Montag, 22. April 2013

"Alles nicht so toll [...]. Magali ist auch wieder in der Psychiatrie"

Magali ist eine Bekannte, ich habe kaum etwas mit ihr zu tun, eine Klinikbekanntschaft.

"Ohje, die Arme", viel trockener hätte ich wohl nicht antworten können. Da sollte wohl Sorge und Mitgefühl in mir aufsteigen oder auch einfach gar nichts, weil wir so wenig Kontakt miteinander haben, doch nichts davon, auch keine Freunde darüber, dass es mir so gut geht, schlichtweg Neid.
Ich finde das wirklich beschämend - Warum bin ich neidisch auf Personen, denen es schlecht, wirklich schlecht, geht? Ist es die Aufmerksamkeit, die man in der Psychiatrie bekommt? Man bekommt kaum welche.
Vielleicht sehne ich mich einfach nach diesem melancholisch-vertrauten Gefühl der Depression, so paradox es auch klingen mag, dieses Gefühl hat mir irgendwie in der ganzen Sinnlosigkeit auch das helle Licht am Ende des Tunnels aufgezeigt, zu meinen schlimmsten Zeiten war es ganz einfach der Tod.

Klingt hart, ist hart... ich möchte das nicht mehr. Ah, halt, lasst mich in den Satz ein eigentlich einfügen, dann unterschreibe ich euch das.

Ich würde so gerne in meinem Innersten graben und nach Antworten suchen, ich stehe nur immer wieder vor einer weißen Wand. Ist da so viel Schlimmes auf meinem persönlichen Seelenfriedhof?

Irgendwie ist alles nicht so genial, wie ich mir das manchmal wünsche und wohl auch einrede. Nur weil ich inzwischen ziemlich gut darin bin, meiner Außenwelt zu signalisieren, dass alles in Butter ist, so sprichen mein Körpergefühl, mein Verhalten in der Beziehung (DistanzDistanzDistanz!) und mein Essverhalten doch eine andere Sprache.

Wie zur Hölle bekomme ich diese Blockade durchbrochen? Ich will mir nicht mehr selbst fremd sein, ich möchte mich kennen lernen und für mich Sorgen, meine beste Freundin oder mir mein eigener Aufpasser sein, aber wie zur Hölle soll das funktionieren? Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich daran etwas ändern kann.

Freitag, 12. April 2013

"Man kann nicht nur traurige Lieder sing'n" - Sportfreunde Stiller

Oh, wie sehr ich dieses Auf und Ab auch hasse, ich bin so dankbar dafür, dass ich mir wieder erlauben kann, glücklich zu sein.
Ich hasse mich nicht mehr für das Kribbeln in der Brust, wenn ich die Welt für Momente einfach nur liebe!

Deutschabi lief beschissen und mir ging's danach auch beschissen.
Mathe gestern war allerdings endlos geil!
Montag Englisch, Dienstag Physik.

Freiheit, Freiheit, ich renne dir mit offenen Armen entgegen! :)

Dienstag, 9. April 2013

Primaballerina, schwerelos - tapsende Tonne, den Kräften der Gravitonen ausgeliefert.

Manchmal weiß ich gar nicht, wie mir geschieht, es gibt Tage, die sind einfach nur wunderbar, wenn auch unperfekt, aber ich fühle mich gut und das zählt. 
Dann kommen wieder Tage, die mit einem zerstreuten Aufwachen in verschwitzten Klamotten beginnen, an denen die erste Amtshandlung der Gang zum Kühlschrank ist, um anschließend mit meiner Beute wieder unter der Bettdecke zu verschwinden.
Ich hasse diese Willkür, ich fühle mich dem Geschehen ausgeliefert, als ob ich nur die Marionette irgendeiner höheren Instanz wäre, die mich an ihren Fäden hat. Deren Launen ich ausgeliefert bin.

Morgen beginnt die schriftliche Klausurenphase fürs Abi mit Deutsch.
Momentan fühle ich mich absolut nicht dazu in der Lage, mich 6,5 Zeitstunden der Liebeslyrik hinzugeben. Ich kann nur hoffen, dass die Welt morgen wieder besser aussieht, bzw. der blaue Himmel und die strahlende Sonne draußen langsam auch mein Gemüt durchdringt.

Ansonsten habe ich heute auch noch festgestellt, dass meine Periode seit knapp einer Woche überfällig ist, was mich ja unheimlich beruhigt, es gibt doch nichts schöneres, als mit 19 Jahren schwanger zu werden.
Hoffen wir, dass es nur der Stress ist. 
Achja und ich habe festgestellt, dass mein Gewicht jetzt offiziell präadipös ist, juhu! Das ist noch ausbaubar, Adipositas Grad I, ich komme.

Also gut, versuchen wir den Tag noch irgendwie erträglich zu machen....

Donnerstag, 4. April 2013

Mein Leben ist gerade so wunderbar normal. Wie das Leben einer Abiturientin, 1 Woche vor ihrem Abi.

Ja, gerade merke ich gar nicht, dass mir sonst doch noch so viele Brocken im Weg liegen. Oder sind es nurmehr Kieselsteine, geschliffen vom Wasser, das die Flut gebracht hat?
Vielleicht war das "Land unter" wichtig für meinen Weg, meine Entwicklung.

Gerade jedenfalls, habe ich wirklich wenig Grund zur Klage.
Morgens stehe ich nach ewigem Wecker-Ausdrücken auf und frühstück noch schlaftrunken etwas mit meinem Freund. Fahre mit meinem neuen türkisen Hollandrad, das ich so heiß und innig liebe, der Sonne entgegen und stelle es an der Mauer der Unibibliothek wieder ab. Finde mich kurz darauf in Lesesälen mit schönen hellen Holztischen und riesigen Fensterfronten wieder, schmeiße meinen halben Tascheninhalt auf den Tisch, um meine Geldbörse zu finden und mir einen Automaten-Cappuccino zu holen. Milchpulver-Geschmack in den letzten Schlücken, Klangkarussel im Ohr, lernen.
Irgendwann abends bei mir zuhause vorbei fahren, meine Sachen in dem riesigen Chaos abladen, Unterwäsche einpacken und meiner ungemütlichen WG den Rücken zuzukehren.
Abendessen mit meinem Freund kochen, müde werden, müde vom Tag.

Irgendwie ist gerade alles so wunderbar. Ich liebe es zwischen Studenten zu sitzen und zu lernen, ich liebe es, Mathe- und Physikaufgaben zu lösen.
Ich liebe es überall nur nie daheim zu sein. Irgendwie ist mein Leben gerade so wunderbar spannend, so absurd das bei der Lernerei klingen mag - Aber es ist toll, zwischen Terminen selektieren zu müssen. Und ich freue mich so sehr bei dem Gedanken, dass ich in 2 Wochen wieder entspannen kann und Zeit habe - für mich, meinen Freund, wenn auch nur für 2 Wochen.
Danach gehe ich in eine Klinik bei Basel, um von den vielen Medikamenten, die ich gerade nehme, wegzukommen. Ambulant geht das einfach nicht, die Umstellungsversuche haben mir bis jetzt immer so sehr auf die Verfassung geschlagen, dass sie abgebrochen wurden.

Aber auch darauf freue ich mich, wieder an mir arbeiten zu können, in der Klinik. Es wird hart, aber hoffentlich auch gut.