Mittwoch, 21. November 2012

Yann Tiersen, die Dämmerung und die Übermengen an Nahrung in meinem Bauch verklären meinen Kopf und die ganze rationale Scheiße, die ich schreiben könnte, entspräche gerade nicht im geringsten dem, wie ich mich fühle. Ich will frei sein. Ich bin es nicht, ich werde es nie sein. Diese beschissenen Fesseln, sie werden wieder enger, meine Stimmung wird gedämpfter und ich fühle mich wie aus meinem Kurzzeit-Traum zurück in die Realität gerissen. Denn in dieser bin ich nicht glücklich, nicht hemmungslos und frei, sondern verklemmt, oberflächlich und müde.

Wie gerne würde ich jetzt einfach nur schlafen, tief und fest. Aber stimmt ja, da war ja was: heute muss ich noch lernen und zur Mitgliederversammlung der Jusos, um mich als Delegierte aufstellen zu lassen.
Je mehr Pause ich mir nehme, desto mehr Druck gibts als Quittung.

Irgendwie ist das ein verdammter Rückschritt, so ein Post.

Ich vermisse die Geborgenheit meiner Krankheit, der Kliniken, die Fürsorge meiner Therapeutin.
Jetzt geht es mir ja gut. Jetzt komme ich ja alleine klar - Neinneinnein, so schnell geht das nicht. Ich fühle mich, als ob ich gerade Radfahren mit Stützrädern gelernt hätte und jetzt gleich ohne diese Hilfe weiterfahren soll.


Samstag, 10. November 2012

Ich lebe schnell, bin nur noch selten in meiner WG. Einerseits schade, weil ich gern mit den Leuten machen würde, andererseits ist das Gefühl einfach nur geil, mal hier und mal dort zu übernachten, nachhause zu hetzen nur um gleich zum nächsten Termin loszugehen, zwischendurch was für die Schule lernen, politische News aufsaugen und Fahrstunden nehmen. Das ist alles so spannend und aufregend, auch wenn nicht alles reibungslos läuft.
Ich bin froh, dass ich so viel zutun habe, zu viel Leerlauf zieht mich runter. Trotzdem ist mir klar, dass ich das nicht auf Dauer so machen kann, denn irgendwann rebelliert der Körper wieder und ich weiß, wo das enden kann.
Ich bin dennoch unheimlich froh, mit voller Überzeugung und von Herzen sagen zu können: "Da will ich nicht mehr hin", denn das ist etwas, das ich (inzwischen schon) Jahre nicht mehr geschafft habe. Und gottverdammt, ich liebe mein Leben, wie es im Moment ist.

Jetzt gehe ich arbeiten, ich bin in der Frankfurter Alten Oper als Kellnerin beim Sportlerpresseball (sau geil!).
Ich bin schon ein wenig aufgeregt, weil ich bisher nicht viel mehr als Gläser abräumen gemacht habe, aber mehr als blamieren kann ich mich ja nicht - und inzwischen habe ich genug Selbstbewusstsein aufgebaut, um mich dafür nicht fertig zu machen, sondern es als Erfahrung aufzunehmen.
Eine Klassenkameradin hat einen Spruch auf ihr Handgelenk tätowieren lassen: "Never a failure, always a lesson" und ja, so ist es.

Ich würde euch so gern ein Stück von diesem Lebensgefühl zeigen, weil die Worte verglichen damit alle so leer sind... und bestimmt einige hier sind, die genauso sehr am Boden sind, wie ich es einmal war - aber glauben kann man diesen Wandel nur, wenn man ihn selbst erlebt hat.

Liebe, liebe, liebe es.


Donnerstag, 8. November 2012

Meine "alles ist so geil"-Stimmung klingt langsam ab, es kommen wieder Rückschläge dazu, zum Beispiel schulisch, da meine Konzentration nicht die Beste war und ich nur eine bestimmte Zeit lernen durfte (--> um meinen selbstauferlegten Leistungsdruck zu mindern).
Aber ich finde ich gehe mit allem trotzdem ziemlich gut rum, ich gebe mich dem kindlichen Trotz nur noch kurz oder gar nicht mehr hin und arbeite daran, positiv zu denken.

Ich bin stolz, doch nicht weil alles so gut läuft, ich bin stolz, weil ich nicht aufgebe, weil ich an mir arbeite. Weil es mir nicht zugeflogen ist, sondern es mein eigenes Werk ist.

Dienstag, 6. November 2012

Ich weiß nicht wie mir wird, als ich die SMS meiner Therapeutin lese: "Gratuliere Dir! Ihr seid ein süßes Paar:-)"

Sind wir das?
Ist die Auffassung, dass wir ein Paar sind seine oder ihre?!

- Alex hatte heute Sitzung, es war okay, aber doch seltsam für mich, dass er es erzählt.

Ich bin immer wieder kurz davor schallend zu lachen, die Situation als Gesamtes ist so... irreal und skurril.

Irgendwas zwischen Freude, Erleichterung, Verwirrung, Angst und Übelkeit, nicht weiter spezifizierbar macht sich in mir breit.