Montag, 2. Juni 2014

Und vielleicht habe ich heute Abend gemerkt, was für ein großartiger Mensch mein Papa ist;
Wie wichtig es ist, für die Dinge zu brennen, die man tut;
Dass Erfolg auch aufrichtig möglich ist.
Dass man nicht abheben muss, wenn man ein Gewinner ist.
Dass vielleicht doch ein Stückchen Gerechtigkeit auf dieser Welt herrscht.

Die kleine Firma meines Papas steht gerade am Scheideweg. So wie bisher geht es nicht weiter und was kommt ist ungewiss. Aber ich bin so unheimlich stolz auf das, was er bisher geleistet hat. Ich habe mir heute das erste Mal Flyer und Zeitungsartikel und Berichte von ihm angesehen. Ich kannte das alles vorher nicht - weil er es nie von sich aus gezeigt hat.

Ich weiß nicht was die Zukunft finanziell bringt und ich habe großen Respekt davor. Aber für den Moment bin ich einfach nur wahnsinnig stolz. Wenn ich mein Leben wie mein Papa leben werde bin ich zufrieden.

Samstag, 10. Mai 2014

Das Leben läuft gut für mich und ich habe mein Ziel, einen Praktikumsplatz zu finden, erfüllt. Am Montag geht es los, 10-18 Uhr täglich bei einem MLP-Konkurrenten. Ich werde dabei sein, wenn Fonds und Versicherungen vermittelt werden und ich werde, wenn ich gut bin, Seminare selbst halten.
Aufsteigender Ast. Ich bin nun stellvertretende Vorsitzende bei der Jusos in meiner Stadt, ich komme weiter und ich werde geschätzt oder zumindest meine Arbeit. 

Meine Betreuung habe ich vor 2 Wochen beenden können, ich lebe nun alleine, habe meine Therapeutin nun fast 2 Monate nicht mehr gesehen. Es ist ein bisschen schaurig, dass ich mich nun an nichts mehr festhalten und -krallen kann, das mir Sicherheit vorgaukelt. Aber eigentlich macht erst das frei.

Ich habe große Angst vor dem Studium und den Nächten, die ich weinend vor meinen Unterlagen verbringen werde, weil ich nichts verstehe. Ich weiß, dass das kommen wird und dass das vor allem im Wing-Bereich so viele durchmachen müssen, ich weiß aber auch, dass man sich an das Lernpensum gewöhnt, wenn man das gröbste durch hat.
Ich weiß auf was für wackeligen Beinen momentan alles steht, ein grober Windstoß und ich gerate wieder ins taumeln. Gerade körperliche Wehwehchen lassen mich psychisch versumpfen. Ich merke das wirklich sehr schnell - Wenn ich krank bin, dann geht es mir nicht gut, wie vermutlich jedem. Aber es geht dann irgendwie immer weiter abwärts, ich esse mich voll und wünsche mir sekündlich, dass alles aufhört und die Welt stehen bleibt. Ich nicht mehr bin. Doch im gleichen Atemzug weiß ich zum Glück um dessen Irrationalität und darum, dass es vorbei geht und das Leben doch viel sonniger ist als es manchmal bei Regen erscheint.

Die Geschichte geht immer weiter.


Sonntag, 30. März 2014

Meine lieben,
ungefähr ein halbes Jahr ist es her, dass ich von mir habe hören lassen.

Es ist so viel geschehen. Ich habe mich von meinem damaligen Freund getrennt, schon im November. Die Trennung hat geschmerzt, wir waren schließlich über ein Jahr zusammen, aber sie war definitiv das Richtige.

Ich habe angefangen zu laufen, trainiere auf einen 9km-Lauf im Mai und auf einen Halbmarathon im Oktober. Ich möchte zum WS mit einem Wirtschaftsingenieur-Studium beginnen.
Meine Therapie läuft aus, alle 3 Wochen habe ich noch Termine. Meine Betreuung vom Jugendamt endet in einem Monat
Ich habe meinen Geburtstag das erste Mal seit 4 oder 5 Jahren gefeiert.
Jetzt bin ich 20 und mein Leben ist eigentlich wirklich gut zu mir. Aber ich habe große, große Angst. Alleine in dieser Welt, ohne Krankheit und Unterstützung. Aber es wird schon gut werden, es muss! Und das kann es auch.

Ich bin wieder da - Hallo. Hallo, an alle, die mich noch kennen.