Sonntag, 18. August 2013

Ein Sonntag-Nachmittag, graue Wolken bedecken den Himmel und Staub und Dreck meinen Zimmerboden.
Ich fühle mich so unheimlich bedeutungslos. 
Ich könnte mit meinem Freund und seiner Mutter Essen gehen - Aber ich kann mich nicht motivieren.
Alles Wurst, keine Lust auf nichts.

Ich habe keinen Plan für mein Leben. Würde zwar gerne irgendwie ins Ausland, aber tue nichts dafür, habe auch zu viel Angst, wieder einen psychischen Einbruch zu haben.
Will Medizin studieren, der Anerkennung wegen, möchte Wirtschaftsingenieurwesen studieren, des Geldes wegen.
Tolle Pläne, ich spüre richtig das Feuer, das in mir aufflackert, wenn ich an meine Zukunft denke.

Wirklich, da ist nichts. Keine Begeisterung für irgendetwas. Nur ein grauer Tag, der dem nächsten folgt und zwischendurch Tage mit maßloser Erschöpfung. Nicht schön. Kein schönes Leben... aber zu faul um was zu ändern. Tz.

Freitag, 16. August 2013

Quarkzopf, Käsekuchen, Butterbrezeln - Minderwertigkeitsgefühle wegessen funktioniert nur in Maßen.
Verantwortung lastet schwer, keine Verantwortung noch schwerer.

Dienstag, 6. August 2013

Aha, ich auf Plakaten in meiner Stadt, Großfläche - neben unserem Bundestagskandidaten.
Pretty weird. Einerseits bin ich stolz, dort hängen zu dürfen, auf der anderen Seite schäme ich mich - für mich selbst. Nicht, dass ich auf dem Bild schlecht aussehe... aber es bin ich.

Ich, die Person, die ich seit Jahren bekämpfe. Mit Essen, Kotzen, Hungern und Verletzen.

Ich weiß manchmal gar nicht mehr, ob ich mich überhaupt gut fühlen möchte. Bin ich nicht lieber unglücklich und arbeite auf das Ende hin? Ich fühle mich schuldig, weil ich die Leute, die mich gern haben damit fertig mache. Ich fühle mich schuldig, immer noch in Therapie zu sein, obwohl ich so sehr gegen mich arbeite.
Bah.

Verwirrender Post, seltsames Leben. Vielleicht wache ich irgendwann auf und bin wieder in der Realität, bis dahin: Hallo, liebes Paralleluniversum.

Freitag, 2. August 2013

Nach gefühlt unendlich großer Distanz zwischen mir und meinem Freund hatten wir gestern eine gemeinsame Sitzung bei unserer Therapeutin. Etwas seltsame Situation, dass sie uns beide so gut aus der Therapie kennt, aber genau das hat die Möglichkeiten dieser Sitzung auch auf ein ganz anderes Level gebracht.

Es hat unheimlich gut getan. Ich kann das gar nicht genau beschreiben, wie es abgelaufen ist. Anfangs war ich komplett verschlossen, konnte meinem Freund nicht mal in die Augen schauen. Mit viel innerem Kampf haben wir beide unser bestes gegeben, um miteinander mal wirklich wieder zu reden. Darüber, was uns nervt und darüber, was wir uns wünschen - ohne für den anderen mitdenken zu wollen.
Es ist so grotesk, aber in diesem Punkt auf sich selbst zu achten hat uns emotional wieder viel näher gebracht, obwohl wir einander zuvor nur vor dem anderen beschützen wollten.
Irgendwie ist da wohl echt ein Knoten geplatzt, das befreit unheimlich und das wirkt sich auf meine komplette Gefühlswelt aus. Ich war sowas von emotional am Ende, als ich bei meiner Therapeutin ankam (zuerst hatte ich ein Einzel, dann kam mein Freund dazu), sodass schon wieder die Überlegung aufkam, ob ich sofort zurück in die Klinik gehe - und verdammt, gerade ist es wieder so viel aushaltbarer. Es ist bei weitem nicht gut oder schon gar nicht super, aber sehr viel leichter zu ertragen.
Keine Angst mehr vor der Beziehung, keine Angst mehr vor dem Aus der Beziehung. Vertrauen wiedergefasst. Ich bin so froh!