Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ich bin so zufrieden. Irgendwie läuft alles einfach so gut!
Und damit ist jetzt nicht die Sache mit Alex gemeint, nein, der ganze Rest.

Ich arbeite (und das gerne!), gehe abends mit Freunden weg, habe mit so vielen Leuten wie noch nie zu tun und das alles macht so viel Spaß. Ich fühl mich wirklich fast wie ausgewechselt im Gegensatz zu vor einem dreiviertel Jahr und ich hätte nie gedacht, dass es mir mal wieder so gut gehen wird, vor allem nicht in der Ferienzeit.
Mir ist bewusst, dass vieles noch verbesserungswürdig ist - aber hey, gibts sowas nicht bei jedem? Ich weiß nicht woher ich diese Gelassenheit plötzlich habe, aber damit es ist alles so viel einfacher!

In nicht mal einer Stunde habe ich Schlüsselübergabe für mein neues Zimmer, ich ziehe wahrscheinlich noch diese Woche um! :)

Sonntag, 28. Oktober 2012

Ich bin ein wenig sprachlos, aber in meinem Kopf schreit alles. Nicht, weil alles so schrecklich ist, nein, einfach nur weil alles so kompliziert, durcheinander aber auch echt aufregend ist.

Ich will versuchen es euch zu erklären, weil ich es gerade einfach keinem erzählen kann, die Anonymität ist mir hier gerade ganz angenehm.

Damit ihr das versteht, muss ich jetzt etwas weit ausholen.
Also, meine Therapeutin hat so ein "Patensystem" bei sich eingeführt. Klingt seltsam, ist aber einfach nur ein: Vernetzen wir alle meine Patienten, vielleicht bilden sich ja Freundschaften. So habe ich mehrere Leute kennengelernt, unter anderem einen Freund von mir (nennen wir ihn mal Alex), der mich auch zu den Jusos geholt hat. Ich verstehe mich wirklich super bei ihm und irgendwie ist das total cool so, das Verhältnis von uns Patient-Patient-Therapeutin zueinander, nächste Woche gehen wir alle mit dem Mann meiner Therapeutin beim Italiener essen. Das Beispiel soll einfach nochmal zeigen: Wir verstehen uns alle super und es ist echt locker zwischen uns allen.
Das Ganze ist aber insofern etwas awkward, als dass das Therapeut-Patient-Verhältnis natürlich ein sehr intimes ist und ich nie weiß was Alex erzählt (und umgekehrt), bzw. was unsere Therapeutin so alles weiß. Ein bisschen tricky, aber bei einer normalen Freundschaft ist das ja noch handle-bar.

Ich mit meiner Therapeutin habe davon ganz unabhängig das "Projekt Nähe" am laufen (wovon Alex nichts weiß), da ich ziemliche Probleme damit habe, Nähe sowohl körperlich, als auch emotional zuzulassen (was er wiederum glaube ich gerafft hat). Ich soll also sowas ausprobieren, wie Leute umarmen (herzlich - nicht nur diese Begrüßungs- und Abschiedsumarmungen).
In letzter Zeit wird das auch immer einfacher... ich habe sogar mit einem der Jusos (ergo: auch Bekannter von Alex und unsere Therapeutin kennt ihn vom Namen) etwas rumgemacht, nichts Dramatisches, für andere vermutlich ganz normal, aber für mich irgendwie doch ein Schritt.

Nunja, allgemein bin ich in letzter Zeit generell immer offensiver geworden, ich reize gerne, versuche ein bisschen zu taktieren und zu gefallen.
Gestern habe ich mich mit Alex mal wieder getroffen, wir setzen uns gern mal abends bei etwas Wein oder Sekt zusammen und reden einfach über Gott und die Welt.
Hm, ja... ihr habts vermutlich schon den ganzen Text über vermutet, jedenfalls kamen zu der Freundschaft plötzlich extrem viele Extras dazu, eigentlich so ziemlich alles exklusive Geschlechtsverkehr.
"What are we gonna tell our shrink?" - Haha.... hahahahahaha, gute Frage!
Und jetzt? Ich hab gesagt, dass ich vorerst nicht möchte, dass unsere Therapeutin davon erfährt.

Damit bin ich aber auch nicht so ganz zufrieden... das kann ja nichts werden! Vor allem müsste ich ja dann in den Therapiestunden konstant lügen oder verschweigen, denn um Nähe geht es ja gerade in meinen Stunden!

Aber dann geht das Rattern im Kopf wieder los: Was wird sie denken? War das bitchig von mir? Würde sie einfach nur schmunzeln? ... Was wird eigentlich aus der Sache zwischen mir und Alex?
Ich komm mir vor, wie in der schlechtesten Seifenoper ever!

Ohje, ohje, das ist so kompliziert... bitte sagt mir was ihr machen würdet, wie sich das so objektiv anhört! Ich kann das gerade gar nicht differenziert betrachten!

Donnerstag, 25. Oktober 2012



Von der Arbeit auf dem Weg nachhause, im Auto dröhnt dieses Lied, alles vibriert leicht. Unser Fahrer fährt wie ein besoffener und alles um uns herum ist neblig. Ich habe eine Zusage für ein Zimmer in einer WG mit echt netten Leuten, die Müdigkeit benebelt mich. Ich sauge den Geschmack, den Geruch, das Gefühl ein.

Da ist so viel Freiheit in diesem Moment, ich bin so dankbar, dass ich nun auch wieder so etwas erleben darf.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Gestern geschwänzt, heute nur zur Matheklausur dagewesen - die war übrigens für meine Verhältnisse echt erbärmlich, ich bin froh, wenn ich auf 8 Punkte komme. Meine Konzentration war einfach weg... ich saß vor Aufgaben im Pflichtteil die ungefähr so schwer wie "3+2" waren und trotzdem habe ich nur noch draufstarren können. Als ob in meinem Köpfchen sämtlich Zahnräder durch einen Stock blockiert wären.
Naja... ich soll mich ja meinem Leistungsdruck nicht unterwerfen.

Aaalso... reset:

  • Ab morgen gehts wieder zuverlässig in die Schule, auch wenn ich noch so müde bin (ich hab so das Gefühl, dass es an meinen Tabletten liegt, ich schlafe so viel! Ich sollte echt mal mit meinem Psychiater reden).
  • Ab sofort werden wieder Hausaufgaben gemacht.
  • Ab sofort wird mein Zimmer wieder sauber gehalten
  • Ab morgen geht endlich mein Personal Training los... Sport steht also nichts mehr im Wege (oder eher: jetzt gibs Arschtritte ;)

Ich möchte schon wieder alles sofort haben. Mir reicht es nicht, dass mein Sozialleben gerade ziemlich gut funktioniert, nein, es muss alles klappen. Hach, ich hasse diese Ungeduld mir gegenüber... "Warum kanns nicht perfekt sein?" (Die Ärzte)


Ich suche immer noch nach einer WG und langsam frage ich mich, ob ich nicht doch für die paar Monate hier in meiner aktuellen Wohnung bleiben soll. Lohnt sich der Aufwand jetzt noch umzuziehen? Naja, wenns bis Ende des Monats nicht klappt, gebe ich es wohl auf.

Essenstechnisch ist es im Moment eine einzige Katastrophe, ich esse und esse und esse... und höre damit einfach nicht mehr auf. Mein Gewicht liegt auf Rekordniveau. Aber naja... die aktuelle (*argh, mir fällt das Wort nicht mehr ein... naja, jedenfalls sinngemäß:) Vorgehensweise meiner Therapeutin und mir ist, das Thema soweit wie möglich hintenanzustellen, nicht mehr darüber zureden und zu schauen, was sich daraus ergibt. Also wird das auch mein vorerst letzter Kommentar, zumindest für die kommenden 2 Wochen zum Thema Essen sein.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Ich suche Körperkontakt, ich tanze, für diesen Moment ist mir einfach nur noch alles egal, egal, dass ich den halben Drink über mich geschüttet habe, ich habe keine Angst vor den anderen, ich fühle mich genial und ich weiß, dass es diesmal nicht nur der Alkohol ist der mich enthemmt, denn mein ganzer Tag war ein einziger genialer Rausch.

Meine Ängste werden kleiner, ich werde immer freier!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Da bin ich wieder, nach einem Monat Blogger-Abstinenz.

Ich muss beichten, einmal, als es mir richtig, richtig schlecht ging, war ich wieder kurz hier, wollte posten, weil ich das Gefühl hatte, einfach nicht mehr zu können, so allein auf dieser (in dem Moment) für mich sinnlosen Welt. Ich bin stolz, dass ich es trotzdem nicht getan habe. Ich bin stolz auf mich, dass ich diesen Monat mehr oder weniger durchgehalten hab, denn eins weiß ich inzwischen: Ich darf nicht mehr so hart mit mir ins Gericht gehen.

Eigentlich habe ich mir mehr von diesem Monat erhofft. Er hatte, wie sonst auch, Höhen un Tiefen, aber richtig extrem. Ich hatte den totalen Euphorierausch, hatte trotz Kater einfach nur noch Stolz und Glück in mir, ich habe mich so gefreut, wieder im Leben angekommen zu sein. Ja, mir gings verdammt gut und meine Stimmung hebt sich gerade schon wieder ein wenig, allein weil ich davon schreibe :)

Aber die Tiefen gab es auch. Ich habe es 2-3 Tage nicht mehr gepackt irgendwas hinzubekommen, habe folglich auch meine Medis nicht genommen. Ich sag euch, das war echt nicht mehr feierlich. Ich habe gekotzt, gefroren und mich überhitzt gefühlt zugleich und war einfach nur noch am zittern und heulen (was ich sonst eigentlich nie kann, aber ich habe da einfach so unkontrolliert-hysterisch geheult, dass ich kaum mehr Luft bekommen hab). Ich bin froh, dass das hinter mir liegt und ich bin mir ziemlich sicher: Das passiert mir so schnell nicht nochmal!

Inzwischen hat mich der Schulstress hat mich wieder, ich arbeite jetzt als Kellnerin (von der Bewerbung hatte ich ja schon geschrieben) und ich kämpfe wieder mit "solala-Stimmung", dem Leistungsdruck, den ich mir selbst mache und dem Essen. Ich werde meinen Blog hier weiterführen, ich will weiter aus meinem Leben berichten oder auch einfach nur Momente festhalten.

Was mir allerdings wirklich ein Aha-Erlebnis erbracht hat, war das erstmalige Schauen auf mein Dashboard nach diesem Monat. Bei manchen Blogs habe ich mich einfach nur noch geärgert: Obwohl ich meine verfolgten Blogs schon minimiert habe, habe ich mich trotzdem immer noch bei vielen total drüber aufgeregt, wie ignorant manche Blogger sind.
Jetzt ist die Zeit gekommen, wieder auszusortieren und ich bin mir ziemlich sicher: Mehr als eine Hand voll werden es nicht mehr sein und das ist (jetzt endlich) okay für mich. Denn ich will nicht mehr in dieser Blogger-Welt versinken, ich will mein Leben leben, kein imaginäres.