte es nicht aus, wenn sich jemand sorgt, es macht mir Angst.

Morgen gehe ich also zu meiner Therapeutin. Ich habe Angst vor dem Wiedersehen, ich habe Angst, dass es nicht mehr so ist, wie noch vor einem halben Jahr.
Ich habe Angst, dass ich mit dem selben undefinierbaren Gefühl heraus gehe, wie vom Termin mit meinem Psychiater, den ich wiedergesehen hab.
Er hat mich gesiezt. Das war so unheimlich komisch, ich kam mir total fehl am Platze vor. Aber vor allem hat es mich verletzt.

Und überhaupt: Die letzten Tage sind einfach nur.. ungut. Ich zocke den ganzen Tag oder esse oder tue beides.
Ich hab mein neues Höchstgewicht erreicht, bald hab ich die 70 stehen. Geil, was? Vor einem Jahr warens noch 54.

Und trotz allem, habe ich verhältnismäßig wenige Suizidgedanken. Zocken lenkt ab, wie lange wohl noch?

Sonntag, 22. Januar 2012

Wisst ihr, was das gottverdammte Problem ist?
Keiner hat auch nur die Möglichkeit dazu, mich zu verstehen, weil ich einfach komplett dicht mache.
Die Gedanken, die ich hier niederschreibe hat noch nie jemand, den ich wirklich "kenne" jemals zu hören bekommen. Evtl. mit Ausnahme meiner Therapeuten/..., aber auch diese nur in Teilen.

Ich verbaue mir alles selber.

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Den Absatz habe ich vor ner halben Stunde geschrieben, wurde von meiner Mutter unterbrochen. Toll, toll, Frühstück.
Jetzt ist mir alles wieder so unheimlich egal...
Ich schreibe gerade so viel und vor allem Unverwertbares, es tut mir Leid. Der Blog hier ist irgendwie der einzige Ort, an dem ich unzensiert schreiben, denken, fühlen darf und das an sich ist irgendwie schon ein Armutszeugnis.
Whatever, ich hab im Moment keine Lust, geistreich zu posten.
14 Stunden, kein Schlaf, nur quälende Gedanken, wenn ich mich einen Moment nicht konzentriere.

Ich melde mich schon wieder bei niemandem. Mein Leben ist ein Scherbenhaufen und ich repariere nichts, nein, ich hau die Scherben nochmal auf den Boden, damit sie in noch mehr Teile zerspringen.

Meine Freunde tun mir Leid, wirklich.

Ich wollte mich nicht als Freundin haben, das hat keiner verdient.
Es ist 3:18, ich zocke seit etwa 8 Stunden. Einzigen Unterbrechungen: fressen.

Mensch, ich habe wirklich Angst, nie wieder alleine klar zu kommen, also ohne Therapie, Klinik und dem ganzen Kram.
Ich hab so eine Angst abzustürzen, dass ich meinen Kopf total in den Sand stecke. Ich wünsche mir im Moment so sehr, wieder in der Klinik zu sein. Es war zwar auch nicht schön, aber sicher, ich wusste, dass ich nicht ins bodenlose abstürzen kann, sondern da immer jemand ein Auge auf mich hat und sich um mich sorgt.
Aber würde ich jetzt aus eigenem Wunsch wieder in die Klinik gehen, würde ich mich dafür noch mehr hassen. "Wäre ja einfach nur schwach. Wahrscheinlich bilde ich mir das alles nur ein, ich will nur Aufmerksamkeit", das würde mir im Kopf herumgeistern. Davor habe ich noch mehr Angst, als komplett zu versacken.

Hier zuhause merke ich nur, dass mein Vater absolut nichts von Gefühlen versteht und meine Mutter mich für Unzurechnungsfähig erklärt und mich auf komische Art und Weise kontrolliert.
Hier kann ich nicht ich sein.

Ich hab mich heute mit meiner Betreuerin getroffen. Sie ist wirklich total nett, arbeitet selbst wohl teilweise auch in der Psychiatrie hier, aber irgendwie hab ich trotzdem das Gefühl, dass sie absolut nicht abrafft, wie es mir geht.
Sie meinte, sie wäre so geschockt gewesen, als sie im Vorfeld erfahren hat, dass ich 3 Diagnosen hab und 5 Monate in der Klinik war, aber als sie mich dann kennen gelernt hat, haben sich ihre Bedenken aufgelöst.

Aha. Mir gehts trotzdem nicht gut, auch wenn mir das nicht auf der Stirn geschrieben steht.

Ich glaub sie denkt, ich hätte einfach durchschnittliche Probleme, nichts weiter.
Ich hätte ihr heut wirklich oft gern ins Gesicht gesagt: "Hör mal her: Es ist nicht alles in Ordnung bei mir. Fressattacken zu haben, bedeutet nicht, mal ne Tafel Schoki zu essen, weil man Lust drauf hat und soziale Phobie zu haben, bedeutet nicht, nur keinen Bock zu haben, sich bei jemandem zu melden oder nicht gerne zu telefonieren, weil die Akustik aufm Handy ja so schlecht ist."

Es ist kindisch, ich weiß.

Ich gebe mir Mühe, da drüber zu stehen, ich muss mit ihr ja nicht mein Gefühlsleben erörtern, sie wird mir einfach im Alltag zur Seite stehen. Und ich glaube, da komme ich mit ihr wirklich gut klar.

Am Dienstag habe ich einen Termin bei meiner Therapeutin, um 9 Uhr. Ehrlich gesagt beschleicht mich der Gedanke, dass sie mir absichtlich morgens während der Schulzeit einen Termin gegeben hat, in der Hoffnung, dass ich Absage, weil ich keine Zeit habe.
Aber ganz sachlich: Ich war 5 Monate lang nicht mehr bei ihr, ich kann froh sein, dass sie mir einen Termin geben konnte und wahrscheinlich hatte sie wann anders einfach nichts frei.

Oh man. Bitte, ich möchte auf eigenen Beinen stehen können. Ich will nicht in der Krisenintervention landen, weil nichts mehr geht. Ich will leben.

Samstag, 21. Januar 2012

Ahja, danke, dass du meinen Umzugskarton begutachtest hast und die Bücher in der Bibliothek zurückgegeben hast, danke, vielen Dank. Ich hab zwar gesagt, dass ICH DAS GOTTVERDAMMT ALLEINE machen will, aber hey, "man konnte mit mir ja nicht reden".

Danke.

Danke.

Ja, ich rege mich über jeden Kleinscheiß auf, aber es pisst mich an. Ich hasse es in diesem scheiß Zimmer zu wohnen, das mal mir gehört hat. Es riecht jetzt anders. Es ist anders dekoriert. Ich fühle mich in meinem Zimmer fremd, weil meine Mutter es ohne zu fragen in ihr Arbeitszimmer umfunktioniert hat.

Ja, ich mache mich mit diesem Post dermaßen lächerlich, JA. Es ist kindisch, JA.

Ich HASSE das. Ich hasse, hasse, hasse es, hier wohnen zu müssen. 1,5 Wochen, 1,5 Wochen zu lang.

Ich kann meine Tabletten selbst nehmen, ich brauche keine beschissene Erinnerung.

Ich hasse meine Mutter, denn sie wird mir gefährlich. Mein Vater hat keinen Plan von mir, er denkt rein rational, damit komme ich klar. Er kann meine Mauer nicht zum einfallen bringen, er verletzt mich nicht, das weiß ich.
Meine Mutter ist ein narzisstisches Wrack, dem es Spaß macht, mich zu malträtieren. Ja, erklär mich für unselbständig. Du weißt selbst so genau, dass die Vorwürfe, die du mir machst nur ein Ventil sind, um mit dir selbst klar zu kommen.

Und ich weiß, dass ich meine Mutter nur so hasse, weil sie mir so ähnlich ist. Weil ich mich hasse.

Weil ich keine Lust mehr hab, hier zu hocken und keine Lust hab, rauszugehen. Ich will ausziehen, jetzt, sofort. Ich will mich nicht mit meiner Betreuerin treffen und mit ihr ins Museum zu gehen, ich halte das nicht mehr aus. Ich will keine gute Laune mehr vortäuschen, ich will mich zerfleischen. Ich will de Mut dazu haben, mich zu zerfleischen. Ich will tief schneiden. Ich will nicht oberflächlich schneiden. Aber mir ist es nie tief "genug", das weiß ich. Und der Selbsthass potenziert sich nach dem Schneiden genau aus diesem Grund.

Ich bin zu feige.

Ich bin zu gefühlsbetont.

Freitag, 20. Januar 2012

Danke der Nachfrage, emaschi.
Erst noch: Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Ich hoffe, es geht bald aufwärts, bei dir.


Zur Frage: Ja, wie geht's mir? Hm.
Die Woche war ein Auf- und Ab, heute Mittag wurde ich dann entlassen.
Seit gestern weiß ich, dass alles klappt, wie ich's mir vorgestellt hab: Ich hab Betreuung zugesagt bekommen und treffe mich morgen schon mit meiner Betreuerin.
In meine Wohnung werde ich am 1. Februar ziehen, bis dahin wohne ich bei meinen Eltern. Da bin ich jetzt grad.

Die ersten Stunden "allein" (aka "nicht mehr vollstationär") waren nicht so toll, ich kann mich hier überhaupt nicht entspannen. Ich spiele heile Welt vor und das entspricht absolut nicht meinem Innenleben. Meine Mutter empfinde ich als aufdringlich, allein die Frage, ob ich jetzt wieder besser schlafen kann, ist mir zu persönlich. Mich wühlt das auf und schalte dann in den Kampfmodus um, ich muss mich beherrschen, sie nicht anzuschnauzen.

Auf SMS, Anrufe und Co reagiere ich schon wieder nicht. Alles so anstrengend.
Zähne putzen, anstrengend.
Abschminken, anstrengend.
Sachen auspacken, anstrengend.
Medikament nehmen, anstrengend.

Also lass ich das einfach alles sein und wälze mich im Bett herum, weil die Gedanken mich quälen.

Ich schreibe wirr, ich weiß. Das nennt man dann wohl authentisch, haha.

Und schon jetzt frage ich mich, in wie vielen Tagen/ Wochen ich wieder in der Klinik lande, weil ich nicht mehr kann.

Wenn ich mich so beobachte, beschleicht mich fast das Gefühl, dass ich jetzt cool bin. Ja, schon unheimlich cool ein Wrack zu sein, ich Idiot. Ich würd mir so gern das Coolpack so lang an die Hand pressen, bis ich nur noch den stechenden Schmerz vom Gefrierbrand spüre. Aber allerliebste Mama hat beschlossen nun alle Packs in den Kühlschrank zu tun, weil die sonst kaputt gehen, sowas aber auch.
Lache ich mich selbst aus? Nie.

Zappenduster, SoaD, hallo lange Nacht.

Sonntag, 15. Januar 2012

Ich fange an zu lernen und höre nach 20 Minuten wieder auf. Es geht nicht, ich kann mich nicht konzentrieren, ich fühle mich leer und schwach.

Ich halte den Druck, den ich mir selbst mache, nicht aus. Schwarz-Weiß-Denken ist so anstrengend. Es gibt nur lernen oder nicht lernen. Es gibt nur Erfolg und kein Erfolg, nur ein Cent oder kein Cent.

Ich will was ändern aber die Tiefs holen mich immer wieder ein. Es fühlt sich an, wie ein endloses auf der Stelle treten...
Ich weiß, dass ich es schaffen kann. Nicht hängen lassen, reiß dich am Riemen. Wenns läuft, läufts.

Es MUSS einfach klappen.

Englisch lernen, jetzt.

Samstag, 14. Januar 2012

Ist nichts passiert, auch wenn der Gedanke zeitweise bedrohlich verlockend war.
Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich morgen mit zu nem Spiel von ihr mit möchte. Es ist mir so unglaublich schwer gefallen, zu antworten, ich hab jetzt gut 5 Stunden mit mir gerungen. Keine Ahnung, was mein Problem damit ist, aber es kostet mich jedes Mal so viel Kraft, solche Banalitäten zu erledigen.

Die letzten Tage habe ich wieder das Gefühl, mich leiden sehen zu müssen. Das äußert sich oft in totalen Kleinigkeiten: Ich unterdrücke mal ein Grinsen, mal kaufe ich mir einen Energydrink, obwohl ich die nicht ausstehen kann.
Ich mache mir meinen Alltag ungemütlich und ich weiß nicht, wo ich den Willen, positives zuzulassen, gerade hernehmen soll. Ich will's nicht. Das ist keine bewusste Entscheidung, die ich treffen kann, die Entscheidung trifft mich.
Gestern hab ich nicht alles anders gesehen, heute auch nicht. Die Luft ist raus. Ich schwanke zwischen kraftlos und angespannt-panisch.
Ich kann momentan nur ganz schlecht Menschen um mich haben und ich habe Angst, dass ich meine Tabletten einfach nehme und schlucke, die letale Dosis hab ich da.

Was würde dann passieren?
a) Ich sterbe und ein paar Leute die ich kenne haben schreckliche Schuldgefühle, allen voran die Pädagogen, die gerade Dienst haben, die ich sehr gern hab.
b) Ich überlebe und hab vmtl. Organschäden und kann mir meinen Platz im betreuten Wohnen abschminken. Ich komme in die Kriseneinheit und mir gehts noch beschissener.

Goddamn shit

Freitag, 13. Januar 2012

Immer, wenn ich gerade nicht total angetrieben und motiviert bin, kommt das Gefühl von Leere. Sie brennt in dunklen Farben knapp über meiner Brust.

Sie verbrennt mich von innen.
Sie macht mich suizidal.

Jetzt, wo ich langsam wieder in den Alltag eintrete, wird meine Stimmung immer wechselhafter. Von himmelhoch-jauchzend bis abgrundtief-betrübt.

Ich habe Angst, dass ich mein Leben nicht meistere. Ich bin schon jetzt viel zu schlecht. Ich will ein 1,5er Abi und hab die ersten 2 Halbjahre einen Schnitt von 2,0.
Meine Ansprüche werden immer höher.

Ich will nicht, dass alles wieder so wird, wie vor der Klinik, doch ich darauf steuere ich gerade zu.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Ich gebe auf, ich gebe einfach auf und falle in der Menschenmasse trotzdem nicht auf. Innere Resignation.
Es ist mal wieder der typische Post-Fressanfall-Gedankengang und obwohl ich mich verstandesmäßig davon abgrenzen kann, kann ich es GEFÜHLsmäßig nicht.

Ich will keinen einzigen Gedanken an die Nahe Zukunft verschwenden, die Last, die mir diese Aussicht auf die Schultern legt, ist riesig.

Immer noch keine Mail von meiner Therapeutin, die Angst, dass ich sie verletzt habe wächst stetig.

Ich will keinen Schritt mehr tun, kein Wort mehr tippen und doch weiß ich, dass morgen alles wieder anders aussieht.
Die Angst wird zur Leck-mich-am-Arsch-Stimmung mit verlogenem Grinsen. Es ist genial, was für eine Menschenkenntnis manche Leute haben. Die Frau vom Jugendamt hat meine arrogante und beschissen ironische Art ja als kämpferisch interpretiert :D
Jedenfalls: Der Anbieter, der sofort Betreuung zur Verfügung stellen könnte, hat Schiss.. Scheiße gelaufen, was? ;)
Ich hab am Mittwoch einen Termin mit denen, da muss ich die werten Herrschaften dann davon überzeugen, dass ich nicht vor hab, mich in absehbarer Zeit umzubringen, wie deren andere Patientin, die ebenfalls von der Psychiatrie in betreutes Wohnen gekommen ist und einen Suizidversuch hatte.

Jow!

Ich hasse meine Aggressive Stimmung, ich schnauz grad jeden an, der sich in nem Umkreis von weniger als 2 Metern befindet...
Scheißdrecks Klinik, scheißdrecks [ich] :D

Ich will essen, essen, fressen, essen und weeeeeeeeg sein :)


Morgen beginnt ein neuer Tag, alles wird gut.
Vor ca. 2 Stunden hab ich die Mail an meine Therapeutin weggeschickt, noch hab ich keine Antwort. Mir schnürt sich der Hals von Minute zu Minute mehr zu und ich habe höllische Angst, dass sie sauer ist und sich benutzt fühlt.
2 Stunden, das ist eigentlich lächerlich!


Meine stationäre Therapeutin sagt mir immer wieder, dass sie großen Respekt vor mir hat und mich sehr tapfer findet, obwohl sie gar nicht weiß, ob ich das hören kann. "Es überkommt mich einfach", hat sie gesagt.
Ich finde das unheimlich süß, WENN es echt ist, aber ich habe Angst, zu naiv zu sein.

In 1 Stunde ist der Termin beim Jugendamt, dann werd ich wohl wissen, wie lang ich auf eine Betreuung warten müsste, wenn ich eine eigene Wohnung habe.

Ich hab so Angst, vor allem, vor der Entlassung, zu naiv zu sein...
Ich weiß nicht mehr wem ich trauen kann. Ich fühle mich allein.

Ich würde so gern diesen schützenden Rahmen der Klinik behalten. Ich habe Angst, LOSZULASSEN. War schon immer so, eigentlich nichts neues.

Ich bin total zittrig und aufgewühlt.
Trotzdem glaube ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin, es geht langsam, aber sicher aufwärts!
Gestern war die letzte Wohnungsbesichtigung, das Zimmer ist echt super. Sind zwar nur 20qm, auf denen sich Küche, Bad und Co. befinden, aber die Einrichtung ist total schön.
Ich freu mich also tierisch, dass ich die Wohnung bekomme und bin zuversichtlich, dass ich die paar Tage, bis die Betreuung zur Verfügung gestellt werden kann (Ende Januar), meistere.

Tja, wäre ja auch zu schön gewesen, oder? Gestern Abend hab ich dann noch eine Mail vom Jugendamt bekommen: Der Anbieter, der die Betreuung organisiert hätte, hat leider doch keine Kapazitäten mehr.

Heißt auf gut deutsch: Geh in ne vollstationäre Jugendhilfe-Einrichtung oder komm bis auf weiteres alleine klar.


Ich mache Pro-Contra-Listen, aber irgendwie überzeugt mich nichts so richtig. Ich will eigentlich nicht vollstationär gehen, weil ich dann, genauso wie in der Klinik, fast nur von psychisch kranken Leuten umgeben bin. Ich kann mich von anderen Menschen momentan so schlecht abgrenzen, dass ich andauernd das Gefühl hab, dass es mit auch schlecht gehen muss und dass ich noch nicht kaputt genug bin.
Aber das ist Bullshit, deswegen möchte ich Abstand gewinnen.
Ich weiß, dass mir dadurch eine Möglichkeit, mich abgrenzen zu lernen, entgeht, aber ich hab einfach die Befürchtung, dass der Schuss nach hinten losgeht.




[ ] Psychiater anrufen
[x] Therapeutin mailen (darauf bin ich ein wenig stolz!)
[x] Musiktherapie absagen
[ ] Hausaufgaben machen
[ ] 1500kcal essen
[ ] Mit der Frau vom Jugendamt weitere Vorgehensweise besprechen
[x] Spiegeltraining überleben
[-] In Geschichte den Mut dazu haben, zu sagen, dass ich früher gehen muss, anstatt einfach nicht hinzugehen
[ ] Mich eine halbe Stunde zu den anderen in den Aufenthaltsraum setzen
[ ] Mich nicht wie eine Versagerin fühlen, wenn ich nicht alles geschafft habe

Mittwoch, 11. Januar 2012

Ich will mal ehrlich zu mir sein: Was bringt es mir, den Wettbewerb "Wer ist am kaputtesten" zu gewinnen? Wird dadurch irgendetwas besser? Poliert das meinen Selbstwert dann auf?
Nein und nein.

Alles was ich dafür bekommen könnte, wäre geheucheltes Mitleid von Leuten, die ich nicht einmal im Leben gesehen habe.

Ich will das nicht, ich will kämpfen. der Tod rennt mir nicht davon.
Und außer krank bleiben und mich immer weiter in der Abwärtsspirale zu drehen, gesund werden oder sterben gibt es keine Möglichkeiten.

19 Wochen Klinik sind GENUG! Ich muss niemandem beweisen, dass es mir schlecht geht, vor allem nicht mit selbst.
In kleinen Schritten vorwärts.

Heute ist die letzte Wohnungsbesichtigung, ich hoffe dass ich das Zimmer bekomme.

Heute will ich meiner Therapeutin schreiben. (Danke für deinen Kommentar, wohaipa!)

Heute will ich meinen Psychiater um einen Termin bitten.

Heute will ich anfangen, GESUND zu essen.

Noch heute werde ich an all dem, was ich geschrieben habe Zweifeln. Noch heute werde ich den Druck verspüren, zu fressen, weil eine gesunde Menge in meinem Kopf "zu viel" ist. Und auch wenn ich dann esse, bis nichts mehr reinpasst, ich will nicht aufgeben. Solange ich weitermache geht es voran.

Ich bin es mir wert. Ich darf mich freuen.



[-] Therapeutin mailen
[-] Psychiater anrufen
[x] Jugendamt anrufen
[~] 1500kcal essen --> 1000, immerhin
[x] Wohnungsbesichtigung
[x] Mit Mitpatientin in die Stadt
[-] Schokokuchen backen
[x] Wenigstens eine halbe Stunde mit den anderen Patienten zusammen im Aufenthaltsraum sitzen (Es gibt doch eigentlich kein besseres Umfeld, um soziale Unsicherheiten zu überwinden!)
[-] Hausaufgaben machen
[x] Mehr Schulstunden genehmigt bekommen (jetzt 4, ich hätte gern 6)
[~] Nicht wie eine Versagerin fühlen, wenn ich heute nicht alles schaffe ;) --> Naja..

Montag, 9. Januar 2012

Ich werde entlassen. Nächste Woche. ich weiß nicht, wo ich dann hin soll. Ich hab mörderische Angst, ich hab hier über 4 Monate gelebt! Nur, weil ich keine Ziele für hier formulieren kann, aber hey, das konnte ich auch bei meiner Aufnahme nicht, das konnte ich noch nie. Ich hab Angst, abzustürzen. Ich hab zu meiner amb. Thera momentan keinen Kontakt mehr, weil ich mich nicht mehr gemeldet hab, auf ihre Weihnachtsgrüße. Ich hab Angst mich wieder bei ihr zu melden. Sie wa diejenige, die meine Existenz ein wenig abgesichert hat und ich weiß, dass ich alleine JETZT noch nicht klar komme. Hilfe.

Samstag, 7. Januar 2012

Es ist so unglaublich hart und schwer gegen die Sinnlosigkeit anzukämpfen. Ich sitze seit Tagen nur in meinem Klinikzimmer und schiebe scheiß Laune, abgesehen von einem Treffen mit ner Freundin.
Ich fange immer wieder an zu hungern, um am Ende des Tages wieder die berühmte lmaa-Stimmung zu bekommen und mich vollzufressen.
Die Leute in der Klinik können mir nicht helfen, ich bin jetzt schon 18 verdammte Wochen hier und eigentlich nicht wirklich weiter.
Es ist alles so ein berechenbares Auf und Ab und trotzdem raubt es Kraft. Die guten Phasen sind für mich nicht mehr einfach "gut", sondern vielmehr "trügerisch", vielleicht liegt da ja der Hund begraben.

Montag, 2. Januar 2012

Anonym: Ich hab noch nicht aufgegeben. Es tut mir Leid, dass ich meistens negativ poste, aber mit den Gedanken kann ich sonst nirgendwo hin.
Danke, für deine Kommentare, denn du
hast verstandesgemäß absolut Recht. Wenn ich es schaffe mit Distanz auf meine Probleme zu schauen, komme ich zu demselben Ergebnis wie du.

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Ich möchte wieder gesund abnehmen, ich bin das "Ganz oder garnicht"-Muster leid. Ich will keine Fressattacken mehr bekommen, nur weil ich einen Apfel gegessen habe.

Es ist Zeit, auf Wohnungssuche zu gehen.
Das schaffe ich.