Freitag, 29. Juni 2012

Heutzutage trifft man seine Therapeuten nicht mehr auf der Straße, sondern beim plastischen Chirurg. Da soll mir nur noch einmal was von natürlicher Schönheit und Körperakzeptanz erzählen.
Ich fühle mich verletzt, hintergangen. Das ist ein unglaublich riesiger Glaubwürdigkeitsverlust. Ist Körperakzeptanz Utopie? Die, die mir den Lösungsweg predigen, sind selbst kein Stück besser. Ne andere Therapeutin macht Tischbegleitung nur, wenns Fisch gibt, war zu ihrer Schulzeit laut Mitschülerinnen von ihr "unauffällig, eher pummelig", heute auf jeden Fall (stark) untergewichtig.

Und denen soll ich noch was glauben? Wie naiv von mir.

Scheiße, macht mich das gerade fertig. Ich komm da nie wieder raus, es wird nie gut werden, ich renne einem unerreichbaren Ideal hinterher, dem keiner entspricht, aber alle anpreisen. Lächerlich, lächerlich.

"Du bist ja so aufgeblüht"
"Du bist so schön, wenn du lachst"
"Du bist echt wie ausgewechselt"

- Danke, ich weiß dass man mir meine Gedanken nicht immer ansieht.


Guess what? Fickt euch, ihr Therapeuten. Ich soll Expos machen? Yay, ich will nicht. Ich bins Leid, ich bin euch Leid. ICH WILL GAR NICHTS MEHR.
Todessehnsucht? Juhu!

Montag, 25. Juni 2012

Hatte heute Einzel, meine Therapeutin ist zum Glück wieder ausm Urlaub zurück. Bin stolz, dass ich ihr alles erzählt habe, war befreiend. Ansonsten war die Stunde auch sehr verwirrend, mir wird bei jedem Mal aufs Neue klar, dass ich eigentlich gar keine Ahnung von meinen Gefühlen hab. Ich kenne "Selbstfürsorge" nicht, ich kenne nur die vom Verstand aufgesagten "hilfreichen" Gedanken: "Ich darf mich gut fühlen" und Co.
Ich bin total verkopft und das macht vieles so schwer.

Ich hab das Gefühl in der Therapie lediglich im Schneckentempo voran zu kommen, die Hälfte der Zeit sitze ich da und erzähle wirren Stuß, weil ich so schwer erklären kann, was in mir eigentlich vorgeht.
Und irgendwie hab ich immer größere Panik, dass ich hier bald gehen muss.
Warum können alle, alle, alle scheiß strahöende Fotos auf Facebook posten? Warum haben alle tolle Schnppschüsse von Momenten, die schön waren, nur ich nicht?

Right, weil mir der Spaß fehlt. Dumm, verklemmt, unlustig, peinlich, unreif - moi.
Ich komm auf nichts mehr klar, gar nichts.
2 mal beim Blutabnehmen verstochen worden, heute Mittag gibts den ganzen Spaß nochmal.

1/16 der Richtmenge geknabbert, ergo ein Achtel Brötchen

X Schläge mit dem Kopf gegen die Wand.

Ich will hier weg, nicht mehr ich sein.
Warum geht es so steil bergab? Ich fühl mich wie im freien Fall...

Wahnsinnig realistische Suizidvorstellungen. Ich könnte sofort weg sein. Sofort. Ein Zug, ein Sprung, eine Handvoll Tabletten, ein Seil, eine unvorsichtig weite Schwimmtour im Chiemsee, ein paar Schlücke Reinigungsmittel, ...

Oder bleiben wir harmlos: EInfach nur ne fette neue Vereisung. Versprochen, dass ichs lasse? Geht mir am Arsch vorbei. Guckt mich Wrack an, da ists dann auch egal, wenn der eine Arm abfault -.-

Impossible's nothing -.-

Bin hin und her gerissen, Hilfe holen oder es mit mir allein ausmachen.
Sterben, sterben, sterben, abwarten oder bitten, mich in die Psychiatrie zu bringen?
Ach, so schlimm ists gar nicht, ich übertreibe. Ich Arschloch, Aufmerksamkeitssuchti, verfickter!

Kniffel online zur Ablenkung. Omg.

Mit Suizidgedanken eingeschlafen, mit Suizidgedanken aufgewacht.

Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht was konkret es ist, das mich so fertig macht. Vielleicht die Gesamtsituation:

  • Die Patientin, mit der ich meine gesamte Zeit verbracht habe, geht morgen
  • Wieder n FA gehabt, wieder SVV-Druck
  • Alle erwarten von mir, dass ich die Richtmenge esse, meine Gedanken bzgl. Essen sind aber präsenter denn je
  • Ich hab 2 Mal zugenommen, obwohl ich mir den Arsch aufgerissen habe und NORMAL gegessen habe 
  • Mein Körper sieht scheiße aus und ich bin für immer gezeichnet von meinen Selbstverletzungen. Und zwar so, dass es auffällt. Wuchernde Narben, allein die Vereisungen haben jeweils um die 35cm² große Vernarbungen auf den Armen zufolge.
Und das Schlimmste ist, dass ich damit ganz allein bin. Ja, ich kann meine Gedanken hier niederschreiben, jedoch wird mich keiner, kein noch so lieber und gefühlvoller Kommentar da rausholen.
Ich sitze in der Scheiße fest, einsam.
Auch das Einzel wird mir nicht helfen.

Ich will eigentlich nur noch in die Psychiatrie und mich mit den Medikamenten dort zudröhnen. Besser wird davon allerdings nichts, das weiß ich, aber ich glaube die Hoffnung geht mir langsam sowieso flöten. Nein, falsch. Nicht "langsam", sondern gerade im Eiltempo.

Es soll aufhören. Ich kann nicht mehr. SCHEIßE!

Sonntag, 24. Juni 2012

Ich bin den Geschmack von Süßem genauso leid, wie mein Leben.
Ich bin die selbstverschuldete Verliererin dieses bescheuerten Spiels.

Mir fehlt nur noch der Mut zum Ende. 
Mir ist so nach Aufgeben zumute.
Ich bin kurz davor, meine 3 Wochen FA-frei wegzuschmeißen und einfach nur noch fressen. Will meine Leck-mich-am-Arsch-Stimmung wieder.
Ich fühle mich scheußlich.

Ich geh jetzt fressen, auf dass mein Gewicht morgen das 3. Mal in 1,5 Wochen ansteigt... scheint ja eh egal zu sein, ob ich fresse oder nur normal esse -.

Fick dich, Welt -.-

Freitag, 22. Juni 2012

Könnte den ganzen Tag nur essen. Das Wochenende wird scheiße anstrengend, ich kann schon jetzt nicht mehr.
Alles nicht so, wie ich es geplant hab.

Mich pisst das alles so an.

Mein Körper ist ein einziges Wrack.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Ich bin endlich am freien Tisch - mein Highlight des Tages, das mir das Licht am Ende des Tunnels vor Augen führt, ansonsten sahs nämlich heute wirklich stockdüster aus.
Akribisch genau rechne ich mein Kochrezept von heute Mittag in der Lehrküche durch. 749 kcal das Hauptgericht, 202kcal das Dessert. Wie ferngesteuert, ich musste das wissen, musste gleichzeitig schauen, was ich alles reduzieren kann und wie viel ich dadurch einspare. "Gutes Rezept, aber wozu Öl? Sahne brauch ich keine und den Käse... den kann man auch rausnehmen". Hahaha, oder so.


Bin geschafft von so viel Pessimismus, ich will doch eigentlich wieder die Kurve kriegen und GEGEN meine Krankheiten arbeiten.


Morgen werden mir die Fäden gezogen.


"Wenn man etwas isst, vor dem man Angst hat und dann zunimmt, sollte man genau das Selbe nochmal tun, dein Gewicht wird nicht nochmal einen Sprung nach oben machen, das sind die normalen Schwankungen."
Done.
What happend?
Nochmal Gewichtssprung.

Ich bins Leid, wirklich. Ich esse diese verfickte Richtmenge und nehme von dem scheiß zu. 1kg in einer Woche, HALLO?
Ich hab so höllische Angst, noch mehr aufzugehen.
Mein Körpergefühl ist schrecklich, das erste Mal erbrochen - gut gemacht, ich weiß, ich fühle mich wie der letzte Dreck. 


Perfektes Timing, um an den freieren Tisch zu kommen, wa? :D
Dort kann man ja super einsparen, ganz toll!

Seit gestern darf ich meine Tabletten selbständig einnehmen. Verlockend - Ich könnte ja ein wenig sammeln und mir dann alles auf einmal geben. Bei 10 Tabletten, die ich täglich bekomme, würden ein paar Tage ja reichen. Dann wär ich weg, im Nirvana, Traum. Suizid... allen Problemen entfliehen, nie wieder das Fett an meinem Bauch schwabbeln fühlen. Nie wieder Angst haben. Schöner Traum. Aber keine Angst, dazu hab ich nicht den Mut.


Habe mich schon gestern für heutiges Kuchen essen verabredet, YO. Weil ich ja so dünn bin, muss son Kuchen schon sein.



Mittwoch, 20. Juni 2012

Wir haben ne Neue am Tisch. Keine Ahnung ob Bulimie oder Fettsucht, ich wills auch gar nicht wissen, das Einzige, das ich sehen und denken konnte war: "dick, dick, dick."
Nicht falsch verstehen, ich werte sie als Person in keinster Weise ab.
Als sie beim Abendessen dann aber weniger als die Richtmenge gegessen hat, hab ichs so mit der Angst zu tun bekommen: "Du wirst noch fetter als sie", "Sieh wie undiszipliniert du bist" und "Du bist ekelhaft" haben sich in meinen Gedanken abgewechselt. Ich hab nicht mal die gottverdammte Richtmenge geschafft, das erste Mal seit 2,5 Wochen. Das und das Bewusstsein, so einen unglaublich hässlichen Charakter zu haben, löst wiederum Selbsthass aus. Und aufgrund des Selbsthasses möchte ich mich einfach nur noch zerstören.
Ich HASSE es.
Ich hasse die momentane Situation, ich werd von den Therapeuten wie ne Idiotin hingehalten, aber hey, mit mir kann mans ja machen.
SO EIN SCHEIß, EY. -.-

Ich esse jetzt seit gut 2 Wochen normal und das macht mir Angst! Ich will mich nicht mit meinem Körper abfinden, ich will nicht immer so dick bleiben. Ich will nicht alles verlieren, was mir noch geblieben ist.
Ich will nie mehr den sicheren Schutz der Kliniken missen, ich will nicht allein auf mich gestellt sein.
Sie werden meinen Aufenthalt nicht auf Ewigkeiten ausdehnen, dabei bräuchte ich genau diese Ewigkeiten, um auch mal wieder nur annähernd klar zu kommen.

Wen hab ich denn noch? Niemanden?
Meine Betreuerin zieht sich immer mehr zurück.
Meine Eltern sind sowieso ne Katastrophe.
Meine Therapeutin meldet sich seit Monaten nicht mehr.
Meine Freunde haben jetzt alle Abi gemacht und ziehen weg.

Angst, Angst, Angst. "Wenn ich normal esse, denken die doch, dass es mir gut geht", laute Stimme.

Ich kann denen hier nicht vertrauen. Das Gefühl, nie wieder "leben" zu können, lässt mich in eine Schockstarre verfallen.
Will nicht mehr essen, will hungern.
Will mich wieder verletzen.
Definiere meinen Charakter mal wieder als "nicht mehr zu retten".

Meine Zukunft ist genauso diesig, wie das Wetter hier.

Montag, 18. Juni 2012

Alles irreal, meine Umwelt sieht nach Urlaub aus. Meine Mitpatienten sind irgendwie so gut wie alle scheiße oder stehen kurz vor ihrer Entlassung. 
Ich bins Leid. Die Suizidgedanken schleichen sich langsam wieder ein... in den unterschiedlichsten Momenten. Ich halte die Hitze hier nicht aus. Ich halte es nicht aus, zugenommen zu haben, obwohl ich keine Essattacke hatte. Ich will fressen, das Völlegefühl spüren und völlig von ihm beherrscht werden.
Stattdessen hab ich gleich Ergometertraining und muss dann duschen und dann setze ich mich zu einer Mitpatientin, hab ich ihr versprochen. Sie geht am Dienstag, yay.

Ich will weg sein. WEG! Oder zugedröhnt in ner Ecke liegen.

Achja. Jetzt hab ich auch keine Zeit, muss noch n Freund anrufen -.-
Das Wochenende war unheimlich auslaugend. Viel unternommen, viele Gewissensbisse wegen des Essens gehabt.

Leer, zurückkehrende Zweifel an meiner Person, plötzlich scheint alles bisher geschehene so trist und grau.
Habe ich jemals Freude empfunden? Es ist, als ob alles Positive mit meinen Stimmungsschwankungen zugrunde geht.
Verzweiflung, Angst, Unruhe. Pessimismus... und Sprachlosigkeit.

Freitag, 15. Juni 2012

Nachdem die letzten Tage irgendwie recht blöd waren, fühle ich mich heute viel besser.
Ich bin zwar ziemlich ausgepowert, aber wenigstens nicht angespannt und das tut so gut. Ich war 2 Stunden bei strahlender Sonne spazieren und war im Café und hab mit einer Mitpatientin spontan ein Stück Kuchen bestellt, das wir uns dann geteilt haben. Und ich hatte kein schlechtes Gewissen!
Es war so unheimlich schön, das zu können, ein Stück Normalität, das wir beide uns erkämpft haben :)

Der Weg ist steinig und hat viele, viele Unebenheiten. Aber ich laufe weiter. Einmal mehr aufstehen, als hinfallen!
Den Optimismus spüren und ihn zulassen. Die Freude zulassen - nicht versuchen festzuhalten, sie aber auch nicht wegschieben. Radikale Akzeptanz, der Schlüssel?

Donnerstag, 14. Juni 2012

Bitte - Bitte, das ist ein schlechter Traum, sagt mir, dass das nicht stimmt.

Mir hat ja schon die Wut auf den Cotherapeuten gereicht, aber heute durfte ich erfahren, dass sogar die richtigen Therapeuten scheiße verzapfen.
Mir wurde am Dienstag gesagt, dass ich auf den nächsten Tisch aufrutschen darf, da kommt man hin, wenn man einigermaßen sicher und zuverlässig isst. Quasi das nächste Level.
Ich freu mich wie Otto, dass ich endlich wieder zu den Leuten, die ursprünglich mit mir am Tisch saßen, darf, aber neeein, wäre ja zu schön gewesen. Sie haben gestern nochmal im Team drüber geredet und irgendein Heinz meinte wohl, dass ich die Richtmenge nicht esse. Wollt ihr mich verarschen? Ich weiß doch wohl, was ich da jeden Tag in mich reinschaufle?!
Ich bin so unheimlich wütend und verletzt.

Desweiteren meinte meine Therapeutin, dass dieses "Scheuklappen auf und durch" nicht gut ist. Ich solle mich doch ehrlich entscheiden, ob ich essen will oder nicht und mir auch die Option lassen, es nicht zu tun.
Super, ich weiß ganz genau, wie das ausgeht, wenn ich mich wirklich ehrlich entscheide und genau so darfs nicht enden.
Wenn ich mich einmal gegen die Gesundheit entschieden hab, glaubt mir, ich schaffs in 5 Tagen, mich wieder Psychiatrie-reif zu bekommen. Oder noch besser, wie meine Hausbank ja so schön wirbt: "Wir machen den Weg frei".
Ich hab ihr das schon so oft erklärt, ich werde niemals die Erleuchtung erleben und dann voller Motivation essen. Ja, verdammt, ich zwinge mich dazu zu essen, weil es eben nur so geht.

Verletzt, wütend, sauer, verunsichert, scheiße drauf und verdammt nochmal ne Menge Selbsthass, Fress- und Selbstverletzungsdruck.

Hallo meine kleine Welt, du wurdest gerade umgeschmissen.
Und während ich mir die ganzen therapeutischen WGs anschaue, packt mich die Angst.
"Will ich denn gesund werden? Ich will doch abnehmen! BMIs unter 18 werden nicht akzeptiert? Aber mit meinem 18er BMI damals war ich doch immer noch fett! Ich will doch nicht mein Leben als Fetti verbringen!"
Ich kann die Gedanken nicht stoppen, sie vereinnahmen mich.

7 Wochen bin ich jetzt schon hier. Ich esse Richtmenge, meine Stimmung ist um einiges besser, als am Anfang.
Warum sollten sie mich noch hier behalten? Sieht doch alles super aus!
Nur in meinem Kopf nicht, aber das kann ja jeder behaupten.
Ich hab so eine Angst vor einer Entlassung.

Gedanken ums Einsparen, aufhören Richtmenge zu essen, damit sie sehen, dass ich noch nicht gesund bin.

Das Einzige, woran ich mich festkralle ist das Wissen, dass es nicht besser wird, wenn ich jetzt wieder von vorne beginne. Ich will mein altes Leben nicht wieder und das einzige was ich tun kann, ist versuchen, gesund zu werden.
Also weiter essen. Weiter bemühen. Tunnelblick, anders schaffe ich das nicht

Edit: Ich kann mich nicht abgrenzen. Eine Mitpatientin bekommt ne Sonde, ner anderen steht das Wasser in den Augen und der Dritten gehts auch nicht gut. Ich will für alle da sein, alle trösten und verliere mich dabei selbst. 
Mir gings schon vorher nicht gut, aber jetzt fühle ich mich auch noch schlecht, von mir selbst enttäuscht und verletzt, weil ich gesagt habe, dass ich auf die Patientin mit der Sondenlegung warte, aber grade von der Ärztin weggeschickt wurde, weils noch 20 Minuten dauert. 
Ja, ich fühle mich verletzt... weil sie meinte, dass ich gehen soll, genau deswegen. War doch gar nicht persönlich gemeint? Stimmt, sollte sogar nur zu meinem Besten sein, nur rafft das mein blödes Gefühl nicht!


Gott, das raubt mir alles so viel Kraft. Kein Wunder isoliere ich mich immer - Man sieht ja was passiert, wenn ich in den Kontakt gehe :(



Mittwoch, 13. Juni 2012

Ich mache fleißig Expositionen, hab gerade eine Tafel Schokolade im Kühlschrank liegen und versuche, sie nicht anzurühren.
Wenn ich das gut schaffe, werd ich versuchen ein Stückchen pro Tag zu essen, ohne dann einen Essanfall zu haben.
Morgen gehe ich mit einer Mitpatientin eine Torten-Expo machen... und versuche dafür nicht an einer anderen Stelle einzusparen.

-
Der gestrige Tag war wirklich schlauchend, andauernd hohe Anspannungen und gegen Abend gabs dann noch eine ziemlich prekäre Situation, die mich total an meine Familie erinnert:
Ich wollte meinen Verband in der medizinischen Zentrale neu machen lassen, weil der alte aufgegangen ist. Eigentlich sollte ich erst heute wieder zum Wechseln kommen, damit die Wunde in Ruhe heilen kann... der Cotherapeut hat mich daher total dumm angemacht ich "wäre ja so eine, die sich ihren Verband immer abreißt(, selbst wenn das in diesem Falle so gewesen wäre, würde er überhaupt nichts mit seiner Logik zu bewirken. Wenn die Wunde aufgerissen ist und ers mir dann nicht desinfiziert und neu verbindet erreicht er nichts, außer dass die Gefahr einer Infektion vervielfacht wird) und sowieso hat er die Anweisung mir erst morgen wieder den Verband zu wechseln."
Mich hat das so wütend gemacht, dass er überhaupt nicht mitdenkt, seine sich widersprechenden Argumente raushaut, als hätte er die Weisheit gelöffelt und mir unterstellt, dass ich bösartig manipuliert habe. Und diese Wut konnte ich echt nicht mehr kontrollieren, ich hab ihn verbal angegriffen und bin recht laut geworden. Ich kam mir vor, wie bei einem Streit mit meiner Mutter, ehrlich.
Und um dem Ganzen dann die Krone aufzusetzen, hat er dann noch eine andere Mitarbeiterin als "Zeugin" hergerufen. Sie sollte, falls ich ihn denn anschwärze (wie paranoid!), für ihn aussagen, dass es ja gar nicht stimmt, dass er mir das mit der Manipulation unterstellt hat. Also ich weiß ja nicht, aber ich fand obiges Zitat und einige weitere ziemlich eindeutig *hust*. Desweiteren hat die Mitarbeiterin nichts außer die kurze Erzählung von ihm mitbekommen. Aber klar, Verbündete auf seine Seite ziehen. Macht meine Mama ja auch so gerne mit meinem Papa. Juhu, überall histrionisch Persönlichkeitsgestörte.

Ah... -.-

Haltet mich für kindisch, aber ich würde den Typen so gern verbal total fertig machen. Was er da abzieht ist genauso link, wie das erbärmliche Spiel meiner Mutter.
Weiß ich mal wieder, warum ich von daheim ausgezogen bin. Weiß ich mal wieder, wie sich Hass anfühlt.

Dienstag, 12. Juni 2012

Ich hab das Gefühl, gar nicht mehr abschalten zu können, die vielen Aktivitäten spannen mich total an. Ich hetze nur noch herum... da merkt man wieder, dass ich total in diesem klischeehaften "alles oder nichts" drin bin - leider.
Heute habe ich wieder ein Einzel. Meine Kristallkugel hat mir zugeflüstert, dass meine Therapeutin es total toll finden wird, dass ich so viel mit Mitpatienten zutun habe.
Selbiges Szenario hatte ich doch schon mal, nur mit meiner ambulanten Therapeutin! Man erinnere sich: Genaaaaau, das war... 1 Woche bevor ich in die Psychiatrie gekommen bin.
Warum? Weil es mich fertig macht. Ständig am gute Laune verbreiten, immer lachen. die Starke sein... Gott, warum kann ich nicht einfach authentisch sein und einen Mittelweg finden?

Ich will gesund werden. Ich wills immer noch.
Ich weiß nur nicht mehr wie, ich verliere schon wieder die Hoffnung, täglich ein bisschen mehr.

Es tut mir Leid, dass ich in meine alten Muster abdrifte. Oder einfach nur schwarzmale... aber ich weiß nicht wohin sonst, mit diesem schrecklichen, zerrissenen Gefühl, das mir gerade alles was ich die letzten Tage geschafft habe, zunichte macht.


Edit: Frühmorgenstief überstanden, die Welt sieht zwar immer noch alles andere als kunterbunt aus, aber es ist aushaltbarer.

Sonntag, 10. Juni 2012

Ich tue mich momentan schwer mit der Richtmenge, wenn um mich herum 5 Leute sitzen, die alle Untergewicht haben und nichtmal ein Viertel von dem, was sie sollten, essen. 
Ich bin stolz, dass ichs dennoch tue. 

Ich war gestern total aktiv, war spazieren, in der Innenstadt und abends Fußball gucken, alles mit Mitpatienten.
Der Weg, den ich einschlage, fühlt sich gut an.

Freitag, 8. Juni 2012

Ich hab mich grad mit einer Mitpatientin zum Kaffee trinken getroffen, das hat der Seele so gut getan. Hab mich richtig gefreut, dass sie mich gefragt hat, weil sie auch eher schüchtern ist und wir nicht so viel miteinander zutun haben, aber es war wirklich schön. So viel positive Energie, es tut so gut, sich mit Leuten zu umgeben, die dafür kämpfen gesund zu werden und auf dem besten Weg dahin sind!
Und sie kommt sogar aus der Nähe von meiner Heimatstadt, da können wir uns total gut treffen, wenn wir beide wieder zuhause sind.
Ich freue mich wirklich darüber!

Langsam nähere ich mich wieder meinem Blognamen an, an das mich wohaipa immer wieder erinnert :)
Dieser Spruch tut mir immer noch bei jedem Durchlesen gut, selbst nach eineinhalb Jahren.

Es geht vorwärts. Meine Therapeutin lobt mich und sobald ich es schaffe, den äußeren Rahmen einzuhalten und nicht mehr totale Durchhänger habe, geht es an die richtige Arbeit, hat sie mir erklärt.
Mich motiviert es total, zu wissen, dass dieses ewige Planen nicht das letzte Mittel ist, um mich aus meiner Krankheit rauszuholen - denn das Gefühl hatte ich bisher immer und hat alles mit einem Schleier von Hoffnungslosigkeit umgeben.

Ich kann nach vorne schauen.
Die transplantierte Haut wächst langsam an.
Der 4. Tag ohne Essanfall.
Ein paar Wochen schon ohne Selbstverletzung.

Langsam aber sicher kann ich mir das immer mehr zustehen. Ich habe mir das verdient. Es darf mir gut gehen - und das kann ich nun immer öfter auch von Herzen sagen! :)


Mittwoch, 6. Juni 2012

Um es einfach mal schriftlich festzuhalten: Gerade gehts mir gut!
Ich hatte ne produktive Einzelsitzung, auch wenn ich einige Probleme einfach nur weggelächelt habe. Grinsend, um die Angst abzubauen, meiner Therapeutin vom hemmungslosen Einkaufen erzählt. Wirkt zwar total stupide, aber hey, ich habs über die Lippen gebracht, sigh.

Seit gestern esse ich wieder die Richtmenge, seit gestern bin ich Essattacken-frei. Seit gestern stehe ich auf und hab keine offene Wunde mehr am Arm.
Ich gebe mir Mühe, ich darf das, ich bin es wert. Ich muss nur die Gegenstimmen aushalten, das muss ich lernen und mit der Zeit werden sie ihren Schrecken verlieren.
Es ist wieder mal ein naiver, blauäugiger Neustart, aber ohne die Hoffnung, die von selbigem ausgeht, würd ichs nicht mehr packen. Also, auf ein Neues.

Dienstag, 5. Juni 2012

Die Gruppentherapie war schlimm.
Zuerst bei der Eingangsrunde von der Therapeutin lang dazu animiert worden, ein Thema zu stellen, rot geworden, weil zu viel Aufmerksamkeit, schon ein wenig Angst.
Danach ist mein Pflaster aufgegangen und es hat total rausgesuppt, letztendlich wurd ich durch eine Mitpatientin drauf hingewiesen: "Du blutest". Knallrot geworden, Angst bekommen, zu viel Aufmerksamkeit, Angst, Angst.
Bin mir alles neu verbinden gegangen und anschließend den Rest der Zeit in der Gruppe abgesessen. Am Ende Abschlussrunde, zu viel Aufmerksamkeit. Danach kam noch die Therapeutin und hat mich drauf angesprochen, was denn los war, wies mir damit geht, weil sie ja weiß, dass ich soziale Phobie hab.
Wieder knallerot, Angst, Scham.

Anschließend in mein Zimmer gestürmt - total überfordert in Tränen ausgebrochen.

Jetzt nur noch Leere - Ich will fressen, bis zur Übelkeit, ich will die Sicherheit.

Montag, 4. Juni 2012

Ist alles gut gelaufen, ich muss meinen linken Arm jetzt 2 Tage schonen, damit die Haut nicht von Blut unterlaufen wird.

Die letzten Stunden hatte ich jetzt noch Kreislaufprobleme und ne Essattacke, yay, 5 Tage Kontrollverlust bzgl. Essen in Folge. Zugenommen hab ich auch - in 4 Tagen 3kg!

Irgendwie nervt mich der momentane Zustand total. Alles dreht sich um Essen und Isolation, keinen sehen wollen. Und zwischendrin Assi-TV.
Minutenzählen bis zum Abendessen. Wie bekomme ich am meisten Nahrung in mich, ohne dass es auffällt? Kreisende Gedanken, Gier.
Ich müsste mich nur ein bisschen zusammenreißen - doch ich tu's nicht. Wäre anstrengend...
E-r-b-ä-r-m-l-i-c-h.
20 Minuten bis OP.
Ich bin mal gespannt, was der Fleischer vom Fach aus meinem Arm macht.

Samstag, 2. Juni 2012

Es ist, als ob da eine zweite Person in meinem Kopf wäre - ich rede nicht von Ana oder Mia, ich rede von irgendetwas Namenlosen, das gemein ist und alles, alles, wirklich alles im besteh sarkastischen Ton runtermacht.

Ich verbünde mich mit der Stimme, um einen Partner zu haben. Es denkt mich.

Ich habe ja heute meine Eltern getroffen und die Stimme hat andauernd irgendwelche gemeinen Kommentare abgeliefert. Ich hätte meine Eltern am Liebten einfach nur angeschrien und aufs Letzte beleidigt. Meine Mutter hat's allerdings auch wirklich herausgefordert - Hat sie mir während ich einen Eiskaffee getrunken habe ernsthaft gesagt, wie toll es ist, dass sie mit ihrem Latte Macchiato gegenüber mir Kalorien spart?
Sie weiß ja nicht, dass ich ne Essstörung hab, nein.
Wie froh bin ich, nicht mehr bei meinen Eltern in der Hölle zu wohnen.

Freitag, 1. Juni 2012