Freitag, 21. Dezember 2012

Die Aufgabenflut ebbt langsam ab, es bleibt mehr Zeit für mich, Zeit mit Alex.
Aber ich merke, dass mich das ein wenig deckelt, das viele Adrenalin vom hin- und herhetzen raucht nicht mehr durch meine Blutbahnen.
Mein Essverhalten ist ne Katastrophe. Ich nehme jetzt Ritalin, damit der übermäßige Appetit von den Medis und auch allgemein gehemmt wird. Doch was mir jetzt in diesen 4 Tagen am ehesten klar geworden ist: Der Appetit ist vielleicht ein Faktor, verglichen mit dem Rest allerdings wirklich nur ein kläglicher Teil. Ich habe weiterhin Essanfälle und nein, es ist nicht, weil ich den Genuss will... es ist Kompensation. Ich kompensiere alles damit: Angst vor Leere, Angst vor der Beziehung, Angst vor der Leere, die Leere selbst, Angst davor, zu dumm zu sein, Frustrationen und Schulstress, manchmal aber, da ist es auch einfach nur grauenhafte Gewohnheit, die schon fast zum Zwang geworden ist.
Mir hat das ein bisschen die Hoffnung geraubt, dass ich diese Problematik schnell hinter mir lassen kann, denn gerade jetzt realisiere ich erst, wie ohnmächtig ich momentan bin und wie viel Kraft ich noch aufwenden muss, um das alles wieder ein bisschen zu normalisieren.

Meine Therapeutin meint, es wäre ein Wunder, dass ich überhaupt in die Schule gehe.
Mein Psychiater kann gar nicht glauben, was für Fortschritte ich gemacht habe.
Ich merke es auch - es ist viel besser, als die ganzen letzten Jahre jemals. Aber der Grund auf dem ich das alles gebaut habe, ist kein sicherer. Meinem kompletten tollen Kartenhaus liegen Kräfte aus Medikamenten zugrunde (14 rezeptpflichtige Tabletten/ Tag, Halleluja!) und die kommen nicht von Irgendwo, die kommen aus den letzte Resten, die mein zerstörtes Ich noch übrig hat.
Ich bin schon wieder ambivalent, finde die Krankheit in Teilen wieder erstrebenswert. Und genau das macht mir verdammt viel Angst.

Und eigentlich könnte ich grad schon wieder kotzen, wenn ich mir durchlese, was für eine Scheiße ich da geschrieben habe. Aber egal, hier mal unzensiert.

Montag, 17. Dezember 2012

Ich bin so verdammt frustriert und ich fühle mich so einsam, obwohl ich das eigentlich gar nicht bin. Es gibt ne Menge Leute, die ich gerade anrufen könnte, aber ich will nicht. Ich schäme mich einerseits, möchte mich so niemandem zumuten und will andrerseits gerade auch einfach nichts mehr, als in meinem eigenen Dreck zu ersticken. Ich hätte es so sehr verdient. Ich bin so sauer und enttäuscht von mir. Ich widere mich an. Hass.

Und dabei ist nicht mal etwas besonderes passiert...

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Lang, lang ists her, dass ich das letzte Mal gepostet hab. Versucht einen Post zu schreiben habe ich allerdings recht häufig, aber irgendwie habe ich nie die richtigen Worte gefunden, ich kann überhaupt nicht beschreiben, wie es mir geht, ohne danach zu denken: "Nein, nein, das ist scheiße, so darfst du nicht denken, jammer mal nicht so". Und eigentlich hat diese Stimme teilweise ja auch Recht, mir geht es im Schnitt noch sehr gut, verglichen mit den letzten Monaten/ Jahren.
Trotzdem kommen die Stimmungsschwankungen immer häufiger, ich fange an wieder Sachen infrage zu stellen, mache mir wieder Leistungsdruck und habe mich wieder auf die Waage gestellt, nur um zu merken, dass ich 4kg in einem Monat zugenommen habe. Ich bin wütend und traurig darüber, dass diese ganze Gedankenscheiße schon wieder anfängt, denn gerade bin ich schon wieder am Hungern. Ich bekomme nächste Woche etwas Amphetamin-artiges von meinem Psychiater verschrieben, da der Heißhunger vom Seroquel oder einem der anderen Medikamente kommen kann, ohne die ich aber total instabil wäre.
Irgendwie gruslig, so abhängig von den Chemiekeulen zu sein, andererseits gibt mir das manchmal ein wenig eine Trash-Stimmung, dieser Hauch von "mir ist alles egal" ist auch ein wenig berauschend.
Trotzdem bleibt noch genug Druck, den ich mir selbst mache, ich habe schon wieder das Gefühl, mein ganzes Leben versaut zu haben, nur weil ich ein Jahr wiederholt habe und mein Schnitt wohl auf 2,2 oder so rauslaufen wird.
Ist das nicht total hirnrissig?
Das ironische ist, dass ich das doch alles ganz genau weiß, trotzdem bin ich in diesen Mustern total eingewickelt und gefangen - bis ich mich davon befreien kann, wirds wohl noch dauern.

Mit Alex fühlt sich alles so schön vertraut an, das tut wirklich gut. Auf der anderen Seite weiß ich nicht so wirklich, was das, das wir da haben ist, denn er hat ein sehr krasses Verständnis von Beziehungen. Er hat mir auch gesagt, dass es ihm nichts ausmacht, wenn ich mit jemand anderem was habe, das würde nichts an seinen Gefühlen für mich ändern, es würde ihn nicht verletzen.
Hört sich wohl für einen Außenstehenden ziemlich nach Arschloch an, aber er wäre der letzte Mensch, der das wäre. Ich weiß nur nicht, ob dieses Beziehungsverständnis lediglich zum Schutz vor Verletzungen dient oder ob er diesbezüglich wirklich so locker ist.

Bezüglich WG existiert für mich momentan gar kein Leben, da ich entweder lerne, schlafe oder unterwegs bin... ich würde gerne mal wieder richtig kochen, aber ich hab gar keine Zeit, zumindest bilde ich mir das ein. Zeit für diesen Post habe ich ja anscheinend doch gefunden. Morgen ist Endspurt, dann hab ich erstmal alle Klausuren für dieses Jahr geschafft - ich würde mich so gerne darüber freuen und mich entspannen, aber ich weiß, dass die Aufgaben damit nicht abflauen. Da wäre meine GFS in Ethik (zum Thema Sterbehilfe, haha, wie makaber - ich werde meine eigene Meinung sicherlich nicht einbringen, sondern es neutral halten, denn auch wenn meine Ansicht durchaus differenziert und vermutlich allen Gegenargumenten widerstreben würden, wäre mir die Gefahr immer noch zu hoch, dass da Gerüchte aufkommen), arbeiten über die Weihnachtsfeiertage, Geschenke kaufen, die Wohnungsübergabe (für meine alte Wohnung), Stoff nachlernen, den ich verpasst habe, usw.
Irgendwie möchte es einfach nicht abflauen und ich bin so unheimlich gestresst - man siehts mir schon richtig an, meine Haut platzt auf, obwohl ich täglich bestimmt 5* Creme drauf haue und meine Augenringe bewegen sich langsam in Richtung Mundwinkel.
Was würde ich für eine Auszeit geben - vielleicht wird dann auch meine Stimmung wieder besser.

So far...