Dienstag, 12. Februar 2013

Dieses Gefühl von verloren-sein kommt immer und immer wieder und jedes Mal macht es mich unheimlich fertig. Ich würde so gerne weinen, aber ich kann nicht, weiß der Geier warum, die letztem Jahre komme ich vielleicht auf eine Hand voll Situationen, in denen ich weinen konnte.
Vielleicht ist es die Angst, die Kontrolle komplett zu verlieren und damit verbunden die Angst, Dummheiten anzustellen.

Ich will mich gerade niemandem anvertrauen. Irgendwie macht diese seltsame Konstellation zwischen meiner Therapeutin meinem Freund und mir ein Stück Geborgenheit kaputt.
Meine Therapeutin weiß inzwischen einiges von mir, worüber ich mit ihr gar nicht reden, aber mein Freund (, Urologensohn, denkt euch den Rest) erzählt einfach eine Menge mehr.
Mich stört das, ich finde das komisch, es entfremdet meine Therapeutin von mir, aber ich kann ihm ja auch nicht verbieten, über Dinge mit ihr zu reden, die ihn beschäftigen.
Meine Therapeutin ist nicht mehr die abgeschiedene Insel, die mein Leben sonst nicht berührt, sondern plötzlich schon fast aktiver Part.
Meine Therapeutin würde niemals irgendetwas, das ich ihr erzähle meinem Freund weitererzählen, wenn sie nicht mein Einverständnis hat, das weiß ich, aber trotzdem ist das extrem seltsam. Das bringt die quälende Frage nach dem, was sie von mir denkt auf ein neues Level.

Und gerade fühle ich mich einfach nur noch so isoliert. Da ist keiner, dem ich mich anvertrauen möchte.
Da ist keine Perspektive für mein Leben. Da ist nur noch das Abitur (meine Therapeutin meint, das geht jedem vorm Abi so, aber das tröstet mich kein bisschen).
Sonst ist da einfach nur noch Leere, obwohl ich doch Programm habe, mir extra Termine mache, um nicht ganz zu versacken. Ich kann auch Spaß haben, mein Leben ist nicht tiefschwarz.
Trotzdem sehe ich keinen Sinn mehr im Leben.
Ich weiß nicht woher das kommt und ich weiß ehrlich auch nicht mehr, was ich noch dagegen tun kann. Ich mache doch alles mir menschenmögliche? Es macht sich Frustration und Verzweiflung breit.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Leben kann so schön sein, so mittelprächtig und auch unheimlich grauenhaft.

Wenn ich darüber nachdenke, so habe ich doch sehr oft letzteres gedacht, nie jedoch ausgesprochen, da da immer die andere Stimme in mir leise kommentiert: das sei doch alles nur Selbstbeweihräucherung, Versumpfen im Selbstmitleid, das sei doch alles schlichtweg Show.
Nichtmal wissen oder in sich einig und aus Überzeugung sagen können, wie es mir geht.

Mal wieder so. Mal wieder dasselbe wie vor einem Jahr. Irgendwo in mir drin glaube ich nicht daran, dass ich es schaffen kann, sondern scheitere. Es scheint wie gesetzt, die Psychiatrie ist der Ort der Wiederkehr.
Es ist genauso wie vor einem Jahr, die gleichen Gedanken, der einzige Unterschied ist die Selbstverletzung.
Mein Mittel zum Zweck.
Kein Schwein wird mich einweisen oder in die Psychiatrie begleiten, weil niemand das Ausmaß begreift, das die Gedanken angenommen haben. Man sieht sie nicht, man hört sie nicht.
Kein Hilfeschrei, nur ein stummes Ich, dem äußerlich nicht mehr als kleine Schwankungen anzumerken sind.

Ich zerbreche an dem Druck, ich weiß nicht, wie ich das Abi überstehen soll. Ich habe Angst zu Versagen, ich habe genauso Angst vor dem Erfolg.
Egal was passiert, es kommt die Zeit danach, die Leere, die Ungewissheit, das Loslassen.

Ich kann mir mich nicht am Leben vorstellen, jeder einzelne Schritt ist so hart.
Bin ich nicht für dieses Leben gemacht?
Egal was passiert, ob Psychiatrie, Erfolg, Misserfolg, Planungssicherheit oder Leere, was soll ich damit?

Ich habe nur Scheinziele, deren Erreichen völlig wertlos für mich ist. Ich will auch gar nicht anders, was ist das schon Wert?

Und in meiner Verzweiflung schreibe ich der weiten Welt, wissend, dass all die Worte nur Schall und Rauch sind.

Wie kaputt kann man sein? Was hält der Mensch aus?

Samstag, 2. Februar 2013

Die Traurigkeit tut schon fast körperlich weh, ich fühle mich, als ob ich falsch auf der Welt wäre, denn ich will weg - doch nirgendwo würde ich mich wohler fühlen.
Ich will nicht getröstet werden, ich will nicht lachen, ich will mich hassen und zerstören, bis zum bitteren Ende.

Ich bin so wütend auf diese Idiotie und auf meine Destruktivität.
Nichts ist verlockender als der bitter-süße Geschmack der Depression. Depression bedeutet Erhabenheit, schon fast ein transzendales Gefühl. Dieser Scheiß ist die schlimmste Sucht, sie treibt mich in den Wahnsinn.
Therapeutin: "Müssen wir den Notfallhebel ziehen?"
Ich weiß genau, was sie meint. Und so sicher ich mir immer noch bin, dass ich das nicht BRAUCHE, so sehr wünsche ich es mir gerade doch wieder. Keine Verantwortung mehr, einfach nur noch abgeschossen schlafen, all day, all night.
Aber das geht nicht. Nicht 2,5 Monate vor dem Abi. Noch ein Jahr wiederholen stellt für meine Existenz und Psyche größere Gefahren dar, als den Scheiß durchzuziehen.

Freitag, 1. Februar 2013

Heiß, kalt, Schweißausbruch, Schütteln vor Kälte.
Scheiß Medikamentenentzug. Kein Venlafaxin mehr, dafür Solvex, hell yeah (mein Auto-Correct wollte mein "yeah" gerade mit "Death" verbessern, das Ding weiß, was in mir vorgeht, haha).
Mir ist schlecht, ich will nichts mehr außer weg sein. Keinen Bock mehr auf Essattacken, keine Lust mehr fett zu sein, keine Lust mehr auf meine Betreuerin.

Pinsel mir zentimeterdick Rouge auf die Wangen, damit niemand sieht, wie blass ich bin. Gleich zu meiner Therapeutin, darf ihr von den letzten 1,5 Fail-Wochen erzählen, davon, dass ich nicht mal mehr regelmäßig in die Schule gehe und davon dass mein Leben die letzten Tage aus Schlaf, Essen und Depression besteht.

Ich hasse es so einfallslos, so wenig wortgewandt zu posten, doch so langweilig und eindimensional wie mein Blog gerade ist, fühle ich mich auch.

Wie sagt man doch? So viel, wie ich kotzen möchte, kann ich gar nicht essen. Natürlich nur im übertragenden Sinne, denn Madame kotzt ja nicht, HAHA!!!