Sonntag, 28. Juli 2013

"Ich halte das nicht aus"

Immer wieder infiziert dieser Gedanke meinen Kopf. Ich habe keine Ahnung was los ist - Ich weiß nicht mal was ich so unaushaltbar finde, aber es macht mich so fertig. Vielleicht ist es einfach die Welt. Wohl eher bin es ich selbst.
Ich habe meine Pflichten für heute getan, ich wollte nur noch schlafen, stundenlang, doch stattdessen finde ich mich wie ein Junkie vor dem PC wider, mir triggernde Scheiße anschauend. Ich weiß nicht warum ich das mache.
Ich habe meine Tabletten aus Faulheit seit 2 Tagen nicht mehr genommen. Ich weiß wie sehr mich sowas auf Dauer abstürzen lassen kann, doch irgendwie gefällt mir der Gedanke. Selbstgeißelung, bis zum bitteren Ende. Mich fesselt weniger der Wunsch, gesund zu werden, als die Sehnsucht, mich zu zerstören. Krank sein, krank handeln. Krankheit ist grausam, grauenhaft, doch scheint so viel leichter, als sich dem Leben zu stellen.
Ist es pervers, Leiden schön zu finden? Höher ästhetisch? Erstrebenswert?
Nachtgedanken.

Warum kann ich die Krankheit nicht gehen lassen, warum WILL ich nicht?

Ich bin wieder nur am essen. Ernsthaft, wie noch vor einem Viertel Jahr - Essen, um Frust auszuhalten, Essen, weil die Welt zu viel ist.
Ich bin müde, will einfach nur schlafen - aber gewiss ist: Morgen gehts wieder um 9:30 raus um meine monströsen Aufgaben zu erfüllen. Einfach weil alle es von mir erwarten, weil ich denke, dass ich muss.

Schlafen, schlafen, nie mehr aufwachen - Jemand meinte mal, dass der Wunsch nicht mehr zu leben noch zerreißender ist, als der Wunsch zu sterben, da letzteres wenigstens umsetzbar ist.

Mein Kopf spuckt nur noch Scheiße aus, hat jemand den Aus-Schalter gefunden?

Mittwoch, 24. Juli 2013

Zwischen Magersuchts-Dokus und Supersize vs Superskinny-Folgen ist irgendwie mein Tag verpackt. Meistens arbeite ich 3-4 Stunden und versuche dann jeglichen Leuten in meinem Umfeld zu entkommen.
Essen - schwierige Sache. Am Wochenende hatte ich den totalen Fressfilm, nachdem ich bei einem Frühstück mit meinen Eltern "zu viel" gegessen habe. Tja, seit Montag bin ich dann wieder auf der Minimaldiät.

Mein Freund hat angerufen, er hat seine Hausarbeit nach über 8 (!!!) Monaten mal fertig bekommen und gerade in den Briefkasten geschmissen. Jetzt will er deswegen mit mir ne Runde feiern, dabei weiß er gar nicht wie wenig ich doch gerade feiern möchte ;D

Trist, trist, ich wünschte ich hätte besseres zu berichten.

Freitag, 19. Juli 2013

Die Menschenmasse raunt. Wortmeldungen, die mir mitteilen, dass mein Antrag "verfehlt", "unangebracht" oder zu wenig feinfühlig sei, erreichen mich.
Das Thema, das ich eingebracht habe ist höchst umstritten, aber mit so einer vernichtenden Rückmeldung habe ich nicht gerechnet. Ich ziehe meinen Antrag zurück, mir wird versichert, dass das Thema an anderer Stelle aufgegriffen wird. 
Ich kann die Tränen nicht zurückhalten, sie fließen, mir wird alles zu viel.
Leute sagen mir, wie mutig das von mir gewesen sei und mit jedem aufmunternden Wort schluchze ich mehr. Manchmal ist einfach alles zu viel. Die Mangelernährung macht mich so unheimlich weinerlich, ich habe in 2 Wochen jetzt verdammte 2 Mal in der Öffentlichkeit geweint - Das ist mir zuvor bestimmt 5 Jahre lang nicht mehr passiert.
Ist das ein Fortschritt? Komme ich besser an meine Gefühle heran? Oder liegt es einfach nur daran, dass die Situation so anstrengend ist, wie sie sich momentan darstellt?

Der anschließende Abend bei meinem Freund war auch eher ein Krampf - Mir fällt körperlicher Kontakt gerade SO schwer! Ich möchte nicht, dass mein Körper erregt ist oder irgendjemand anderen erregt. Es ekelt mich momentan geradezu an und ich weiß nicht, weshalb. 
Dass ich mich in meinem Körper unwohl fühle ist ein weiterer Faktor, aber der ist ja altbekannt.

Ich drücke mich momentan vor Übernachtungen bei ihm. Ich möchte mich zurückziehen, keinen Körperkontakt und stattdessen in meiner kleinen eigenen Welt versinken. Ich schaue den ganzen Tag so Scheiße wie "Supersize vs Superskinny", beschäftige mich mit Essen.

Ich weiß echt nicht, wo ich überhaupt anfangen soll, dagegen anzukämpfen. Die Front an der ich kämpfen sollte ist so breit!

Donnerstag, 18. Juli 2013

Leben - ein Update-Versuch

Es passiert viel zu viel. Ich möchte diesen Blog wieder erwecken, ihn nicht nur mit Gelegenheitsposts am Leben erhalten. So vieles spielt sich ab, so wenig wisst ihr von mir, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, jedes Ereignis bräuchte weitere 10 Posts, damit ihr die Hintergründe kennt und überhaupt verstehen könnt, was in mir vorgeht.

Fangen wir also kurz an:
Ich werde heute einen Antrag bei einer Konferenz der SPD einbringen. Ich muss also vor gut 100 Leuten reden und das obwohl ich riesige Redeangst habe. Ich bin gespannt, wirklich. Und ich habe Hoffnung, dass es gut läuft, ein Funke, den ich mir bewahren konnte. 

Ansonsten bin ich derzeit Praktikantin bei unserem Bundestagskandidaten, bin am hin- und herflitzen und doch bleibt mir Zeit übrig - Die ich gar nicht haben möchte. 
Die Leere holt mich dann wahnsinnig schnell ein, mein derzeitiges Instrument der Wahl dagegen ist das Hungern. 
Ich hatte früher mal eine leicht anorektische Phase, habe nun eine atypische Bulimie (ich esse nur restriktiv + Essanfälle, erbreche nicht) diagnostiziert bekommen.
Irgendwann während meinem Klinikaufenthalt hat es den Schalter umgelegt, der Essdruck wurde durch SVV-Druck ersetzt, die Restriktionen wurden immer härter. 
Abnehmen ist in Ordnung, ich war bis vor kurzem 24kg über meinem Tiefstgewicht, momentan schmilzt das Fett aber wieder. 
Zu radikal - Ich weiß das, aber es tut so gut, dieses Gefühl von "es geht also doch" wieder zu haben. Bis jetzt sind 10kg weg, es soll weiter gehen, bis 55kg - bei 1,73. Noch Normalgewicht, gerade so.

Nebst Essstörung und Praktikum habe ich momentan etwas Stress mit meinem Freund. Ich habe einige Macken - Ich hasse Zeitdruck und Planabweichungen - und mein Freund ist einfach Chaos pur, er arbeitet seit einem halben Jahr an seiner Hausarbeit und verschläft, kommt zu spät usw. Konfliktpotenzial! So kommt es, dass ich mich des Öfteren einfach nicht ernst genommen fühle, weil er das einfach nicht auf die Reihe bekommt. Er versteht mein Problem damit nicht und sieht daher auch keine Schuld bei sich. 
Da sich so Kleinkram in letzter Zeit gehäuft hat und es ihm egal war, fühle ich mich nicht wirklich ernst genommen. Ich kann dabei gar nicht sagen ob ich überempfindlich bin oder er einfach wirklich etwas "careless" ist. 
Gnirf. 

Die Zeit rennt langsam, ich muss zur Konferenz. 

Es tut mir Leid, dass der Post so wirr geworden ist - ein kleiner Versuch, alles hier mal upzudaten. 

Sonntag, 14. Juli 2013

Ich habe das Gefühl, jeden Moment zu platzen - Ich stehe so unter Druck, ich weiß nicht wohin mit mir. Am Donnerstag wurde ich vorzeitig entlassen, da mein Praktikum beginnt. 
Aber statt dem Gefühl des Gebraucht-Werdens stellt sich nur Sinnlosigkeit ein. Ich weiß nicht wohin mit mir an diesem sonnigen Tagen, alles scheint so wahnsinnig stupide und ich komme mir vor wie Abschaum.

Es ist so schwer auszuhalten...