Mittwoch, 30. Januar 2013

Ich werde immer mehr, immer fetter, immer aufgeblähter... Und ich kann einfach nicht mehr kämpfen.
Schule (wenn überhaupt), essen, essen, schlafen, lernen, essen, schlafen, meinen Freund sehen, so ungefähr sieht mein Tagesablauf aus. Ich bin unheimlich frustriert! "Ich bin nicht gut genug" ist langsam wieder in mein alltägliches gedankliches Sprachrepertoire übergegangen.
Ich fühle mich in der Gegenwart vom meinem Freund unheimlich wohl, aber es ist irgendwie auch anstrengend, Teil des Kraftaktes Leben.
Ich fange wieder an meine schlechte Stimmung nach außen hin zu relativieren, während ich selbst mich immer weiter nach unten in meiner so vertrauten Abwärtsspirale befinde.

Ich bin so angewidert von mir. Vor allem körperlich, psychisch bemitleide ich mich noch viel zu sehr.

Dunkles Zimmer, tote Hosen, schlafen. Zu mehr fühle ich mich nicht mehr fähig.

Montag, 21. Januar 2013

Leben tut weh, das ist Gesetz, so scheint es mir.
Immer wieder geht es aufwärts, doch umso schlimmer ist der Fall. Diese kleinen Momente, die aus dem heiteren Himmel kommen, treffen mich unerwartet. Keine Zeit in die Defensive zu gehen, sondern total ausgeliefert fühle ich mich.
Und eben diese Momente fachen das Feuer des Zweifels an, das sich durch den ganzen Körper zieht, in der Brustgegend seinen Höhepunkt findet und schon fast körperlich wehtut und die Atmung einengt.

Heute ist wieder Therapiesitzung und schon beim Gedanken bekomme ich Gänsehaut. Ich bin im Moment absolut therapieresistent und das tut mir Leid um diejenigen, die mir helfen wollen. Andrerseits wünsche ich mir schon wieder so sehr, dass mich jemand aus diesem Gedankendschungel rettet, aber dass das ohne mein Zutun nicht passieren wird, ist mir leider klar.
Ich weiß gar nicht, ob ich noch leben will. So oder auch anders. Ist doch immer dasselbe, sagt die Resignation.

Samstag, 19. Januar 2013

16:00: Eure Eminenz bewegt sich aus dem hoheitlichen Bette. 6 Stunden Gammlerei, 6 Stunden Depressions-Schürerei.

Ich bin immer noch unheimlich frustriert von meinen schulischen Leistungen. Nicht nur Physik - auch Geschichte, Ethik, Deutsch, Englisch, Biologie, alles das läuft verdammt schlecht. Physik hat das ganze einfach nur nochmal um einiges getoppt.
Ich hab meine Betreuerin gestern 1,5 Stunden angepampt, weil sie mir erklären wollte, dass meine Leistungen für meine Lebenssituation super wären.
Danach bin ich heim gegangen, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen... eigentlich tut mir das echt Leid, aber ich bringe es nicht fertig, mich zu entschuldigen. Gerade auch, weil sie danach meine Therapeutin angerufen hat, die dann ihrerseits wieder versucht hat auf mich einzureden.
"Keiner deiner behandelnden Ärzte und Therapeuten hätte jemals gedacht, dass du nur überhaupt wieder in die Schule gehen kannst. Wir wussten Anfang des Jahres nicht mal, ob wir dich am Leben erhalten können."
Jaja, blabla - damit hat sie vielleicht Recht, aber ich kann mich nicht damit anfreunden, dass ich momentan so schlecht sein soll, weil ich mit Medis vollgepumpt bin. Ich weiß rein kognitiv, dass meine Leistung darunter leiden sollte... aber der andere Teil in mir ist viel lauter, schreit mich an, wie dumm ich sei, dass die Medis kaum etwas ausmachen, dass alles nur an mir liege.
Und ich bekomme diese Stimme nicht klein, ich werde schon wieder destruktiv, muss mich zusammenreißen, nicht wieder zum Laden um die Ecke zu rennen und mir Klingen zu kaufen, um meiner Fantasie ausdruck zu verleihen. Ich male mir aus, wie ich mich umbringen könnte, nur um sicher zu gehen, dass ich im Fall der Fälle nicht groß Pläne schmieden muss, sondern einfach nur Handeln kann.

Es tut mir weh, dass ich schon wieder alles Positive von mir weise, den Menschen, die mir helfen wollen die kalte Schulter zeige.
Was mich momentan ausmacht ist Destruktivität und Leistungsdruck.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Ich fühle mich so abgefuckt wie sich die Lieder von Nirvana anhören.

Physik richtig verkackt. Richtig, richtig fett verkackt - die Klausur wird bestimmt unter die 5 Punkte kommen.
Es macht mich fertig. Ich habe bestimmt 40 Zeitstunden investiert - mehr als jemals zuvor. Und die Klausur war so unglaublich schlecht - so schlecht wie niemals zuvor.
Das ist so ein Stich, es knackst mich total an. Ich fühle mich dumm, obwohl ich nur dem Druck wegen so versagt habe. Aber das interessiert meine innere Stimme einen scheiß, "dumm!" schreit sie und will keine Ruhe geben.
Meine Tage sind ein einziger Essanfall, unterbrochen von Schlaf, den ich durch 3-4-fache Nachtmedi-Ration erreiche.
Ich will nicht, dass es anders wird, denn ich habe es nicht verdient. Ich bin so sauer auf mich.

Und auf der anderen Seite immer noch so zerbrochen und erschüttert...

Das hört sich so lächerlich an, jeder hat schon mal eine Klausur verkackt, aber bisher hat das nur an mir genagt, jetzt fühlt es sich so ultimativ an.
Bis jetzt hatte ich immer nur Angst davor, alles gegeben zu haben, ohne dass es reicht. Jetzt ist es eingetroffen und so fühlt es sich auch an.

Sonntag, 13. Januar 2013

Schlaflos, aber wieder in einem einigermaßen annehmbaren Zustand - trotzdem hinterlässt der Tag ein ziemlich beunruhigendes Gefühl.
Unglaublich wie schnell ich in diese destruktiven Muster abrutschen kann. In den letzten 3 Tagen bin ich locker bei 24h Bibliotheksaufenthalt gekommen, "muss, muss, muss: lernen, die Beste sein, hungern, perfekt sein".
Ich fühl mich gerade so abgefuckt. Mein Kopf dröhnt, in Verbindung mit dem allseits beliebten Wattegefühl, mir ist übel, weil ich meine Medis, abgesehen vom Ritalin, nicht mehr genommen habe (der Rest verschlechtert ja die Konzentration, macht Heißhunger, ... - das passt ja nicht zu meinen Ansprüchen).
Noch bei meinem letzten Therapietermin vor genau 6 Tagen war alles perfekt. Das Lernen hat Spaß gemacht (, ganz ohne Leistungsdruck), ich habe mich ausgewogen ernährt, meine Stimmung war toll.

Ich fühle mich gerade so, als ob ich aus dem Traum, in dem alles toll war, wieder erwacht wäre. Ich fühle mich wie damals - "damals", als es mir so dreckig ging. Ich dachte ich wäre da durch, zumindest durchs Gröbste.
Sie kommen wieder, die Horror-Gedanken. Ich hab so Angst.
Ich will das nicht alles nochmal durchleben.

Sonntag, 6. Januar 2013

Ein kalter Schauer durchläuft meinen Körper und ich muss unwillkürlich Lächeln. Ja, in diesem Moment fühle ich mich so unbeschreiblich gut! :)